Tag des Bieres
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23.04.2019 | 18:30 Uhr Das moderne Bier ist handgemacht und lokal

Im Freistaat Sachsen sinken Produktion und Absatz von Bier. Laut Statistischem Landesamt werden dagegen Biermischungen immer beliebter. Knapp 15 Prozent mehr sogenannte 'bierhaltige Mischgetränke' wurden 2018 produziert. Craft-Bier nennt sich die Alternative zum Supermarktbier. Gebraut wird es sowohl nach Reinheitsgebot als auch mit anderen Zutaten, wie Fruchtsaft oder Kaffeebohnen. MDR SACHSEN hat eine Brauerei und einen Laden für Craft-Bier in Leipzig besucht.

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Vergangenen Herbst starteten Geschäftsführer Nico Synowzik und Braumeister Pieter Rosenlöcher das Synde Bräu. In der Südvorstadt haben sie eine kleine Brauerei eingerichtet, um Bierliebhabern eine echte Alternative zum Supermarktbier zu bieten: "Am Anfang wollten wir nur Spezialitätenbier machen, so Verrücktes, aber dann haben wir gemerkt, dass die Leute nicht nur Abenteuer wollen, sondern Pils und Lager einfach einen Namen hat. Also haben wir auch angefangen, das zu produzieren", berichtete Synowzik.

Ein Mann schaut in eine Bierbraumaschine.
Fertig gebraut oder noch nicht? Synde Bräu-Geschäftsführer Nico Synowzik muss warten, bis das Bier ihm sagt, wann es soweit ist. Bildrechte: MDR

Sechs Monate später kann die kleine Brauerei bereits auf Wachstum blicken. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendein Brauprozess im Gang ist. "Eigentlich wollten wir heute abfüllen. Das wird hier alles manuell gemacht. Aber das Bier ist noch nicht soweit", sagte Synowzik und Braumeister Rosenlöcher nickt zustimmend. Die Synde-Brauerei besitzt eine Handvoll Tanks. Das Abfüllen des gebrauten Bieres in Flaschen dauert einen kompletten Arbeitstag. Für die Zukunft planen die beiden, weitere Brautanks anzuschaffen. Sie wollen aber klein und lokal bleiben.

Craft-Bier: Ein Bier zwischen Tradition und Moderne

Ein Mann packt ein Bierpaket in eine Geschenkfolie.
Bierothek-Verkäufer Daniel Kellner verpackt Bierpakete für die Kunden. Bildrechte: MDR

Synde Bräu beliefert neben einigen Leipziger Kneipen auch die Bierothek in der Innenstadt. Verkäufer Daniel Kellner mag an Craft Bier vor allem, dass es so innovativ und international ist: "Das ist ein Bier zwischen Tradition und Moderne. Man bekommt die herkömmlichen Sorten, aber kann eben auch etwas Ausgefallenes probieren". Viele Kunden fragen ihn, wie sie herausfinden, ob ihnen ein Bier schmeckt. "Ich erkläre ihnen dann, dass es unterschiedlichen Hopfengehalt und Hopfenarten gibt und dass dies neben anderen Zutaten den Geschmack ausmacht. Viele Kunden entscheiden sich aber auch für ein Bier bei uns, weil ihnen das Etikett einfach gefällt oder das Bier aus einem Land kommt, in das sie immer schonmal reisen wollten", erzählte Kellner weiter.

Vorurteile gegenüber Craft-Bier: teuer, verrückt, schmeckt nicht

Die Herren von Synde-Bräu und der Bierothek wissen, dass die Craft-Biere in Deutschland noch einen schwierigen Stand haben. Allen voran sind sie bei weitem teurer als Supermarktbiere. Nicht selten kostet eine kleine Flasche drei bis vier Euro. Kellner beschwichtigte und erklärte, dass die Biere in kleinen Brauereien hergestellt werden, die Unterstützung verdienen.

Bildergalerie Craft-Bier ist auf dem Vormarsch in Leipzig

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Hopfen, Malz und Gerste sind seit dem 16. Jahrhundert die Standardzutaten im Bier. Bildrechte: MDR
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Hopfen, Malz und Gerste sind seit dem 16. Jahrhundert die Standardzutaten im Bier. Bildrechte: MDR
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Das IBU-Level ist ein guter Hinweis auf die Bitterkeit des Bieres, sollte aber nicht zu bierernst genommen werden. Bildrechte: MDR
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Die Synde-Brauerei gibt es seit einem halben Jahr in der Südvorstadt. Bildrechte: MDR
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Synde Bräu-Geschäftsführer Nico Synowzik muss warten, bis das Bier ihm sagt, wann es soweit ist. Bildrechte: MDR
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Bierbrauen ist ein mehrschrittiger Prozess. Bildrechte: MDR
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In den Tanks gärt das Bier dann unterschiedlich lange. Bildrechte: MDR
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Hier wird es in Fässer und Flaschen abgefüllt. Bildrechte: MDR
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Bierothek-Verkäufer Daniel Kellner weiß, dass oft die ausgefallenen Etiketten die Kunden anlocken. Bildrechte: MDR
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Die Bierproduzenten scheuen auch vor politischer Kritik nicht zurück. Bildrechte: MDR
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"Ich würde es eigentlich lieber Handwerksbier nennen, denn damit können die Leute mehr anfangen als mit dem englischen Begriff", so Synde-Chef Synowzik. Was den Geschmack angehe, so empfehlen alle drei den Interessierten, einfach die Scheuklappen abzulegen und die Biere auszutesten.

Was man über Craft-Bier wissen sollte Der Begriff 'craft' kommt aus dem Englischen und bedeutet 'handgemacht'. In den USA, wo craft beers vor Jahrzehnten entstanden, gibt es drei Richtlinien, denen die Biere folgen müssen: klein, unabhängig und traditionell. Das heißt, es müssen traditionelle Rohstoffe verwendet werden. Außerdem dürfen die Brauereien nicht zu groß und nicht zu stark an die Industriebrauerei angebunden sein.

Craft-Bier gibt es in bekannten Sorten, wie Lager oder Pils, oder in weniger bekannten Sorten, wie Sour oder Ale. Der Geschmack ist unter anderem abhängig von den verwendeten Zutaten, der Hopfenart und dem Hopfengehalt und der Herstellung.

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm beim MDR MDR UMSCHAU | 23.04.2019 | 20:15 Uhr

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2 Kommentare

25.04.2019 17:17 Rosinante 2

@Zeitgeist:
Als "Bierkenner" wüsste man, dass es sich bei Gösser um eine Tochter der Carlsberg handelt, die immer schon ganz dicke mit Monsanto war. Das geht dann in den Kopf und bleibt in der Leber! Wenn Sie sich die Mühe machen würden und etwa 10min investieren um einmal ein Rezept, Hopfen- und Malzpreise zu ergoogeln, müssten Sie nicht ganz so viel unreflektierten Quatsch von sich geben.

23.04.2019 20:10 Zeitgeist 1

Wieder eine Masche um schnell reich zu werden.
Als Bierkenner liegt meine Preis- Schmerzgrenze bei 1,20 € für die 0,5 Liter Flasche beim Laden um die Ecke. Gösser Premium oder das Stiegel aus Salzburg. Name bürgt für Qualität. Wobei rund um Saaz / Zatec in Böhmen man beste Qualität für weniger Geld bekommt. Prost !

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