Polizisten von hinten
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Großeinsatz der Polizei "Black Triangle" in Leipzig: Polizei ermittelt gegen Demo-Teilnehmer

Nach der Räumung eines besetzten Hauses im Leipziger Stadtteil Connewitz haben dort am Mittwochabend etwa 800 Menschen demonstriert. Weil einige Teilnehmer Pyrotechnik und Flaschen auf Beamte werfen, trennt die Polizei einen Teil der Demonstration ab und setzt ihn fest. Im Netz wird daraufhin über Polizeigewalt diskutiert.

Polizisten von hinten
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Nach der Räumung eines besetzten Hauses im Leipziger Stadtteil Connewitz haben dort am Mittwochabend mehrere Hundert Menschen demonstriert. Der Aufzug hatte nach Angaben der Polizei in Spitzenzeiten bis zu 800 Teilnehmer.

Personalien von fast 200 Teilnehmern aufgenommen

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, warfen Demonstranten mehrfach Flaschen, Pyrotechnik und Gegenständen von einer Baustelle auf Beamte. Dabei wurde ein Polizist verletzt. Die Würfe kamen den Angaben zufolge aus einer aggressiven Gruppe an der Spitze des Aufzugs, der deswegen mehrfach angehalten wurde. Der Großteil der Gruppe sei vermummt gewesen. Schließlich seien insgesamt 182 Personen von den anderen Demonstranten abgetrennt und ihre Personalien aufgenommen worden. Die anderen Teilnehmer hätten die Demonstration laut Polizei fortsetzen können, beendeten diese aber gegen 20 Uhr. Gegen die festgesetzten Versammlungsteilnehmer werde wegen Landfriedensbruch, Körperverletzungsdelikten und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz sowie das Sprengstoffgesetz ermittelt.

Zwischen Demonstrationsteilnehmern und der Polizei wurde in den sozialen Netzwerken diskutiert, ob der Einsatz angesichts des großen Polizeiaufgebotes angemessen war. Zu den erkennungsdienstlichen Maßnahmen heißt es in einem Tweet von "Mieze Chaoz": "[...]Keiner kommt ohne ED Behandlung und Lichtbildern raus. Es fühlt sich an, als wenn man als Demonstrationsteilnehmer bestraft werden soll, indem man stundenlang im Kalten gelassen wird. #LE1601 #Willkür #BlackTriangel." Und ein anderer: "Bei über zwei Stunden Kessel darf man durchaus von #Polizeigewalt sprechen oder?!"

Einige Versammlungsteilnehmer vermummt

Beamte hatten am Dienstag das Grundstück durchsucht und danach dem Eigentümer, der Deutschen Bahn, übergeben. Nach jahrelangem Leerstand hatte das "Kollektiv Black Triangle" das Areal im August 2016 besetzt und verschiedene Kulturangebote geschaffen. Was nun mit dem Gelände geschehen soll, ist noch unklar. Die Bahn zeigte sich gesprächsbereit.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz entlang der Demonstrations-Strecke, die erst zum Connewitzer Kreuz führte und dann über die Karl-Liebknecht-Straße bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Einige Teilnehmer seien vermummt gewesen, sagte der Polizeisprecher. Gegen 20 Uhr wurde die Demonstration durch den Versammlungsleiter für beendet erklärt, wie die Polizei bei Twitter mitteilte. Zunächst hatte es keinen Versammlungsleiter gegeben. Schließlich erklärte sich Thomas Kumbernuß von "Die Partei" bereit, als Versammlungsleiter zu fungieren.

Bildergalerie Großes Polizeiaufgebot bei Demonstration in Leipzig

Das ehemalige Umspannwerk der Deutschen Bahn im Süden von Leipzig war mehr als zwei Jahre besetzt. Nachdem die Polizei das "Black Triangle" am Dienstag geräumt hat, wurde für Mittwoch zu einer Demonstration aufgerufen.

Polizisten von hinten
Leipzig | 16. Januar 2019 Bilder vom Protest gegen die Räumung des "Black Triangle" in Leipzig Connewitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Polizisten von hinten
Leipzig | 16. Januar 2019 Bilder vom Protest gegen die Räumung des "Black Triangle" in Leipzig Connewitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demonstranten vor einem Supermarkt
Leipzig | 16. Januar 2019 Bilder vom Protest gegen die Räumung des "Black Triangle" in Leipzig Connewitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demonstranten auf abendlicher Straße
Leipzig | 16. Januar 2019 Bilder vom Protest gegen die Räumung des "Black Triangle" in Leipzig Connewitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demonstranten auf abendlicher Straße
Leipzig | 16. Januar 2019 Bilder vom Protest gegen die Räumung des "Black Triangle" in Leipzig Connewitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Polizisten und Demonstranten auf abendlicher Straße
Leipzig | 16. Januar 2019 Bilder vom Protest gegen die Räumung des "Black Triangle" in Leipzig Connewitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Polizisten von hinten
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Demonstranten auf abendlicher Straße
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Polizisten vor Demonstrationszug
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Polizisten verhaften Demonstranten
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Polizisten von hinten
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Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.01.2019 | Nachrichten ab 20:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2019, 14:38 Uhr

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70 Kommentare

19.01.2019 12:57 Hippiehooligan 70

Silvio, ganz neue Töne von dir. Unter Artikeln, die sich mit rechtsextremen Straftaten befassen, schreibst du sowas sonst nie. Das erste, was von dir da grundsätzlich kommt ist "Die Linken haben aber auch...". Da hab ich noch nie die Forderung nach rigoroser Strafverfolgung gelesen. Wie kommt das? Aus deiner eigenen Anonymität heraus verurteilst du meine Aussagen mit dem Hinweis auf meine Anonymität? Sehr merkwürdig... "Auch wenn sie damit Probleme haben, ist die Strafverfolgung der Täter in dieser Sache richtig!" - Du bist im falschen Artikel.
Es ist sogar exakt der gleiche Wortlaut. Ich dachte erst, dass mein erster Satz der Zensur zum Opfer gefallen ist. Dass dein "Beitrag" da dazwischengerutscht ist, war wohl Zufall. Wem willst du denn noch erzählen, dass du die Straftaten beider seiten gleichermaßen verurteilst? Übrigens: Ich hab mit den Leuten in Leipzig ebenfalls nichts zu tun. Und? Machts das für dich besser?

19.01.2019 09:06 der_Silvio 69

@68 Hippi(langstrumpf); ehrlich?!?
Auch wenn sie ihre Worte an Leipziger weggelassen haben, fällt es doch auf, daß sie in #68 im Wesentlichen #66 wiederholen.
Gehen ihnen die Argumente aus vor lauter Hass aus?
Und noch mal für sie: ich hab mit rechtsextremen Strafttätern & deren Taten nix zu tun! Wovon soll ich mich also distanzieren?
Gleichwohl bin ich für die Strafverfolgung rechter & linker Straftaten.
"Ich hab wenigstens genug Mumm um zu sagen, dass ich mit der Militanz der Leute in gewissem Rahmen kein Problem hab."
Das ist aus der Anonymität heraus nicht mutig sondern im höchsten Maße feige, genauso wie die Straftaten und die Täter selbst auch.

19.01.2019 00:21 Hippiehooligan 68

Silvio, lass dich bitte deine Scheinheiligkeit. Ich hab wenigstens genug Mumm um zu sagen, dass ich mit der Militanz der Leute in gewissem Rahmen kein Problem hab. Wo bleibt denn eure Distanzierung von vermummten Neonazis und Brandstiftern? Eure Taktik besteht darin so zu tun, als gäbe es diese gar nicht. Das ist lächerlich.
Im Artikel zur erneuten Fahndung zu 2015 gibt es ein Bild einer komplett schwarz gekleideten Neonazidemo. Warum ziehen die sich wohl so an?

18.01.2019 21:56 der_Silvio 67

@66 Hippi(langstrumpf);
1.) es geht im Artikel nicht um Rechtsextremisten
2.) "Ich hab wenigstens genug Mumm" - sie nennen es Mumm, ich nenne es feige, sich aus der Anonymität des Internets heraus, sich der Taten Linksextremer Straftäter zu brüsten.
3.) Warum sollte ich mich von Straftaten distanzieren, wo ich weder mit den Tätern noch mit der Straftat zu tun habe.
Noch einmal für sie: Straftaten, egal welcher politischen Motive gehören verfolgt.

"Warum ziehen die sich wohl so an?" - warum heißt der linksextreme Verein "black Triangle"
Auch wenn sie damit Probleme haben, ist die Strafverfolgung der Täter in dieser Sache richtig!

18.01.2019 16:47 Hippiehooligan 66

Besorgter Leipziger, du willst mich einfach so einsperren? Obwohl ich nicht mal in Leipzig war? Ganz schöne Nazimethoden...
Silvio, lass dich bitte deine Scheinheiligkeit. Ich hab wenigstens genug Mumm um zu sagen, dass ich mit der Militanz der Leute in gewissem Rahmen kein Problem hab. Wo bleibt denn eure Distanzierung von vermummten Neonazis und Brandstiftern? Eure Taktik besteht darin so zu tun, als gäbe es diese gar nicht. Das ist lächerlich.
Im Artikel zur erneuten Fahndung zu 2015 gibt es ein Bild einer komplett schwarz gekleideten Neonazidemo. Warum ziehen die sich wohl so an?

18.01.2019 13:45 Micha 65

Es gibt keinen "Linksfaschismus". Außer im Vokabular einiger nicht gerade demokratisch eingestellter Individuen.
Gewalttaten gegen wen auch immer, egal ob gegen Polizisten, gegen Asylbewerber oder sonstwen gehört konsequent und ohne Unterschied verfolgt! Und genau deswegen brauchen wir auch keine neuen Gesetze wegen Gewalt gegen Polizisten.

18.01.2019 11:24 Besorgter Leipziger 64

Diese Linksfaschisten gehören alle weggesperrt. Hippis und Hooligans gleich mit!

18.01.2019 10:40 der_Silvio 63

@61 Hippi; "Im finde es gut, dass man sich angesichts des unübersehbaren Rechtsrucks im Land, in Leipzig nicht wegduckt, sonder klar positioniert."
Aha, mit Böllern und Flaschen auf Polizisten zu werfen, das Vermummungsverbot zu missachten gehört für sie zum 'klar positionieren' dazu.
Sie sind sehr bemüht, diese Straftaten zu verharmlosen - nützt aber nichts!
Straftat bleibt Straftat und es ist sehr gut, daß die Polizei nach Recht und Gesetz durchgreift.

"Wer ständig angreift, braucht sich über eine Reaktion nicht zu wundern. Warum sollte ich mich also distanzieren?"
Auge um Auge, Zahn um Zahn? Das nenne ich mal 'ewig gestrig'.

18.01.2019 10:35 Bernd 62

@56 das Problem des Hooligans ist, wer kein Linksextremer ist ist bei ihm ein Brauner. Schlimm solche Ansichten. Und muss man relativieren. Nein wer sich vermummt und bewaffnet geht zu der Demo um dort andere anzugreifen gegibt sich in den Bereich des StGB. Für mich geht aber der Angriff auf Staatsbedienstete gena so wenig wie ein Fluechtlingsheim anzuzuenden.
Und fuer mich schaden diese Chaoten (Aktivisten ist fuer mich etwas anderes) den wirklich linken Ideen von Gleichheit und Sozialstaat. Das was Gysi, Bisky, Batrtzsch etc. aufgebaut haben wird hier eingerissen.

18.01.2019 10:03 Hippiehooligan 61

Wo geht es hin, ich bin keinesfalls aufgeschreckt. Im Gegenteil. Im finde es gut, dass man sich angesichts des unübersehbaren Rechtsrucks im Land, in Leipzig nicht wegduckt, sonder klar positioniert. Wie das letztendlich aussieht, ist doch Sache jedes Einzelnen. Wer ständig angreift, braucht sich über eine Reaktion nicht zu wundern. Warum sollte ich mich also distanzieren? Wann hast du dich das letzte mal von rechter Gewalt distanziert?

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