07.01.2020 | 19:41 Uhr Drohnentest bei Leipzig für sichere Stromtrassen

Eine orange Drohne im Einsatz
Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Der ostdeutsche Stromnetzbetreiber Mitnetz prüft den Einsatz von Drohnen bei der Inspektion seiner überirdischen Leitungstrassen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, sind vom 20. bis 24. Januar Testflüge im Süden von Leipzig geplant. Sie werden tagsüber entlang der Hochspannungsleitung im Bereich der Ortschaften Eula, Gestewitz, Espenhain, Rötha, Gaulis, Böhlen, Lippendorf und Löbschütz statt.

Kann es die Technik irgendwann besser als der Mensch?

Die an der Drohne installierte Kamera soll dabei Bilder von Seilen, Masten und anderen Bauteilen aufnehmen, die an sogenannte E-smart-Systeme weitergeleitet werden. Diese sollen "lernen", selbstständig Schäden oder Risiken zu erkennen. Das können Aufspleißungen oder Aderbrüche an den Seilen sein, aber auch Defekte an den Isolatoren oder Vogelnester an kritischen Stellen der Hochspannungsmasten.

Sromleitungen im Gegenlich der Sonne sind auf einem Feld.
Bildrechte: imago/Manngold

Bislang erfolgen die Überprüfungen der rund 3.000 Kilometer langen 110-Kilovolt-Leitungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg aus der Luft ausschließlich per Hubschrauber. Er fliegt sie zweimal im Jahr ab. Mit an Bord ist ein Experte, der die Anlagen in Augenschein nimmt und zusätzlich Fotos schießt. Die automatisierte Überwachung per Drohne soll bei erfolgreichen Testergebnissen zunächst parallel etabliert werden, bis die Technik zuverlässig funktioniert.

Bilder von Menschen und Privatgrundstücken werden aussortiert

Das langfristige Ziel ist unter anderem mehr Effizienz – also mehr Genauigkeit und geringere Kosten. Und eine Drohne macht natürlich auch weniger Lärm als ein Hubschrauber, was Anwohner freuen dürfte. Auf deren Privatsphäre werde besondere Rücksicht genommen, versichert Mitnetz auch unter Verweis auf die geltenden Datenschutzbestimmungen. Sollten die Drohnen versehentlich Bilder von Personen, Fahrzeugen oder Privatgrundstücken aufnehmen, würden diese im weiteren Verarbeitungsprozess aussortiert und gelöscht.

Mitnetz ist eine Tochtergesellschaft der envia Mitteldeutsche Energie AG. Das Unternehmen betreut ein Gesamtstromnetz von rund 74.000 Kilometern in den vier Bundeländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Die Drohne ist Eigenbau - speziell für Luftschadstoffmessung. 30 min
Die Drohne ist Eigenbau - speziell für Luftschadstoffmessung. Bildrechte: MDR/Steffen Hengst

Exakt - Die Story Mi 08.05.2019 20:45Uhr 29:53 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Quelle: MDR/dpa/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR - Das Sachsenradio | 07.01.2020 | 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2020, 19:41 Uhr

1 Kommentar

J.Heder vor 12 Wochen

Ein Schelm wer bei dieser "Erklärung" des Drohnentest nicht weiter denkt. Das gewollte "Unbundling" seit 2002 sollte auch "keine Arbeitsplätze kosten"; so die vollmundigen Verspreche(r)n.
Dann kamen Zusammenlegung und Ausgliederung von "Querschnittsbereichen" zu eigenständigen Firmen; die waren "Selbstverständlich" nicht mehr Tarifgebunden; also Lohneinbuße und später weniger Rente. Dann folgten die Zählerableser; bei einigen auch die Netzprojektanten. Das ist eben nicht "Kerngeschäft"; und jetzt sind eben "die nächsten dran"; Teile der Freileitungsmonteure welche noch zum Energiekonzern gehören; auch kein "Kerngeschäft".
Ich durfte diese "Wege" selbst erleben und bei ehemaligen Kollegen beobachten.
Aber dann rum jammern wenn die Anlagen schlecht und unzuverlässiger werden.
Einsparungen an falschen Stellen haben Folgen....

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