Emissionsfreie Stadtrundfahrt Mit pferdeloser Kutsche durch Leipzig

E-Kutsche in Leipzig
So sieht sie aus, die E-Kutsche in Leipzig. Trotz Pferdestärken geht sie ohne Wiehern auf Tour - mit einem E-Kennzeichen. Bildrechte: Barbara Brähler

Ob Bus oder Bahn, Segway oder Boot - Stadtrundfahrten können mit den unterschiedlichsten Gefährten absolviert werden. In Leipzig kommt jetzt ein neues, außergewöhnliches Fuhrwerk hinzu: eine pferdelose Kutsche, angetrieben von einem Elektromotor. Mit maximal 25 Kilometern pro Stunde können bis zu sieben Fahrgäste entspannt durch die Gegend rollen - emissionsfrei und ohne echte Pferdestärke. Die Kutsche gehört Jürgen Laube, einem 56 Jahre alten Diplomingenieur. Das neue Gefährt in altem Gewand ist, wie er mit einem Schmunzeln sagt, "so groß wie zwei Autos und so teuer wie zwei Autos."

Nachbau einer historischen Kutsche

Fast zwei Tonnen wiegt die Kutsche. Das glänzende Chassis ist aus Holz und ein historischer Nachbau einer 120 Jahre alten Kutsche. Die Idee, Fuhrwerke ohne Pferde anzutreiben, ist überaschenderweise ebenso alt. Die ersten Elektrokutschen oder -droschken wurden in Berlin auf der internationalen Funkausstellung 1897 vorgestellt und haben zu Kaiserzeiten die Pferdedroschken in Berlin Stück für Stück abgelöst. Nun sind sie also auch in Leipzig angekommen. Hier allerdings zum reinen Vergnügen.

Sitzheizung und Decken im Winter

E-Kutsche in Leipzig
Für die kalte Jahreszeit hat das Fuhrwerk eine Sitzheizung - und Decken. Bildrechte: Barbara Brähler

Gebucht werden kann das Gefährt telefonisch, eine Internetseite ist in Arbeit. Neben Stadtrundfahrten inklusive Stadtführung in Leipzig geht es mit der pferdelosen Kutsche auch übers Land. Zum Beispiel zum Schloss nach Machern oder Püchau. Und das sogar im Winter, erzählt Jürgen Laube: "Wenn es jetzt kälter wird, kann ich die Sitzheizung anmachen oder die Warmluft oder beides. Und ich habe natürlich noch Decken, um weiter offen zu fahren."

Laden mit Solarstrom

Laube kennt sich aus mit Elektrofahrzeugen. Der Ingenieur hat in Leipzig lange bei einem großen Autohersteller an der Produktion von Elektrofahrzeugen mitgearbeitet. So eine Kutsche ist dann aber doch etwas anderes, erzählt er. Die Zulassung des Unikats sei sehr teuer und langwierig gewesen. Jetzt rollt sie aber. Und wenn die nicht vorhandenen Pferde mal erschöpft sind, kann die Kutsche ganz einfach an der Steckdose geladen werden. Bei Laube zu Hause mit Solarstrom, wie er sagt. So bleibt alles möglichst umweltfreundlich, ohne Pferdeäpfel - aber mit gemütlicher Luftbereifung.

Quelle: MDR/bb/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.09.2020 | 16:33 Uhr

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