19.05.2019 | 15:45 Uhr Tausende Menschen in Leipzig bei Pro-Europa-Demo

In deutschen und europäischen Städten sind am Sonntag Zehntausende auf die Straße gegangen, um für ein vereintes und friedliches Europa zu demonstrieren. Auch in Leipzig waren Tausende mit Schildern und Transparenten um den Innenstadtring gelaufen.

Menschen bei der Pro-Europa-Demo "Ein Europa für Alle", Leipzig, 19.05.2019
Bildrechte: MDR/S. Beckert

Tausende, meist junge Menschen, sind am Sonntag in Leipzig für ein gerechtes und solidarisches Europa auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "Ein Europa für Alle" sollten Wähler zur Stimmabgabe für EU-freundliche Parteien ermutigt werden. Nach den Eröffnungsreden zogen die Demonstranten mit Schildern, Luftballons, Fahnen und Transparenten hinter einem großen Banner mit der Aufschrift "Ein Europa für Alle - gegen Nationalismus" über den Innenstadtring. Nach offiziellen Angaben der Veranstalter lag die Teilnehmerzahl bei 9.000 bis 10.000. Der Zug hatte gut einen Kilometer Länge, wie ein Sprecher sagte.

In Leipzig beteiligten sich unter anderem das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" und DIE VIELEN, ein Bündnis aus Kulturschaffenden, das von über 120 sächsischen Einrichtungen aus Kultur und Wissenschaft unterstützt wird. Wie die Bündnisse in ihren Aufrufen schreiben, sehen sie in rechtsextremen Bewegungen eine Bedrohung für Freiheits- und Menschenrechte und eine Gefahr für ein demokratisches und friedliches Europa. Sie kritisieren auch den Vormarsch nationalistischer Strömungen.

Bei der Auftaktkundgebung sprach am Sonntag unter anderem Oberbürgermeister Burkhard Jung. Musikalisch wurde die Veranstaltung von der DDR-Kultrockband "Klaus Renft Combo" sowie den jungen Bands "Großstadtgeflüster" und "Riders Connection" umrahmt.

Pro-Europa-Demo "Ein Europa für Alle" in Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz, 19. Mai 2019
Bildrechte: MDR/S. Beckert

Europa-Wahl in genau einer Woche

Die Demonstration lag exakt eine Woche vor der Europawahl am 26. Mai. Es haben auch Jugendliche teilgenommen, die noch gar nicht wählen dürfen. Eine davon war die 16 Jahre alte Nora Handschuh, Schülerin am Leibniz-Gymnasium. Sie hatte zusammen mit ihren Freunden teilgenommen und ein Plakat in Anlehnung an Martin Luther Kings berühmte "I Have A Dream"-Rede gestaltet: "Ich bin dabei, weil ich für Nächstenliebe, Klimaschutz und Menschenrechte eintrete. Man muss offen sein und nicht den rechten Parteien so viele Chancen geben", sagte sie MDR SACHSEN.

Menschen bei der Pro-Europa-Demo "Ein Europa für Alle", Leipzig, 19.05.2019
Bildrechte: MDR/S. Beckert

Sie wünschte, sie dürfte kommenden Sonntag bereits wählen: "Eine Wahl ab 16 Jahren wäre viel besser, denn es gibt so viele Jugendliche, die sich dafür interessieren und sich engagieren. Das ist unsere Zukunft und wir wollen über unsere Zukunft selbst mit entscheiden", sagte Nora Handschuh.

Pro-Europa-Demos auch in anderen Ländern

Neben Demonstrationen in Leipzig, Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart fanden nach Angaben des Bündnisses "Ein Europa für Alle" auch Demonstrationen in Polen, Rumänien, Ungarn, Schweden, Österreich, den Niederlanden, Großbritannien sowie Spanien, Italien und Frankreich statt.

Quelle: MDR/sm/PM

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.05.2019 | ab 12:00 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

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54 Kommentare

21.05.2019 12:15 Kirchenmitglied 54

Annett sporn (26), Sie machen also die Zukunft der EU an irgend so einer lächerlichen Tankrechnung fest? Das zeigt wiedermal das Niveau einiger Sachsen.

21.05.2019 09:34 Ekkehard Kohfeld 53

@ Zakotep 50
Nichts wäre notwendiger, als ein grundlegendes Maß an politischer Bildung.
##
Völlig richtig,ich habe mal die PISA - Studien angezweifelt
aber die haben tatsächlich Recht,der IQ fällt tatsächlich rapide
typische Beispiele kann man hier in den Foren sehen,ANTIFA läst grüßen.

21.05.2019 09:12 Werner 52

@Zakotep @Janes ... Interview "Georg Maaßen" NZZ 08.05.19: "Menschen, die sich nicht im politisch-medialen Mainstream bewegen, haben es schwer. Sie werden mitunter als rechts oder rechtspopulistisch stigmatisiert. Das schüchtert ein und schreckt ab.. dass Menschen lieber gar nichts sagen wollen, als öffentlich an den Pranger gestellt zu werden...

Der Ausdruck «Verschwörungstheoretiker» ist von bestimmten ausländischen Geheimdiensten erfunden und verwendet worden, um politische Gegner zu diskreditieren. Ich bin erstaunt, mit was für einer Selbstverständlichkeit dieser Ausdruck ins Standardvokabular deutscher Journalisten aufgenommen wurde... Es gab zum Beispiel Lehrveranstaltungen von mir an der Freien Universität Berlin, die nur unter Polizeischutz stattfinden konnten.. " Wegen "unserer Demoktratie" und so, die "wir" schützen müssen.

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20.05.2019 21:11 Janes 51

@Bernd L. 49: Ich weiß nicht, als welchem Verschwöhrungsforum sie ihre Weisheiten immer beziehen, aber das ist einfach Murks, was sie da herfantasieren.

Selbst wenn sich die Bevölkerungsanzahl so entwickelt, wie sie das hier schwarz malen-was im Übrigen kaum Gehalt hat-dann hätte Afrika nur einen unwesendlich höheren Einwohneranteil pro Qkm, wie wir in Europa! Es wären dann 61 pro qkm (Europa aktuell 75 pro qkm). Warum? Weil Afrika 3 Mal größer ist als Europa!

In einer fortentwickelte Ökonomie haben die Menschen übrigens deutlich weniger Kinder. Mit mehr Bildung steigt auch der Wohlstand und die Konflikte sinken. Das ist übrigens das Hauptziel der EU: Handel treiben und keinen Krieg miteinander führen.

20.05.2019 20:59 Zakotep 50

Nichts wäre notwendiger, als ein grundlegendes Maß an politischer Bildung.
Darauf lassen die ungezählten Kommentare schließen, die bezüglich eines gemeinsamen Europa nichts besseres zu tun haben, als ihre kleingeistigen Tiraden von den "Eliten", dem vemeintlichen "Volkswillen", vom "Medienkartell" samt den einschlägigen Verschwörungstheorien loslassen und sich - das Highlight an Einfalt - für die Aufgeklärten halten.
Europa ist unsere Chance. Überlassen wir diese historische Option nicht den notorischen Meckerköppen!

20.05.2019 19:10 Bernd L. 49

Jutta Schubert:
Wenn in 30 Jahren 1,2 Milliarden Menschen (nach UN-Prognosen!) allein in Afrika dazukommen, dann ist das für die CO2 Bilanz eine gewaltige Menge (mehr als der Kontinent Europa) und die kommenden Verteilungskämpfe bringen gewaltige Probleme (Fertilitätsraten über 5 kann keine Ökonomie bewältigen), die nach Europa auch zu Ihren Enkeln kommen werden- da hilft kein europäischer Gedanke, das ist Realität.
Wenn es Europa nicht gäbe, würde das an der Klimaentwicklung nichts ändern- der Einfluss ist zu klein.
Dass Menschen in der 3. Welt einen ökologischen Fussabdruck nahe Null haben, ist ökonomischer Unsinn: Westliche Länder entwickeln und produzieren fast alles, was in der Welt neu geschaffen wird- daher haben sie auch höhere ökologische Bilanzen. Ich kann verstehen, Wahrheiten sind oft schwer auszuhalten.

20.05.2019 18:50 Janes 48

@Frank L. 43: Das sie das an DDR Zeiten erinnert glaube ich sofort-denn sie reden auch so, wie man das vom alten Politkader der SED kannte. Also: hoffen sie nur weiter und trauern den alten Zeiten nach. Da sind sie auf unbestimmte Zeit beschäftigt.

Jede Diktatur und Autokratie ist eine Sackgasse. Selbst dann, wie sie das nicht wahrhaben wollen.

20.05.2019 17:37 Ekkehard Kohfeld 47

@ Janes 39 Was die EU machen kann, um Afrika zu helfen, ist diesen Kontinent auf Augenhöhe wahrzunehmen und nicht als Rohstoffkolonie zu betrachten.
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Das sagen sie doch bitte mal den von ihnen gewählten Politikern und was sie davon halten das für unsern vorgespielten Umweltschutz in Afrika Kinder arbeiten müssen.
Seltene Erden für E-Autos als nur ein Beispiel.

20.05.2019 17:22 Paule 46

Die Teilnehmerzahlen schwanken ja beträchtlich, je nach Quelle. Finde ich lustig und interpretiere dies auf meine Art.
"Fake News" oder journalistische Eigenart.

20.05.2019 16:21 Eulenspiegel 45

Hallo Bernd L. 37
Und sie wissen natürlich schon ganz genau wie sich Afrika bis 2050 entwickelt. Da gibt es bestimmte Grunderkenntnisse. Z.B. Die Anzahl der Kinder die eine Frau zur Welt bringt verhält sich umgekehrt proportional zu ihren Bildungsstand. Das heißt desto höher der Bildungsstand einer Frau ist desto weniger Kinder bekommt sie. Da schreiben ist keine feststehende Zukunft sondern nur eine von Tausend Möglichkeiten die geschehen kann wenn man das Problem ignoriert. Und damit machen sie ganz toll ein auf Panik.

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