Zum Aktionstag - Tanz und schwitz für Pödelwitz - sitzen Aktivisten im Rahmen des 2. Klimacamps im Leipziger Land (03.-11.08.2019) vor dem Kraftwerk Lippendorf auf einer Kundgebung.
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10.08.2019 | 17:26 Uhr Klimacamp Pödelwitz endet mit Demo zum Kraftwerk Lippendorf

Zum Aktionstag - Tanz und schwitz für Pödelwitz - sitzen Aktivisten im Rahmen des 2. Klimacamps im Leipziger Land (03.-11.08.2019) vor dem Kraftwerk Lippendorf auf einer Kundgebung.
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Hunderte Braunkohlegegner haben am Sonnabend im Leipziger Südraum gegen die geplante Abbaggerung des Dorfes Pödelwitz protestiert. Sie liefen zum Abschluss des Klimacamps in einem Demonstrationszug vom Bahnhof Neukieritzsch zum Kraftwerk Lippendorf. Die Anlage wurde von einem Großaufgebot der Polizei gesichert. Nach Angaben eines Sprechers des Klimacamps waren unter den Demonstranten auch viele Kinder und Senioren.

Das 700 Jahre alte Dorf soll dem Tagebau Schleenhain weichen. Die meisten Einwohner sind bereits in andere Orte gezogen, mehr als 20 Menschen weigern sich jedoch, ihre Heimat zu verlassen. Gegen die Abrisspläne regt sich schon lange Protest.

Diskussionen und Festnahmen bei Klimacamp

Beim zweiten Klimacamp in Pödelwitz diskutieren nach Veranstalterangaben seit einer Woche Braunkohlegegner aus mehreren Ländern über Konzepte für eine ökologisch gerechte Gesellschaft. Konkret fordern sie unter anderem, das Dorf Pödelwitz zu erhalten, einen sofortigen Kohleausstieg sowie einen sozial gerechten Strukturwandel. Am Dienstag hat eine zehnköpfige Gruppe der Campteilnehmer einen Bagger im Tagebau Vereinigtes Schleenhain besetzt. Sie wurden wegen Hausfriedensbruch vorläufig festgenommen. Einer der Besetzer sitzt in Untersuchungshaft, weil er sich weigert, seine Identität preiszugeben.

Quelle: MDR/dpa/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.08.2019 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

MDR SACHSENSPIEGEL | 10.08.2019 | 19:00 Uhr

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14 Kommentare

12.08.2019 18:20 Fakt 14

>>Murx, #13:
"Personalien vestellen und dann Strom abschalten."<<
--------
Für den Murks können Sie sicherlich auch eine Rechtsgrundlage nennen, oder?

12.08.2019 14:25 Murx 13

Personalien vestellen und dann Strom abschalten.

11.08.2019 20:54 Denkender Bürger 12

Ich kenne niemanden in Neukieritzsch und der weiteren Umgebung, der über das sog. "Klimacamp" begeistert war - obgleich ich aus der Gegend bin und dort sehr viele Leute kenne.
Im Gegenteil:
Die Anwohner sind durch die Bank froh, wenn der Spuk endlich vorbei ist!

Soviel zu Thema Rückhalt in der Bevölkerung ...

11.08.2019 20:51 Schrumpel 11

Ich lese im Text von Braunkohlegegnern aus mehreren Ländern. Dazu eine Frage: Deutschland hat sich zum Ausstieg aus der Braunkohle bekannt. Deutschland hat schon vor Jahren den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Warum protestieren diese Leute nicht vor Kohlekraftwerken in Polen und Tschechien oder vor Atomkraftwerken in Frankreich bzw. Belgien? Soweit ich weiß hat sich keines dieser Länder zu irgendwelchen Ausstiegen verpflichtet.Warum also dort nicht, eventuell deswegen, weil dort die Behörden anders durchgreifen als bei uns? Und noch eine Frage, lieber MDR: Im Artikel ist wieder von Klimaaktivisten die Rede. Wie würden Sie es denn bezeichnen, wenn eine Gruppe von Menschen eines Ihrer Funkhäuser besetzt und den Programmablauf stört, weil denen die Art ihrer Berichterstattung nicht gefällt? Wären das dann für Sie auch Aktivisten, vielleicht sogar „Meinungsaktivisten“?

11.08.2019 17:27 Mane 10

Nr.9. Genau,die Grünen sind genau so schlimm wie die M. Nicht besser.

11.08.2019 13:45 Jens 9

Wenn es nach den Grünen geht gibt es keinen Atomstrom, keinen Kohlestrom und keine Stromtrasse von Nord nach Süd. Dann bekommt wieder jeder sein Lagerfeuer und eine Kerze für das Licht. Erst Denken dann Handeln. Aber soweit Denken die Klimaschützer nicht. Und wer hat die meisten Flugkilometer im Bundestag. Heuchler und Scheinheilige Grüne.

11.08.2019 12:01 Jörg 8

Wenn die so für das Dorf sind sollen sie doch hinziehen und leben das wollen die bestimmt nicht kein gutes Anschluss System an öffentlichen Nahverkehr und weit weg vom Schuss aber gegen Kohle und erhalten kämpfen sollen mal die Fragen die schon lange dort von ihren alten Haus in ein neues Haus gezogen sind die sind bestimmt glücklich alles neu keine Reparatur und Sanierung am alten Haus und vielleicht sogar Schulden frei

11.08.2019 10:26 Bundesbürger 7

Schöne Bilder von glücklich aussehenden tanzenden jungen eventorientierten Menschen (meist Frauen) . In welcher Beziehung stehen diese aber zu Pödelwitz und deren Einwohnerschaft? Vielleicht sollten auch einmal die wirklichen und direkt Betroffenen zu diesem Mummenschanz der umherreisenden "Aktivisten" zu Wort kommen. Das wäre ausgewogene und neutrale Berichterstattung!

11.08.2019 08:06 ralf meier 6

@Walter Nr 3: Sie fragen sich, warum mögliche Straftäter nicht verhaftet werden ?

Vielleicht hat das etwas mit einem politisch korrekten Zeitgeist zu tun, den der Journalist Jürgen Döschner im WDR Kommentar 'RWE-Vorgehen gegen Demonstranten Unangemessen und absurd' vom 16.08.2015 wie folgt auf den Punkt brachte: Er nannte Blockadeaktionen im Garzweiler Tagebau nicht legal aber legitim und lobte die 'Aktivisten'.

11.08.2019 00:24 DER Beobachter @ Walter 3 5

Hausfriedensbruch ist ausschließlich ein Antragsdelikt dessen, dessen Besitz ohne dessen Einverständnis betreten wurde oder Widerspruch nicht verlassen wurde. Für U-Haft gibt es nur die Gründe Verdunkelung/Fluchtgefahr/Wiederholungsgefahr/Gefährdung. Im vorliegenden Falle geht es wohl um eine Beugehaft, bis zuverlässig die Personaldaten bekannt sind. Über alles andere hat erst ein Gericht zu entscheiden...

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