Feld statt Gewächshaus Erdbeersaison bis zum ersten Frost

Erdbeeren aus Leipzig
Ingolf Tautz baut seit 1992 Erdbeeren an. Bildrechte: Barbara Brähler

Bei Landwirt Ingolf Tautz in Frankenheim bei Leipzig können Erdbeeren bis in den späten Herbst hinein auf dem Feld wachsen.

Der Kunde möchte über einen längeren Zeitraum seine Erdbeeren in einer kleineren Menge stetig zu Verfügung haben. Da sind wir als heimische Anbauer ein wenig benachteiligt wegen der klimatischen Bedingungen. Deshalb suche ich jetzt nach Wegen, die Erdbeerzeit zu verlängern, um den Kunden über eine längere Zeit Erdbeeren anbieten zu können.

Ingolf Tautz Landwirt und Herbst-Erdbeeren-Kreateur

Frost verhindert Wachstum

Ingolf Tautz Geheimnis seiner Herbst-Erdbeeren ist die Tatsache, dass das Obst eine Frostpflanze ist. Friert man die Pflanze bei -1,5 Grad ein, so hört sie auf, weiter zu wachsen. Deshalb holen die Pflanzenproduzenten die Erdbeeren im Dezember/Januar aus der Erde und frieren sie ein. Im Juni/Juli bekommen Landwirte wie Ingolf Tautz dann die Erdbeeren per Kühllaster geliefert, um sie anschließend einzupflanzen. Normalerweise werden Erdbeeren bereits im März/April gepflanzt. "Die Sonne und Vegetation tun dann ihr Übriges und die Pflanze gedeiht."

Erdbeeren aus Leipzig
Insgesamt hat Tautz 20 Hektar Spargel- und Erdbeerfelder, die in einem Radius von 50 Kilometer um Frankenheim liegen. Bildrechte: Barbara Brähler

Gute Pflege = Gute Erträge

Seit drei Jahren experimentiert Ingolf Tautz nun schon mit den Pflanzen. Viel Erfahrung habe er schon gesammlt, zum Beispiel wieviel Wasser benötigt wird, wie dick die Folie sein darf oder wie viel Sonne die Erdbeeren vertragen. Die aussichtsreichsten Sorten für diese Anbaumethode sind die hitzebeständige Deselect-Erdbeere und die Sorte Allegro. Bei guter Pflege - heißt viel Wasser und Dünger - bringen die Pflanzen ordentlich viele Erdbeeren hervor, so Tautz.

Erdbeeren aus Leipzig
So sehen Tautzsche Herbst-Erdbeeren aus. Bildrechte: Barbara Brähler

Weil die Erdbeeren im Herbst wegen der niedrigen Temperaturen in der Nacht langsamer reifen, werden sie auch seltener geerntet.

Wir haben im Herbst festgestellt, dass wir gar nicht jeden Tag pflücken können. Wir haben einen zweitägigen Ernte-Rhythmus - wenn es kalt ist sogar einen dreitägigen. Und geernet werden kann nur solange, bis die ersten Nachtfröste kommen.

Ingolf Tautz Landwirt

Quelle: MDR/bb/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.09.2020 | ab 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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