27.10.2019 | 18:21 Uhr | Update Bekennerschreiben nach Brandstiftungen in Connewitz aufgetaucht

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung verurteilt die jüngsten Krawalle im Stadtteil Connewitz. Am Wochenende war es wiederholt zu Ausschreitungen und Brandstiftungen gekommen. Zwei Polizisten wurden verletzt. Im Internet sind zwei Bekennerschreiben aufgetaucht.

Baustellenbrand Leipzig
In der Nacht zum Sonnabend brannte eine Baustelle im Leipziger Stadtteil Connewitz. Bildrechte: MDR/Lars Tuncay

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat die Ausschreitungen im Leipziger Stadtteil Connewitz verurteilt. Brandstiftung und Landfriedensbruch müssten "mit aller Konsequenz" durch die Justiz verfolgt werden, teilte er am Sonntag mit. In dem Zusammenhang begrüße er einen Stellenaufbau bei Polizei und Justiz in Sachsen. "Die Polizei bekommt von uns jede Unterstützung, die sie braucht, um gegen die Kriminalität auch in Connewitz vorzugehen", so Jung.

26-Jähriger festgenommen

In Leipzig-Connewitz musste die Feuerwehr die zweite Nacht in Folge unter Polizeischutz brennende Mülltonnen löschen. An insgesamt fünf Stellen gab es Brände. Die Polizei konnte nach eigenen Angaben einen 26 Jahre alten Verdächtigen feststellen. Gegen ihn wird wegen Sachbeschädigung ermittelt. In der Nacht zum Sonnabend hatten Unbekannte in dem Leipziger Stadtteil bereits Teile einer Baustelle und Mülltonnen angezündet. Eintreffende Polizisten wurden mit Feuerwerkskörpern, Flaschen und Steinen beworfen. Zwei Beamte wurden verletzt. Der Staatsschutz ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs.

Bekennerschreiben fordert "Bullenschweine raus aus Connewitz"

Ausschreitungen Connewitz
In der Nacht zum Sonnabend rückte die Polizei zu einem Großeinsatz nach Connewitz aus. Bildrechte: Silvio Bürger

Am Sonntag sind auf der Internetplattform indymedia zwei Bekennerschreiben aufgetaucht. Darin werden die Brandstiftungen und die Angriffe auf die Polizei eingeräumt. Die Polizei sei in dem Stadtteil unerwünscht, heißt es. Man löse die Konflikte unter sich. Außerdem heißt es wörtlich: "Lasst uns solche Angriffe öfter und überall durchführen!"

Die Verfasser des einen Schreibens widersprechen zugleich Angaben der Polizei, wonach auch Feuerwehrleute Ziel der Angriffe waren. "Zu keinem Zeitpunkt wurde die Feuerwehr angegriffen oder stellte das Feuer irgendeine Gefahr für AnwohnerInnen oder sonst jemanden dar." Der Leipziger Polizei war das Schreiben auf Anfrage von MDR SACHSEN am Sonntagabend noch nicht bekannt. Ob es als echt eingestuft werden kann, werde ab Montag das Polizeiliche Terrorismus- und Abwehrzentrum (PTAZ) prüfen, so ein Sprecher.

Tränengas eingesetzt?

In dem zweiten Schreiben werfen die Verfasser dem neuen Polizeipräsidenten Torsten Schultze vor, die Gangart gegen die Connewitzer Szene verschärft zu haben und dadurch schärfere Konfrontationen zu provozieren. In der Nacht zum Sonnabend sei zudem Tränengas eingesetzt worden. "Das austretende Tränengas war auch in den umliegenden Seitenstraßen und Wohnungen wahrzunehmen."

Quelle: MDR/lt/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.10.2019 | ab 13:00 Uhr in den Nachrichten

20 Kommentare

Ernst678 vor 48 Wochen

Agnostozismus ist die philosophische Ansicht, dass Annahmen ungeklärt oder nicht klärbar sind. Dazu gehören sie aber NICHT! Für sie ist jede Annahme geklärt wenn sie nur ordentlich gegen die angeblich Rechten loshetzen können. Doch darin das Linksextremisten (und muslimische Antisemiten) mit Samthandschuhen angefasst werden (siehe Connewitz und andere Leipziger Orte) haben sie Recht, und das ist die wahre Gefahr!

DER Beobachter vor 48 Wochen

Kriminalität lässt sich nie verhindern, auch nicht durch Vernachlässigung von Rechtsstaatlichkeit. Der konsequente Einsatz der polizeilichen Mittel gegen politische und sonstige Gewaltverbrecher erschwert aber deren Willen. Müsste allerdings - auch in Sachsen - konsequent gegen jeden Rechtsbrecher unabhängig von dessen Gesinnung umgesetzt werden, und daran haperts hier eigentlich...

Udo vor 48 Wochen

Daran ist gut zu erkennen, wie ernst man diese Kriminellen nimmt, wenn festgestellt wird:
Keine Wiederholungs-, Flucht- oder Verdunkelungsgefahr.
Was macht es schon, dass gleich am nächsten Tag die gleichen Gestalten ihr Unwesen treiben, Gefahr für sie besteht doch nicht.

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