Frei_Raum, Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig
Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

06.09.2019 | 16:55 Uhr Im Herzen von Leipzig entsteht ein Freiraum für Demokratie

Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig öffnet am Freitag ein Raum für Demokratie und Dialog. Sechs Wochen lang gibt es dort die Möglichkeit zur Diskussion, sowie Kunst und Kultur bei freiem Eintritt.

Frei_Raum, Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig
Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Der Leuschnerplatz in Leipzig wird ab Freitag zum dritten Mal zum "Frei_Raum" für Demokratie. 130 Veranstaltungen stehen in dem Pavillon auf dem Programm. Die Stiftung Friedliche Revolution will damit einen Ort für Dialog bieten. Das Ziel sei es, Menschen unterschiedlicher politischer Auffassungen miteinander ins Gespräch zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich mit Politikern, Experten und Kreativen auszutauschen, sagt Gesine Oltmans von der Stiftung Friedliche Revolution.

Frei_Raum für Demokratie in Leipzig

Vom 6.9. bis 9.10. öffnet auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz im Herzen von Leipzig ein Ort für Diskussion, Kunst und Kultur - täglich von 14 bis 23 Uhr.

Frei_Raum, Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig
Auf den Stelen gibt es Collagen und Fotografien von Andreas Rost zu sehen. Bildrechte: Stiftung Friedliche Revolution
Frei_Raum, Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig
Auf den Stelen gibt es Collagen und Fotografien von Andreas Rost zu sehen. Bildrechte: Stiftung Friedliche Revolution
Frei_Raum, Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig
Er fing die Leipziger Montagsdemonstrationen 1989 mit seiner Kamera ein. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Frei_Raum, Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig
In den Gesichtern der Menschen spiegeln sich gleichermaßen Angst und Hoffnung. Bildrechte: Andreas Rost
Frei_Raum, Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig
"Die Friedliche Revolution wird immer Thema sein, aber gleichzeitig auch ins Heute gespiegelt", sagt Jane Wegewitz von der Stiftung Friedliche Revolution. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Frei_Raum, Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig
Die Stiftung lädt ab Freitag sechs Wochen lang zum Dialog auf dem Leuschnerplatz. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
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Der Pavillon ist ein Angebot an alle, die in dieser Stadt unterwegs sind, sich mit 1989 mal in einer anderen Form zu beschäftigen. Ein Angebot, sich mit Hilfe von Filmen und Ausstellungen darüber zu informieren, aber auch darüber auszutauschen, sich möglicherweise zu streiten oder sich den Rücken zu stärken, je nachdem wie sich die Themen entfalten.

Gesine Oltmans Stiftung Friedliche Revolution

Aktionstage zu vielfältigen Themen

Herzstück der Veranstaltungsreihe sind die Aktionstage an drei Samstagen im September, erklärt Jane Wegewitz von der Stiftung. "Am 14.9. geht es um das Thema Obdachlosigkeit. Da stellen sich Initiativen vor, die im Bereich Wohnungslosigkeit in Leipzig arbeiten. Man kann ihre Arbeit anschauen oder auch Sachspenden abgeben wie etwa Schlafsäcke."

Ein weiteres Thema wird der Umwelt- und Klimaschutz sein. "Hier kann man seine eigenen Vorstellungen einer klimafreundlichen Stadt einbringen. Diese Ideen werden dann am Abend Teil eines Panels sein und ganz praktisch in konkrete Schritte für die Zukunft überführt."

Am Aktionstag Bildung und Inklusion eröffnet ein "interkultureller Schönheitssalon" auf dem Platz, bei dem "Expertinnen zur Schönheit des Zusammenlebens mit den Menschen ins Gespräch kommen", erklärt Wegewitz. "So soll ein Austausch über verschiedene Lebensweise entstehen und Barrieren abgebaut werden."

Der Schwerpunkt unseres Engagements ist es, in der heutigen Zeit demokratischen Strukturen zu stabilisieren.

Jane Wegewitz Stiftung Friedliche Revolution

Angst spürbar

Im Pavillon gibt es 80 Sitzplätze, rund 500 Menschen finden im Außenbereich Platz. Die Plattform zum Dialog sei wichtiger denn je, sagt Wegewitz: "Gerade nach den Wahlergebnissen in Sachsen. Wir haben das auch hier beim Aufbau der Ausstellung gemerkt, dass ständig Leute auf uns zukommen und sagen: 'Das ist gut, dass Sie jetzt hier was machen. Wir haben gerade ein bisschen Angst.'" Die Friedliche Revolution sei im historischen Hintergrund immer Beispiel dafür, wie man auf friedlichem Wege eine Umwälzung herbeiführen kann, sagt Wegewitz. "Deshalb wird sie auch immer Thema sein, aber gleichzeitig auch ins Heute gespiegelt."

Niederschwelliger Austausch

2014 war die Stiftung Friedliche Revolution zum ersten Mal auf dem Platz präsent. "Das war noch vor den Pegida- und Legida-Demonstrationen", erinnert sich Oltmanns. "Da haben wir gemerkt, dass die Möglichkeit, sich ganz niederschwellig auszutauschen und seine Meinung zu äußern, fehlt."

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.09.2019 | ab 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2019, 17:21 Uhr

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