Wenige Tage vor der Eröffnung eines neuen Discounters in Leipzig blickt eine Frau durch die Fenster des Geschäfts.
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Supermarkt-Konkurrenz Russischer Discounter öffnet erste deutsche Filiale in Leipzig

Die Supermarkt-Landschaft in Leipzig wird etwas bunter: Am Dienstag ist im Norden der Stadt die erste deutsche Filiale der russischen Discounter-Kette "Mere" eröffnet worden. Das Unternehmen wirbt mit "Tiefstpreisen".

Wenige Tage vor der Eröffnung eines neuen Discounters in Leipzig blickt eine Frau durch die Fenster des Geschäfts.
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Im Leipziger Ortsteil Portitz ist am Dienstag die erste Filiale eines russischen Discounters in Deutschland eröffnet worden. Der neue Supermarkt trägt den Namen "Mere". Dahinter steckt die deutsche Tochterfirma des russischen Unternehmens Torgservis, die hierzulande unter dem Namen TS Markt GmbH firmiert.

Blick in einen leeren Discounter
Blick in den neuen Markt: Ab Dienstag sollen Kunden hier einkaufen können. Bildrechte: MDR/Alexander Grunow

Der Markt hat sich in einer ehemaligen Aldi-Filiale einquartiert und bietet auf knapp 1.000 Quadratmetern hauptsächlich Lebensmittel an. Dabei wirbt das Unternehmen mit dem Motto "Jeden Tag nur Tiefstpreise". Die Gestaltung der Verkaufsfläche soll sehr schlicht gestaltet sein: "Unser Anspruch als Discount-Markt soll sich auch in unserer Ladenausstattung widerspiegeln. Eine zweckoptimierte und minimalisierte Ausrüstung, die nur auf einfache Warenpräsentation und Preisfokussierung ausgerichtet ist", heißt es auf der Mere-Webseite.

Mögliche Expansion in Ostdeutschland

Das Unternehmen will nach Angaben auf der Homepage eine Filialnetz mit über 100 Standorten aufbauen. Gesucht werden Immobilien in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Berlin. Laut aktuellen Stellenausschreibungen könnte in Zwickau der nächste Markt eröffnet werden, da dort ein Filialleiter gesucht wird.


Gespräch mit MDR-Ostblogger Maxim Kireev über den neuen Discounter

Wie würden Sie das Konzept des russischen Discounters beschreiben?

Ich würde das jetzt mal als harter Discount einschätzen. Da ist überhaupt kein Schnickschnak und alles auf das Nötigste reduziert. Es ist eine Halle mit minimalen Regalen. Die Waren liegen ganz einfach in Kartons. Die meisten Verpackungen sind einfach nur aus Plastikfolie, ohne farbliche Aufdrucke. Es ist das Günstigste vom günstigsten. Und die haben tatsächlich in der russischen Provinz recht großen Zuspruch. Sie haben mittlerweile fast 800 Läden - auch in Weißrussland, Kasachstan, China und Rumänien - jetzt ist wohl Deutschland dran.

Woher bezieht der Discounter seine Waren?

Das überwiegende Sortiment wird wahrscheinlich aus Deutschland sein, weil sobald man aus Russland Waren nach Deutschland importiert, werden sie natürlich teurer. Und es geht wirklich darum, Kampfpreise anzubieten und bis zu 20 Prozent - das ist deren Ansage - günstiger zu sein als Aldi und Lidl.

Warum expandiert das Unternehmen Ihrer Meinung nach nach Deutschland?

Sie glauben, dass es in Deutschland wieder eine Nische gibt, weil die Discounter mittlerweile so ein bisschen auf die Mittelklasse zielen. Und die Deutschen haben natürlich auch den Ruf, dass sie bei Lebensmitteln und überhaupt sehr sparsam sind.

Schild mit einem "Stellenangebot" in einem Fenster
Vergangegen Donnerstag wurden über einen Aushang an einer Scheibe des Discounters noch Mitarbeiter gesucht. Bildrechte: MDR/Alexander Grunow

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.01.2019 | 05:30 Uhr in den Nachrichten des Regionalstudios Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2019, 13:03 Uhr

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