Bestenliste Feuerwehr führt Gemeinwohlatlas in Leipzig an

Stadt Leizpig
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Die Leipziger Handelshochschule (HHL) hat über Leipzig den weltweit ersten Atlas zum Gemeinwohl auf Stadtebene erstellt. Die Studienergebnisse wurden am Donnerstag offiziell vorgestellt. Ermittelt wurden die Daten im Juni und Juli dieses Jahres mittels eines Online-Fragebogens.

Gute Noten für Feuerwehr

Demnach schätzen die befragten Leipziger besonders die Feuerwehr. Die Brandschützer bekamen mit 5,47 die Bestnote, gefolgt vom Zoo Leipzig auf Rang zwei mit der Note 5,42 und dem Gewandhaus mit 5,18 auf Platz drei. Dagegen wurden das Amazon Logistzentrum (Platz 27/Note 3,72), die Agentur für Arbeit Leipzig (Platz 28/Note 3,70) und der Fußballverein Lok Leipzig (Platz 29/Note 3,66) zwar mit durchschnittlichen Noten bewertet, sie kamen allerdings damit nur auf die letzten Plätze. Nach Angaben der Wissenschaftler sahen die befragten Leipziger bei den Organisationen und Einrichtungen auf den Plätzen 24 bis 29 in puncto Gemeinwohl noch Luft nach oben.

Feuerwehrfahrzeug
Die Feuerwehr Leipzig wird von den Leipzigern sehr geschätzt. Ihr wird im Gemeinwohlatlas Leipzig 2020 die Bestnote vergeben. Bildrechte: Dirk Knofe



Mit der Studie will die HHL mehrere Dinge bezwecken. Die erhobenen Daten könnten zum einen als Orientierungshilfe bei Konsumentscheidungen und Arbeitgeberwahl helfen oder bei der Diskussion zum Gemeinwohl beitragen. Zum anderen könnten sie das unternehmerische und bürgerliche Gemeinwohldenken stärken, was in Leipzig historisch tief verankert ist. Aber auch den Organisationen helfen, ihre Stellung innerhalb der Gesellschaft zu bestimmen.

Entscheidend ist nicht so sehr der Rankingplatz; eher steht die Frage im Raum, welche Botschaft die Bevölkerung mit ihrer "Abstimmung" sendet. 

Timo Meynhardt Wirtschaftspsychologe Handelshochschule Leipzig

Gemeinwohlatlas Leipzig 2020

Ein Balkendiagramm
Die Benotung des Gemeinwohls erfolgte von eins bis sechs, wobei anders als in der Schule die Note "6" die beste Zensur ist. Bildrechte: MDR / panthermedia

Wie gemessen wurde

Insgesamt wurden 644 Personen im Alter zwischen 18 und 89 Jahren befragt. Die HHL wollte wissen, wie sie Unternehmen, Einrichtungen, Vereine und Verbände in puncto Gemeinwohl einschätzen. Das Gemeinwohl wird laut der Forscher an vier menschlichen Grundbedürfnissen gemessen:

  • Orientierung und Kontrolle (Aufgabenerfüllung)
  • positiven sozialen Beziehungen (Zusammenhalt)
  • Selbstwerterhalt (Moral)
  • positiven Erfahrungen (Lebensqualität)


Aus diesen vier Grundbedürfnissen leiteten die HHL-Wissenschaftler um Studienleiter Timo Meynhardt Fragen zum Beitrag einer jeden Einrichtung ab: Trägt die Organisation zur Lebensqualität bei, leistet sie im Kerngeschäft gute Arbeit, handelt sie anständig, trägt sie zum Zusammenhalt bei? Die befragten Leipziger konnten dabei Noten zwischen eins und sechs vergeben. Anders als in der Schule ist die Sechs die beste Zensur, die Eins die schlechteste.

Auch die Auswahl der Organisationen wurde wissenschaftlich unterstützt. Anhand klar definierter Kriterien wählten die Wissenschaftler 29 Leipziger Unternehmen, Einrichtungen und Verbände aus. So war der Standort Leipzig wichtig, die Organisation musste stadtbekannt sein. Auch Beschäftigungszahlen und Umsatz wurden bei der Auswahl berücksichtigt. Aufgeteilt wurden die 29 Betriebe dann in drei Kategorien: Unternehmen, Öffentlicher Sektor und Verbände/Vereine.

Gemeinwohlatlas Der Gemeinwohlatlas Leipzig ist der siebte Atlas, den HHL-Professor Timo Meynhardt und sein Team entwickelt haben. 2014, 2015, 2017 und 2019 untersuchten die Forscher den Beitrag von Organisationen für das Gemeinwohl in der Schweiz. 2015 und 2019 wurde ein solcher Atlas für Deutschland veröffentlicht. Demnächst soll noch der Gemeinwohlatlas für Japan erscheinen.

Quelle: MDR/bb/lvz

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.10.2020 | 18:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

1 Kommentar

Berg11 vor 3 Wochen

Logo, ...damit bin ich einverstanden 1+ , weil die Feuerwehr in Leipzig wirklich viele Autos und Baumaschinen löschen muss, vor allem zur "dunklen (feigen) Stunde". Die Leipziger Polizei und den Rettungsdienst (24 h Schichtsystem, Mo - So) würde ich gerne weiter vorn sehen.

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