27.04.2020 | 09:58 Uhr Leipzig ist Deutschlands Hauptstadt der Fahrraddiebe

Ein Fahrrad vor einer Wand, halb verschwunden.
Bildrechte: MDR/Unsplash/Joe Woods

In Leipzig werden gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Fahrräder gestohlen. An der Pleiße kamen im vergangenen Jahr 1.700 geklaute Räder auf 100.000 Einwohner, hat das Vergleichsportal Check24 nach Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik veröffentlicht. Damit gab es in Leipzig fünf Mal so viele Diebstähle wie im Bundesdurchschnitt. Der liegt laut Analyse bei 335 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Bereits in den Vorjahren hatte Leipzig die meisten Fahrraddiebstähle zu verzeichnen.

Diese Städte folgen Leipzig auf den weiteren Plätzen:

  • Münster mit 1.374 Fahrraddiebstählen auf 100.000 Einwohner
  • Bremen hatte 994 Fälle
  • Berlin kam auf 788 Raddiebstähle je 100.000 Einwohner
  • Hamburg taucht mit 656 Radl-Diebstählen auf
  • In Großstädten wie München (378 Fälle) und Stuttgart (168) wurden deutlich Fahrraddiebstähle je 100.000 Einwohner registriert.

Raddiebstahl häufigste Straftat in Sachsen

Die Anzahl der Fahrraddiebstähle ist in ganz Sachsen von 18.988 Fällen im Jahr 2018 auf 21.021 im vergangenen Jahr. "Damit waren Fahrraddiebstähle die häufigste Straftat 2019 im Freistaat Sachsen", bilanzierte das Landeskriminalamt. Damit die Polizei Fahrraddiebstähle aufklären kann, braucht sie möglichst viele Informationen, die die Besitzer parat haben sollten. Dazu gehöre ein vollständiger Fahrradpass mit Beschreibung der Ausstattung und Typ-Benennung, der Rahmennummer und Informationen über verbauten Teile

Besonders hochwertige Räder oder Individualaufbauten, sollten möglichst auch fotografisch dokumentiert werden.

Landeskriminalamt Sachsen

Stabile Schlösser, richtiges Anschließen - auch zu Hause wichtig

Nur noch das Vorderrad ist an einem Fahrradständer angeschlossen
Bildrechte: imago/Markus Tischler

Hochwertige Fahrräder sollten ausreichend geschützt werden. "Als Faustregel gilt, etwa zehn Prozent des Neuwertes des Rades in den Kauf eines Schlosses zu investieren", rät der Leiter der Zentralstelle für Prävention des LKA, Ralf Richter. Stabile Bügel-, Falt- oder Kettenschlösser böten größere Sicherheit als einfache Spiral- oder Rahmenschlösser. Neben einem hochwertigen Schloss sei auch das richtige Anschließen des Fahrrades wichtig. Nur mit dem Schloss das Vorder- oder Hinterrad zu blockieren, genüge nicht. Denn: "Diebe können blockierte Räder mühelos wegtragen oder verladen.

"Empfohlen wird die Nutzung der sogenannten 'Anlehnbügel', die immer häufiger zu finden sind", erklärt Ralf Richter. Sein Rad sollte man auch im Keller oder Fahrradabstellraum an feste Gegenstände anschließen. Fahrradfahrer sollten als Abstellorte dunkle, schlecht einsehbare oder einsame Ecken meiden. Auch hier gilt laut LKA da Motto: "Öffentlichkeit schützt vor Diebstahl".news

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.04.2020 | ab 12:30 Uhr mit weiteren Polizeimeldungen in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Quelle: MDR/kk/AFP

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