13.04.2019 | 17:38 Uhr Von Leipzig nach Chemnitz: Radsportler setzen Zeichen gegen Rechts

Rund 210 Kilometer mit dem Rad gegen Rechts: Die Radsportgruppe Roter Stern ist zum zweiten Mal zu einer Tour aufgebrochen, bei der sie den Sport mit einem politischen Anliegen verbinden. Am Samstagmorgen machten sich die Radler von Leipzig aus auf den Weg nach Chemnitz.

Fahrraddemo Roter Stern von Leipzig nach Chemnitz
Gegen 16 Uhr erreichte die Radsportgruppe Chemnitz. Bildrechte: Christoph Wittwer

Bei Schneetreiben und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt sind am Samstagmorgen rund 40 Radler der Radsportgruppe Roter Stern zu einer zweitägigen Fahrraddemo aufgebrochen. Unter dem Motto "Verantwortung erfahren - Gemeinsam gegen alte und neue Nazis" will die Leipziger Radsportgruppe mit der Tour ein Zeichen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft setzen. "Die Orte, durch die wir fahren werden, stehen exemplarisch für rechtsextreme Aktivitäten und Strukturen, aber ebenso für den Widerstand dagegen", teilte der Verein im Vorfeld mit.

Fahrraddemo der Radsportgruppe Roter Stern

Die Fahrraddemonstration der Leipziger Radsportgruppe "Roter Stern" führt von Leipzig über Wurzen nach Chemnitz und zurück.

Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig
Am Samstagmorgen fanden sich rund 40 Radler auf dem Leipziger Augustusplatz ein. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig
Am Samstagmorgen fanden sich rund 40 Radler auf dem Leipziger Augustusplatz ein. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig
Mt dabei waren auch Politiker und Radsportlegende Petra Rossner. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig
Von Leipzig aus setzte sich der Tross flankiert von einer Polizeieskorte in Bewegung. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig
Das erste Ziel war das 30 Kilometer entfernte Wurzen. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig
Dort legte die Gruppe gemeinsam mit Oberbürgermeister Jörg Röglin einen Kranz nieder. Bildrechte: Christoph Wittwer
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig. Gedenkstein mit Blumenkranz und Banner mit der Aufschrift - ''Verantwortung erfahren Roter Stern Leipzig''.
Er soll an die Opfer der Todesmärsche im Zweiten Weltkrieg erinnern. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig
Um halb zwölf setzte sich die Gruppe wieder in Bewegung. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig
Gemeinsam mit dem Bund der Antifaschisten ging es zum Netzwerk Demokratische Kultur in Wurzen. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig.
Hier legten die Radler eine kurze Pause ein, ... Bildrechte: Christoph Wittwer
Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig.
... bevor es über Grimma und Colditz weiter nach Chemnitz ging. Bildrechte: Christoph Wittwer
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Leipzig-Chemnitz-Leipzig

Die Leipziger Radsport-Olympiasiegerin Petra Rossner schickte die Radler am Morgen auf den Weg. Vom Leipziger Ausgustusplatz startete die Gruppe mit Polizeibegleitung nach Wurzen. Gemeinsam mit Wurzens Oberbürgermeister Jörg Röglin, dem Bund der Antifaschisten und dem Wurzener Netzwerk Demokratische Kultur legten die Radsportler dort am Gedenkstein zur Erinnerung an die Todesmärsche im Zweiten Weltkrieg einen Kranz nieder. Am Nachmittag erreichte die Gruppe Chemnitz, wo sie am Abend im Alternativen Jugendzentrum erwartet wird. Hier wollen die Radsportler an die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in der Stadt im September 2018 erinnern. Am Sonntag geht es dann zunächst vom Karl-Marx-Denkmal über Burgstädt nach Borna zu einem Treffen mit dem Verein Bon Courage. Gegen Abend wird die Fahrraddemo dann wieder in Leipzig eintreffen.

Radsport und Politik

Fahrraddemo Roter Stern Leipzig-Wurzen-Chemnitz-Leipzig
Leipzigs Linken-Vorsitzender Adam Bednarsky und Organisator Christoph Wittwer vom Roten Stern Leipzig Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

"Verantwortung erfahren, heißt für uns aus der Geschichte lernen", erklärt Organisator Christoph Wittwer. "Wir besuchen unterwegs Mahnmäler und Gedenkstätten und verknüpfen das mit politisch aktuellen Themen. Wir verbinden Breitensport mit einem politischen Inhalt." Anlass in diesem Jahr seien die Landtagswahlen, sagt Wittwer. "Wir wollen nochmal darauf hinweisen, was am 1. September in Sachsen droht: eine Regierung aus CDU und AfD. Und das finden wir nicht gut." Im vergangenen Jahr führte die Tour zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald in Thüringen.

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.04.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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