14.07.2020 | 15:00 Uhr Fahrradgate: Innenministerium ermittelt gegen 45 Beamte der Polizeidirektion Leipzig

Ein Fahrrad vor einer Wand, halb verschwunden.
Mehr als 1.000 sichergestellte Fahrräder sollen vier Jahre lang bei der sächsischen Polizei über einen zwischengeschalteten Verein weiterverkauft worden sein. Bildrechte: MDR/Unsplash/Joe Woods

Im Fall des illegalen Verkaufs von sichergestellten Fahrrädern im Bereich der Leipziger Polizeidirektion wird gegen insgesamt 95 Beschuldigte ermittelt. Das teilte Sachsens Innenminister Wöller auf eine Kleine Anfrage des Linke-Landtagsabgeordneten Marco Böhme mit. 45 Beschuldigte stammen demnach aus der Polizeidirektion Leipzig. Böhme stellte eigenen Angaben zufolge insgesamt 89 Fragen schriftlich an das Innenministerium, die nun nach und nach beantwortet werden sollen.

Weitreichende Verwicklungen

Unter den weiteren Beschuldigten seien unter anderem Personen aus der Dresdner Polizei, aus dem Landeskriminalamt, aus dem Präsidium der Bereitschaftspolizei und ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Leipzig. Ihnen werde Bestechung, Vorteilsnahme und Beteiligung an Unterschlagungen vorgeworfen. Wie hoch der entstandene Schaden ist, konnte Wöller noch nicht sagen. Einige Beschuldigte seien versetzt worden. Außerdem seien dienstrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden.

Strafanzeige bereits 2019

Ursprünglich war Wöller zufolge gegen 111 Beschuldigte ermittelt worden. Die Verfahren gegen 16 Personen seien eingestellt worden. Eine Polizistin der Polizeidirektion wird den Angaben zufolge verdächtigt, von spätestens Januar 2015 bis September 2018 Fahrräder aus der Asservatenkammer unrechtmäßig verkauft zu haben. Im Juli vergangenen Jahres wurde daher Strafanzeige gestellt.

Quelle: MDR/bb/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.07.2020 | ab 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig
MDR SACHSENSPIEGEL | 14.07.2020 | 19:00 Uhr

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