Ermittlungen Festnahme und Durchsuchungen in Leipzig

Blaulicht eines Polizeiautos
Bildrechte: MDR/Silvio Dietzel

In Leipzig hat es eine Festnahme und Durchsuchungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer linksextremistischen Vereinigung gegeben. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wurde eine Frau festgenommen. Sie soll am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Wohnungen der Frau sowie zweier weiterer mutmaßlicher Mitglieder der linksextremistischen Vereinigung seien durchsucht worden. Grundlage der Durchsuchungen seien Beschlüsse eines Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs gewesen.

Schwere Vorwürfe

Die festgenommene Frau soll sich spätestens ab September 2019 an einer kriminellen Vereinigung beteiligt zu haben. Ihr wird innerhalb der Vereinigung eine "herausgehobene Stellung" zugeschrieben. Zudem bestehe unter anderem der dringende Tatverdacht der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung, des besonders schweren Landfriedensbruchs sowie der Urkundenfälschung.

Hintergrund der "kriminellen Vereinigung"

Die Bundesanwaltschaft beschreibt die Vereinigung, der die Beschuldigte angehören soll, als linksextremistisch. Alle Mitglieder teilen den Angaben zufolge eine "militante linksextremistische Ideologie, die eine Ablehnung des bestehenden demokratischen Rechtsstaates, des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung sowie des staatlichen Gewaltmonopols beinhaltet." Vor diesem Hintergrund führe die Vereinigung Angriffe gegen Personen durch, die "aus Sicht der Vereinigung der 'rechten Szene' angehören."

Anschläge auf "rechte Szene" in Thüringen geplant

Die Bundesanwaltschaft bringt die mutmaßliche Linksextremistin mit mehreren Anschlägen in Verbindung. Sie soll am 19. Oktober 2019 mit bis zu 15 weiteren Menschen einen Anschlag auf eine Gaststätte in Eisenach verübt haben. Dabei sollen sie Gäste und Inhaber unter anderem mit Schlagstöcken und sogenannten Reizsprühgeräten verletzt haben. Zudem seien mehrere Fensterscheiben und Teile des Inventars zerstört worden. Das Lokal sei ein mutmaßlicher Treffpunkt der "rechten Szene".

Laut Bundesanwaltschaft hat die Tatverdächtige zwei weitere Anschläge auf den Wirt der Eisenacher Gaststätte geplant. Unter anderem hätten sie den Inhaber und seine Begleiter in der Nähe seiner Wohnung mit Schlagstöcken, und mehreren Werkzeugen überfallen. Dabei seien die Opfer verletzt worden.

Im Juni dieses Jahres sei die Frau außerdem an der Vorbereitung eines Anschlags in Leipzig beteiligt gewesen, hieß es in einer Erklärung der Bundesanwaltschaft. Allerdings habe der Anschlag nicht stattgefunden.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.11.2020 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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