Eine Reinigungskraft bei der Arbeit
Ende Juli hatte die Arbeitgeberseite den Rahmentarifvertrag der Gebäudereiniger-Branche aufgelöst. Ende September soll weiter verhandelt werden. Bildrechte: Gewerkschaft IG Bau

25.09.2019 | 16:26 Uhr Gebäudereiniger in Dresden und Leipzig legen Arbeit nieder

Die Interessensgemeinschaft Bau hat wegen des anhaltenden Tarifstreits in der Gebäudereiniger-Branche zu 48-stündigen Warnstreiks aufgerufen. Am Mittwoch legten Beschäftigte in Dresden ihre Arbeit nieder. Am Donnerstag sollen sich auch Gebäudereiniger in Leipzig beteiligen.

Eine Reinigungskraft bei der Arbeit
Ende Juli hatte die Arbeitgeberseite den Rahmentarifvertrag der Gebäudereiniger-Branche aufgelöst. Ende September soll weiter verhandelt werden. Bildrechte: Gewerkschaft IG Bau

Zentrales Anliegen der Gewerkschaft ist die Forderung nach Weihnachtsgeld - dem sogenannten 13. Gehalt. Außerdem sollen Fachkräfte besser eingruppiert und ein verbindlicher Urlaubsanspruch für die Branche defiiert werden, erklärt die IG Bau. Im September war die fünfte Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Situation spitzt sich zu

Nach Beobachtungen der IG Bau drängen derzeit viele Reinigungsfirmen ihre Beschäftigten dazu, schlechtere Arbeitsverträge mit gestrichenen Zuschlägen und weniger Urlaubstagen zu unterschreiben. "Das Unternehmen startet den Versuch, den Lohn zu drücken", meint Mirko Hawighorst, Vorsitzender der IG Bau Mitteldeutschland. "Und das insbesondere bei denen, die ohnehin auf jeden Euro achten müssen: bei Teilzeitkräften und Mini-Jobbern." Denn, so Hawighorst, nachdem das Bundesarbeitsgericht in einem aktuellen Urteil entschieden habe, dass auch Teilzeitkräften der Überstundenzuschlag zustehe, hätten die Arbeitgeber kurzerhand den Rahmentarifvertrag Ende Juli platzen lassen.

Arbeitgeberseite lehnt Forderungen ab

Eine Frau putzt den Fußboden.
Die Arbeitgeberseite will die Einzelheiten des Rahmentarifvertrages erst bei den Lohntarifverhandlungen im kommenden Jahr ausarbeiten. Bildrechte: dpa

Der Bundesinnungsverband hat die bisherigen Forderungen abgelehnt, signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft. Allerdings sollen die Einzelheiten erst im Rahmen der Lohntarifverhandlungen im kommenden Jahr geklärt werden. Der Urlaubsanspruch soll laut Verband von 28 auf 30 Tagen steigen, aber an die Länge der Branchenzugehörigkeit gekoppelt sein. Wenn Gebäudereiniger zudem länger als acht Stunden am Tag arbeiten, soll es ebenfalls Zuschläge geben.

Zentrale Kundgebung am Donnerstag

Laut IG Bau ist für Donnerstag eine zentrale Kundgebung in Leipzig geplant. Erwartet werden mehrere Hundert Teilnehmer, heißt es in einer Mitteilung. Am Mittwoch wurde bereits in Dresden gestreikt. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde am 30. September erhöht werden, erklärt Mirko Hawighorst: "Die letzte Verhandlungsrunde hat gezeigt, dass wir weit auseinanderliegen".

Quelle: MDR/fg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.09.2019 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Claus Weselsky 1 min
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Zuletzt aktualisiert: 25. September 2019, 16:26 Uhr

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