Neues Rathaus Leipzig
Am Goerdeler-Denkmal vor dem Neuen Rathaus in Leipzig findet die Gedenkveranstaltung statt. Bildrechte: dpa

19.07.2019 | 05:00 Uhr Leipzig erinnert an gescheitertes Hitler-Attentat

Vor 75 Jahren fand das Attentat auf Adolf Hitler statt, mit dem das nationalsozialisitische Regime gestürzt werden sollte. Die Stadt Leipzig gedenkt der Widerständler und Opfer - auch mit einer Ausstellung im Rathaus.

Neues Rathaus Leipzig
Am Goerdeler-Denkmal vor dem Neuen Rathaus in Leipzig findet die Gedenkveranstaltung statt. Bildrechte: dpa

Einen Tag, bevor sich der Anschlagsversuch auf Adolf Hilter zum 75. Mal jährt, erinnern die Stadt Leipzig und Vertreter der Bundeswehr an Widerständler und Opfer. Über 200 Männer und Frauen wurden infolge des missglückten Attentats ermordet. Die Stadt hat einen besonderen Bezug zu dem historischen Ereignis: Der ehemalige Leipziger Bürgermeister Carl Friedrich Goerdeler war an den Vorbereitungen des Anschlags beteiligt.

Gedenken am Goerdeler-Denkmal

Dr. Carl Friedrich Goerdeler
Carl Friedrich Goerdeler war an den Planungen zum Hitler-Attentat beteiligt. Bildrechte: IMAGO

Am späten Vormittag werden Torsten Bonew, Erster Bürgermeister der Stadt Leipzig, und Generalmajor Norbert Wagner von der Bundeswehr einen Kranz am Goerdeler-Denkmal vor dem Neuen Rathaus niederlegen. Neben Bonew wird auch Andreas Goerdeler, Enkel von Carl Friedrich Goerdeler, eine kurze Rede halten. Interessierte können sich der Gedenkveranstaltung anschließen und im Anschluss noch eine themenbezogene Ausstellung im Neuen Rathaus besuchen.

Die Schau widmet sich unter der Überschrift "Unsere wahre Identität sollte vernichtet werden" den Kindern der Verschwörer, die nach dem 20. Juli 1944 nach Bad Sachsa verschleppt wurden. Bis zu 200 Kinder, deren Väter hingerichtet und Mütter inhaftiert wurden, waren von ihren Familien und Geschwistern getrennt worden und hatten neue Namen erhalten. Ihr Schicksal ist noch bis zum 22. Juli 2019 in der Unteren Wandelhalle nachzuverfolgen.

Gedenkveranstaltung in Dresden

Auch in Dresden gibt es ein Ehrengedenken anlässlich des 75. Jahrestages des von Stauffenberg versuchten Attentats auf Hitler. Dieses Ereignis "ist heute Symbol des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus geworden", heißt es aus der Staatskanzlei. An der Veranstaltung werden Ministerpräsident Michael Kretschmer, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert sowie Oberst Klaus Finck, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen, teilnehmen.

Quelle: MDR/cg/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.07.2019 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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2 Kommentare

19.07.2019 13:22 Richard Rumbold 2

Als Journalisten sollten auch Mitarbeiter des MDR ein gewisses Geschick bei der Ausformulierung von Schlagzeilen und Überschriften besitzen. Die Opfer des Hitler-Attentats war natürlich Hitler und seine Gefolgsleute, die am 20.07.1944 an der Besprechung in der Wolfschanze teilnahmen. Denen wird hoffentlich in Leipzig nicht gedacht. Gemeint sind ja wohl die Opfer
(vor allen Dinge unbeteiligte Familienangehörige) der Verfolgungen nach der Niederschlagung des Aufstandsversuches. Das ordentlich in der Überschrift zu formulieren, sollten man eigentlich hinbekommen.

[Lieber Richard Rumbold,
wir stimmen Ihnen zu. Vielen Dank für den Hinweis. Die zuständigen Kollegen sind informiert. Herzliche Grüße aus der MDR.de Redaktion]

19.07.2019 11:35 Kirchenmitglied 1

Der Begriff der Identitätsvernichtung wird ja auch heute in einem gewissen Dunstkreis wieder gern verwendet. Die Verschleppung der Kinder nach Bad Sachsa zeigt, wer die wahren Identitätsvernichter in unserem Volk waren und sind.

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