19.06.2019 | 16:25 Uhr Zwei Fingerkuppen auf Kreuzfahrt eingebüßt - Sächsin könnte 6.000 Euro bekommen

im Hafen vor Anker - MSC Kreuzfahrt Schiff Poesia
Auf einem Schiff der Reederei MSC hat sich eine Frau schwer verletzt. Ihr mussten zwei Fingerkuppen amputiert werden. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO

Auf einer Kreuzfahrt hatte sich eine Passagierin aus Schkeuditz so übel die Finger in einer Tür eingeklemmt, dass ihr noch an Bord zwei Fingerkuppen amputiert werden mussten. Als Schmerzensgeld und Schadenersatz könnte sie nun 6.000 Euro bekommen - sofern die Prozessbeteiligten den am Mittwoch vor dem Landgericht München I ausgehandelten Vergleich nicht in den kommenden Wochen widerrufen. Der Frau war vor einem Jahr auf einer Mittelmeerkreuzfahrt im Hafen von Split eine der schweren Außentüren mit derart viel Wucht auf die Finger gefallen, dass sie sich die zwei Kuppen an der rechten Hand unrettbar quetschte. (AZ 22 O 318/19) "Ich habe in mein rohes Fleisch geguckt und habe nur geschrien: 'Meine Finger sind ab'", berichtete die Frau. Sie sei dann umgehend zum Schiffsarzt gerannt.

War die Tür kaputt?

Auch die Anwältin der Reederei nannte den Vorfall tragisch. "Eine andere Frage ist, ob eine zufallende Tür aufgrund einer Windböe überhaupt jemand anderem angelastet werden kann." Die Klägerin hingegen machte geltend, dass der Sicherungsmechanismus der Tür kaputt gewesen und erst nach ihrem Unfall repariert worden sei.

Im Mittelpunkt der Güteverhandlung stand zunächst die juristische Problematik, dass die Frau mit der deutschen Unternehmenstochter nicht die als Reiseveranstalterin auftretende Konzernmutter aus der Schweiz verklagt hatte. Dennoch stimmte deren Rechtsanwältin dem vom Gericht vorgeschlagenen Vergleich zu, ließ aber die Möglichkeit eines Widerrufs offen. Sollte es tatsächlich zu einer Hauptverhandlung kommen, würden dann auch Zeugen zum Zustand der Tür befragt.

Quelle: MDR/lam/dpa

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