17.06.2020 | 16:56 Uhr Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Leipziger "Fahrrad-Gate"

Ein Fahrrad vor einer Wand, halb verschwunden.
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In der Affäre um aus der Asservatenkammer verkaufte Fahrräder bei der Polizeidirektion Leipzig ermittelt jetzt die Generalstaatsanwaltschaft. Wie die Behörde in Dresden mitteilte, hat sie die Ermittlungen am Mittwoch "wegen der herausgehobenen Bedeutung, des Umfangs der Ermittlungen und einer Vielzahl beschuldigter Beamter und Angestellter im polizeilichen Dienst" an sich gezogen. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen werden ab sofort bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden von der "Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES)" gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Sachsen geführt.

Anzahl der weiterverkauften Fahrräder noch unklar

Laut Generalstaatsanwaltschaft stehen mehrere Personen im Verdacht, mit Fahrrädern aus der Asservatenkammer der Polizeidirektion gehandelt zu haben. "Zu den Beschuldigten zählen auch Beamte und Angestellte der sächsischen Polizei", heißt es. Gegenstand der Ermittlungen sei es nun, die konkrete Anzahl der betroffenen Personen, die in die Veräußerungen involviert gewesen seien zu ermitteln wie auch die genaue Anzahl der weiterverkauften Fahrräder. Medienberichten zufolge soll es sich um bis zu 1.000 Fahrräder handeln.

Kritik am Innenminister

In dem Fall steht Sachsens Innenminister Roland Wöller in der Kritik. SPD, Linke und Grüne werfen ihm vor, die Öffentlichkeit nicht informiert zu haben, um das Ganze zu vertuschen. Wöller wies am Dienstag die Vorwürfe zurück. Für Polizisten gelte die Unschuldsvermutung wie für alle anderen Bürger. Zudem sei die Staatsanwaltschaft Leipzig für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig gewesen.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge sollen Beamte der Polizeidirektion Leipzig hunderte Fahrräder aus der Asservatenkammer weiterverkauft haben. Die Polizeidirektion hatte deshalb im Juli 2019 bei der Staatsanwaltschaft Leipzig Anzeige erstattet und kurz darauf das Landeskriminalamt gebeten, die Ermittlungen zu übernehmen. Im Dezember 2019 wurde das Innenministerium über die Ermittlungen informiert. In der vergangenen Woche wurde der Fall schließlich öffentlich.

Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.06.2020 | 18:00 Uhr in den Nachrichten

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