Mehrere hundert Leute protestieren in Leipzig gegen die Abschiebung eines Mannes.
Bildrechte: Jürgen Kasek

10.07.2019 | 10:29 Uhr Nächtliche Abschiebung in Leipzig eskaliert - elf Polizisten verletzt

Mehrere hundert Leute protestieren in Leipzig gegen die Abschiebung eines Mannes.
Bildrechte: Jürgen Kasek

In Leipzig ist eine geplante Abschiebung aus dem Ruder gelaufen. Mehrere Hundert Menschen haben in der Nacht zu Mittwoch in Leipzig gegen die Ausweisung eines Mannes protestiert. Im Verlauf der Proteste kam es zu Ausschreitungen. Polizeiangaben zufolge stellten sich zunächst im Osten der Stadt etwa 30 Menschen dem Einsatz entgegen. Später sei dann eine Spontandemo angemeldet worden, an der sich etwa 500 Menschen beteiligt hätten.

Steine und Flaschen geworfen

Aus der Menge seien Bierflaschen und Steine geworfen worden, Möbel blockierten die Straße. Die Polizei habe Pfefferspray eingesetzt. Unter anderem musste polizeiliche Verstärkung aus Dresden angefordert werden. Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek war Augenzeuge und sagte MDR SACHSEN, die Situation sei völlig eskaliert und mehrere Menschen seien verletzt worden.

Elf Polizisten verletzt, drei Einsatzwagen beschädigt

Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen schwerem Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Gefangenenbefreiung ein. Ein Verdächtiger wurde in Abstimmung mit der Staatswanwaltschaft wieder von der Polizei entlassen. Zwei Beschuldigte befinden sich weiter in Polizeigewahrsam. Der Abzuschiebende konnte nach Behördenangaben dennoch weggebracht werden. Die Polizei spricht am Mittwoch nach dem Einsatz von elf verletzten Beamten und drei beschädigten Einsatzwagen.

Sachsens Innenminister Roland Wöller hat die Krawalle rund um die Abschiebung scharf verurteilt. Er sei entsetzt, mit welcher Wut und Gewalt die Polizeibeamten bei ihrer Arbeit bedroht und  angegriffen wurden. "Wer Einsatz- und Rettungskräfte behindert oder gar mit Steinen und Flaschen bewirft, gefährdet Menschenleben und greift unseren Rechtsstaat an. Das werden wir nicht hinnehmen, sondern dagegen mit allen rechtstaatlichen Mitteln und Möglichkeiten konsequent vorgehen", so der Innenminister.

Quelle: MDR/ma/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.07.2019 | ab 5 Uhr in den Nachrichten

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen