26.03.2020 | 17:34 Uhr Vom Caterer zum Mittagstisch-Anbieter: Leipzigerin kocht für die Nachbarschaft

Edda Schmidt kocht für den Kiez
Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Mit ihrem Cateringservice beliefert die Leipzigerin Edda Schmidt normalerweise Hochzeiten, Geburtstage und Firmenfeiern. Durch die Ausbreitung der Corona-Pandemie sind allerdings alle Feierlichkeiten für die nächste Zeit abgesagt. Zeit zum Durchatmen für Edda Schmidt, aber so richtig ruhig bleiben kann sie nicht: "Naja, im ersten Moment hab ich gedacht, vier Wochen Pause können nicht schaden, bei einer 60-Stunden-Woche. Aber nach drei Tagen habe ich gemerkt, das kann es nicht sein. Du musst irgendwas tun."

Für die Alten und Arbeitenden

Also beschloss sie, für die Nachbarschaft zu kochen. "Es gibt so viele ältere Leute, die hier im Wohngebiet leben und sich nicht selbst versorgen können, und Leute die jetzt im Homeoffice sind und sich nichts kochen werden." Deshalb hat sie einen Mittagstisch für die Gohliser eingerichtet. Angeboten wird vor allem Hausmannskost wie Kartoffelsuppe, Linsensuppe oder Krautwickel. Aber auch vegetarische Gericht sind dabei. Für den Abstand zu den Kunden sorgt die Durchreiche. Das Geld landet in einer Schale. "Alles was die Hygiene vorschreibt, machen wir ohnehin. Für uns macht das im Moment keinen Unterschied."

Edda Schmidt kocht für den Kiez
Das Essen kommt durchs Fenster, das Geld in die Schale. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Edda Schmidt hofft, dass sie mit diesem Angebot über die nächsten Monate kommt, bis der Betrieb wieder normal läuft. "Wir versuchen das jetzt so aufzubauen, dass es sich trägt und dass wir die Kosten damit decken." Ihre Mitarbeiter - alle auf 450 Euro angestellt - seien jetzt erstmal zu Hause. "Wir hoffen einfach, dass das sehr schnell anders wird."

Ich habe nicht diese Zukunftsangst in mir. Man ist nicht arbeitsfähig, wenn man sich nur damit beschäftigt, was morgen oder übermorgen ist.

Edda Schmidt

Positive Energie und ein Ohr zum Zuhören

Wichtiger sei ihr aber ohnehin, den Menschen in ihrem Kiez durch die schweren Zeiten zu helfen. "Das merkt man, dass man den Leuten positive Energie mitgibt. Das tut den Menschen in diesen Tagen einfach gut und sie sind sehr dankbar dafür. Dass jemand da ist, dass es diesen sozialen Kontakt gibt, dass man sich täglich sieht und auch fragt, wie es ihnen geht – das ist in diesen Zeiten sehr wichtig. Und wir kriegen ganz viel zurück."

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.03.2020 | ab 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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