Private Vorsorge Wie gegen Hochwasser schützen: Das BDZ in Leipzig informiert

Starkregen verursacht in Sachsen immer öfter Hochwasserschäden. Die Flutopfer bemerken erst danach, dass Hochwasserschutz gut gewesen wäre. Das BDZ in Leipzig hilft Hausbesitzern bei der privaten Vorsorge.

Am Sonnabend hat das Bildungs- und Demonstrationszentrum für dezentrale Infrastruktur (BDZ) in Leipzig zum Tag der offenen Tür eingeladen. Interessierte Bürger konnten sich über Technologien des privaten Hochwasserschutzes informieren und mit Herstellern sprechen.

Seit 15 Jahren beschäftigt sich das BDZ mit Wasser und Kräften. Zu Beginn stand noch die dezentrale Wasserentsorgung im Mittelpunkt bis die Einrichtung vor eineinhalb Jahren vom Umweltministerium zum Kompetenzzentrum für Hochwassereigenvorsorge in Sachsen ernannt wurde, erklärt Geschäftsführerin Gabriele Stich MDR SACHSEN.

Informationen und und ein Spezialfenster

"Hochwassereigenvorsorge spielt in Sachsen eine immer größere Rolle", sagt Stich. "Das Wetter ändert sich und der vermehrt auftretende Starkregen führt zu mehr Hochwasser." Deshalb nutzt der Verein nun seine langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse, um den Bürgerinnen und Bürger beim privaten Hochwasserschutz zu helfen. Mit einer kleinen Ausstellung im Keller des Vereinshauses im Stadtteil Leutzsch informiert der Verein über die technischen Möglichkeiten, das Eigenheim vor Hochwasserschäden zu schützen. "Es gibt Rücklaufventile, Schots, hochwassersichere Garagentore und auch spezielle Fenster", so Stich.

BDZ Leipzig Hochwasser
Gabriele Stich, Geschäftsführerin des BDZ, präsentiert ein hochwassersicheres Fenster auf dem Vereinsgelände. Bildrechte: Moritz Arand

"Die Nachfrage nach den Fenstern steigt", erklärt ein Hersteller. Sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen. Der Wetterwandel sei hier ein maßgeblicher Grund. Auch das BDZ hat die Spezialfenster einbauen lassen, um im Falle eines Hochwassers an der Luppe einen trockenen Keller zu bewahren.

Vorsorgeausweis für Gebäude

Um Häuser noch besser gegen Hochwasserschäden schützen zu können, hat das Kompetenzzentrum in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden einen sogenannten Hochwasservorsorgeausweis entwickelt. "Die Gebäude werden dabei von Experten begutachtet und es wird abgeschätzt, was baulich verändert werden muss, um einen besseren Schutz gegen Hochwasser leisten zu könne", erklärt Stich. Am Ende des Gutachtens soll eine Maßnahmenkatalog erstellt werden. Derzeit werde der Ausweis pilothaft an 15 Gebäuden in ganz Sachsen erprobt.

BDZ Leipzig Hochwasser
Bewegliche Schots sollen Gebäude besser vor Hochwasserschützen. Bildrechte: Moritz Arand

Vor dem Schaden klug handeln

"Weil Hochwasserschutz privat bezahlt werden muss, werden die Menschen meist erst dann aktiv, nachdem etwas passiert ist", mahnt Stich. Daher sei eine stetige Sensibilisierung der Bürger für das Thema notwendig. Das BDZ fährt dafür auch in die einzelnen Regionen und informiert in Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden über das Thema Hochwasserschutz. Denn "die Hauseigentümer müssen umdenken und selbst tätig werden", sagt Stich.

BDZ e.V. Das Bildungs- und Demonstrationszentrum für dezentrale Infrastruktur beschäftigt sich seit 15 Jahren mit dezentraler Wasserentsorgung. Es informiert Bürger über Kleinkläranlagen, bildet Experten aus und betreut Forschungsprojekte auch im Ausland - Beispielsweise in Jordanien, Brasilien und der Mongolei. Gefördert wird das BDZ vom Umweltministerium des Freistaates. Seit 2017 ist das BDZ auch Kompetenzzentrum für Hochwassereigenvorsorge in Sachen. Das BDZ vermittelt fachgerechte Informationen zur privaten Hochwasservorsorge und unterstützt bei der Planung und Durchführung von technischen Lösungen.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 16.03.2019 | 19:00 Uhr

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