Leipziger Möbelhändler pleite Rund 4.000 Kunden von Massivum-Insolvenz betroffen

Massivum Leipzig
Der Möbelhändler Massivum ist pleite. Noch bis Ende September soll der Geschäftsbetrieb aber aufrecht erhalten werden. Bildrechte: MDR/Patrick Eicke

Von der Insolvenz des Leipziger Möbelhändlers "Massivum" sind rund 4.000 Kunden betroffen. Wie Insolvenzverwalter Rainer Bähr mitteilte, wurden in den vergangenen Wochen bereits alle Betroffenen angeschrieben. Es gehe meist um bereits geleistete Anzahlungen für nicht gelieferte Möbel. Rund die Hälfte der Kunden habe sich gemeldet.

Käuferschutz könnte vielen Kunden geholfen haben

Für den Insolvenzverwalter ist diese Rücklaufquote nicht ungewöhnlich: "Viele haben beispielsweise über den Dienstleister Paypal bezahlt. Hier gibt es einen Käuferschutz. Die Kunden können sich auf diesem Weg ihr Geld zurückholen. Wie viele Kunden das aber tatsächlich sind, kann ich jetzt noch nicht sagen." Erst später werde sich der Zahlungsdienstleister mit den Forderungen an das insolvente Unternehmen wenden.

"Die Ansprüche verfallen nicht plötzlich"

Rechtsanwalt Bähr rät, wem Massivum noch Geld oder Möbel schulde, der solle jetzt aktiv werden. Die gerichtliche Frist sei zwar abgelaufen, "doch es handelt sich nicht um eine sogenannte Ausschlussfrist. Wer sich innerhalb der nächsten Wochen und Monate meldet, muss auf einen anderen Gerichtstermin warten. Die Ansprüche verfallen nicht plötzlich. Kunden können sich bis zum Ende des Insolvenzverfahrens melden."

Schlechte Bilanzen und Corona führten in die Insolvenz

Dass der Möbelhändler nun vor dem Aus steht, hat nach Bährs Ansicht zwei Gründe: Nach sehr umsatzstarken Jahren habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren durchgängig Verluste eingefahren. Das Geschäftsmodell sollte verändert werden, doch der Erfolg sei ausgeblieben – auch wegen der Corona-Pandemie. "In Asien gab es zu Beginn des Jahres schon den Lockdown. Geld wurde an die Produzenten in Indien gezahlt, aber es kam keine Ware. Und irgendwann haben die Gesellschafter des Unternehmens dann entschieden, dass es nicht mehr geht", erklärt Bähr. Der Verkauf des Unternehmens sei ebenfalls gescheitert.

60 Mitarbeiter entlassen

Die rund 60 Angestellten des Möbelhändlers sind bereits entlassen worden. Voraussichtlich Ende September werde der Geschäftsbetrieb eingestellt. Bis dahin versucht das Unternehmen, die restlichen Möbel zu verkaufen.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.08.2020 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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