25.07.2019 | 17:15 Uhr Geschichte per Rad erleben - Westdeutsche Schüler besuchen Leipzig

Auf den Spuren deutscher Geschichte hat eine Schulklasse aus Baden-Württemberg am Donnerstag mit ihren Rädern einen Stopp in Leipzig eingelegt. Dort haben die 40 Schülerinnen und Schüler mit ihren erwachsenen Begleitern das Neue Rathaus und die Nikolaikirche besucht.

Jugendliche sind auf Fahrradtour durch den Osten, von Heilbronn nach Berlin
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Von Heilbronn bis nach Berlin: Das "rollende Klassenzimmer" ist vor fünf Tagen in Leingarten in Baden-Württemberg zu einer Radtour nach Berlin aufgebrochen. In insgesamt zwölf Tagen werden die knapp 40 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit mehreren Erwachsenen entlang geschichtsträchtiger Orte bis in die Hauptstadt radeln. Bei der Radtour legen sie 680 Kilometer zurück. Anlass sind die Friedliche Revolution und der Mauerfall, die sich diesen Herbst zum 30. Mal jähren.

Schüler: Geschichte des Ostens nachvollziehen

Am Donnerstagmorgen starteten die Schüler in Naumburg und fuhren nach Leipzig. Am Nachmittag kamen sie durchgeschwitzt an, besuchten das Neue Rathaus und die Nikolaikirche. Der nächste Stopp der Radtour ist Wittenberg. Für die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen war es der erste Besuch in Leipzig; überhaupt sind viele von ihnen das erste Mal in den neuen Bundesländern.

An diesem Ort kann man nachvollziehen und miterleben, wie die Demonstrationen zur Friedlichen Revolution angefangen haben und wie sich die Menschen gegen die Regierung gestellt haben und Freiheit wollten.

Ole Sannwald Schüler aus Leingarten

Lehrer: Emotionale Gefühle bei Grenzfahrt

Jugendliche sind auf Fahrradtour durch den Osten, von Heilbronn nach Berlin
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Organisator des "rollenden Klassenzimmers" ist der ehemalige Fachoberlehrer Ortwin Czarnowski. MDR SACHSEN sagte er, dies sei nicht die erste Tour, wohl aber die längste: "Wir haben auch schon Touren von Görlitz oder Dresden nach Berlin gemacht, aber so eine weite Entfernung wie diesmal - von Heilbronn bis Berlin - das haben wir noch nie gemacht."

Außerdem ist die Gruppe an der damaligen innerdeutschen Grenzen entlang gefahren, was gerade für Czarnowski, der die deutsche Teilung und die Wiedervereinigung als Erwachsener erlebt hat, ein emotionales Erlebnis war.

Das war ein unglaubliches Gefühl, an der Grenze langzufahren. Vor 30 Jahren wäre das überhaupt nicht möglich gewesen.

Ortwin Czarnowski Organisator "Rollendes Klassenzimmer"

Anders als in den Vorjahren fahren die Schüler nicht mit dem Zug zurück nach Heilbronn, sondern in einem eigens gemieteten Bus. "Wir wollen auf der Rückfahrt unbedingt noch Mödlareuth besuchen", sagte Organisator Czarnowski weiter. Das kleine Dorf liegt zu einem Teil in Bayern und zum anderen in Thüringen. Über Jahrzehnte trennte die innerdeutsche Grenze die Bewohner.

Quelle: MDR/dpa/sm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.07.2019 | 07:20 Uhr in "Guten Morgen!"

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1 Kommentar

26.07.2019 15:40 Ein Leser 1

Warum müssen es im Jahr 2019 immer noch "Westdeutsche Schüler" und nicht einfach "Schüler aus Baden-Württemberg" sein?

[Hallo! "Baden-Württemberg" ist in einer Überschrift ziemlich lang. Zudem ging es für die Schüler darum, die Geschichte des Ostens nachzuvollziehen. Beste Grüße, Ihre MDR.de-Redaktion]

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