Eine beschädigte Fensterscheibe und ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr
Bildrechte: IMAGO

17.09.2019 | 16:50 Uhr Connewitz-Prozesse: Ex-JVA-Beamter ab Januar vor Gericht

Eine beschädigte Fensterscheibe und ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr
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Ein ehemaliger Beamter der Justizvollzugsanstalt Leipzig muss sich ab Januar wegen seiner Beteiligung an den rechtsextremen Krawallen im Stadtteil Connewitz Anfang 2016 vor Gericht verantworten. Nach zwei abgesagten Terminen sei die Verhandlung nun auf den 9. und 23. Januar angesetzt, sagte ein Sprecher des Leipziger Amtsgerichts dem Evangelischen Pressedienst am Dienstag auf Anfrage.

Kontakt zu verurteiltem Rechtsterroristen nicht ausgeschlossen

Der Fall hatte jüngst für Schlagzeilen gesorgt, da der 34-Jährige nach Recherchen des "Tagesspiegel" und des Leipziger Stadtmagazins "Kreuzer" während seiner Zeit in der JVA unter anderem Kontakt mit einem verurteilten Rechtsterroristen der "Gruppe Freital" gehabt haben soll. Ein Sprecher des sächsischen Justizministeriums sagte dem epd am Dienstag, es habe zwar eine zeitliche Überschneidung gegeben, der 34-Jährige habe aber nicht auf der Station Dienst getan, auf der der Verurteilte einsaß. Das Ministerium könne jedoch "nicht zu 100 Prozent ausschließen, dass es mal Kontakt gab", erklärte der Sprecher.

Für Empörung hatte außerdem gesorgt, dass der 34-Jährige erst Anfang Januar 2019 und damit drei Jahre nach den Neonazi-Ausschreitungen vom Dienst suspendiert worden war. Dazu erklärte der Sprecher, die Beteiligung des Mannes an den Krawallen sei dem Ministerium erst Mitte Dezember 2018 bekanntgeworden, da der 34-Jährige während der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Leipzig falsche Angaben zu seinem Beruf gemacht habe. Am 11. Januar 2016 hatten in dem linksgeprägten Stadtteil bis zu 300 Randalierer einen Sachschaden von rund 113.000 Euro verursacht. Mehr als 200 Verdächtige wurden angeklagt.

Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.09.2019 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2019, 16:50 Uhr

11 Kommentare

Fakt vor 4 Wochen

Dass die Blaubraunen es mit der Presse und folglich auch mit der Pressefreiheit nicht so haben, wurde ja schon öfters gezeigt. Und da wäre der Schritt zur Einschränkung der Meinungsfreiheit für die Bevölkerung - zumindest dem Teil, der nicht der Truppe hinterherläuft - ein nicht allzu großer.

Fuerst Myschkin vor 4 Wochen

Warum sollten Sie sich unter einer "Alternative" nicht zu Wort melden und Ihre Meinung sagen dürfen?Wenn dies meine Alternative verhindern sollte, wäre es nicht meine Alternative. Dann würde ich diese genau so verachten, wie ich das bei den Kräften tue, die meine Meinung nicht respektieren.

JanoschausLE vor 4 Wochen

...Noch eins, Myschkin, Sie bekommen hier beim ÖR Raum sich öffentlich zu Themen zu Wort zu melden, was ja unter einer gewissen Alternative für mich nicht mehr so sein wird. Durch das Internet sind Ihre Beiträge hier faktisch weltweit lesbar. Tun Sie sich bitte selber den Gefallen und glänzen hier nicht laufend mit kindlich-trotzigen Kommentaren. Sonst kann ich nur sagen, jeder blamiert sich so gut er kann.

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