13.09.2019 | 12:11 Uhr Bewachte Connewitz-Randalierer inhaftierte Rechtsterroristen?

Der an den Neonazi-Krawallen 2016 in Leipzig beteiligte Justizbeamte hat danach noch drei Jahre im Strafvollzug gearbeitet. Wie das Leipziger Magazin "Kreuzer" und der "Tagesspiegel" berichten, hatte der Mann dort direkten Umgang mit inhaftierten Rechtsterroristen. Erst im Januar dieses Jahres sei er suspendiert worden.

Gemeinsam mit Neonazis randaliert

Das sächsische Innenministerium hatte auf Anfrage von MDR SACHSEN erklärt, dass gegen den Beamten ein Disziplinarverfahren läuft. Den Berichten zufolge gehörte der Leipziger zu den rund 250 Neonazis und Hooligans, die am 11. Januar 2016 durch den linksalternativ geprägten Stadtteil Connewitz zogen, Passanten angriffen sowie Geschäfte, Wohnhäuser und Autos demolierten. Die Polizei identifizierte 215 Personen, die sich wegen besonders schwerem Landfriedensbruch vor Gericht verantworten müssen, darunter zahlreiche bekannte Rechtsextreme. Zu den namentlich bekannten Verdächtigen gehört laut "Kreuzer" und "Tagesspiegel" auch der Leipziger Justizbeamte.

Bekannt, aber nicht erkannt

Das Justizministerium erklärte dagegen, auch gegenüber MDR SACHSEN, es habe erst Ende 2018 Kenntnis von der Beteiligung des Mannes an den Krawallen bekommen. Zur Begründung wurde auf Presseanfragen hin mitgeteilt, der Beamte habe damals bei der Polizei falsche Angaben zu seinem Beruf gemacht. Zu direkten Kontakten des Mannes zu inhaftierten Rechtsterroristen in den vergangenen drei Jahren äußerte sich das Ministerium zunächst nicht. Dem Bericht des "Kreuzers" zufolge gibt es allerdings mindestens einen Zeugen dafür.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.09.2019 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

4 Kommentare

Mediator vor 43 Wochen

Was ist an dem zugegebenermaßen sehr plastischen Bild grundsätzlich falsch?

Kriminelle Justizbeamte sind schlicht und ergreifend erpressbar. Wer erpressbar ist, den hat man in der Hand und kann ihn zu allem möglichen zwingen, wenn er es eh nicht schon freiwillig tut.

Es hat schon seinen Grund, warum man in manchen Bereichen regelmäßig eine Sicherheitsüberprüfung durchläuft.


Mediator vor 43 Wochen

Ja so lässt es sich im Knast aushalten. Wenn die für die Bewachung zuständigen Menschen selbst kriminell und aufgrund ihres kriminellen Backgrounds erpressbar sind. Drogen, Handys und ein Yes-Törtchen mit Kerze am 20 April für einsitzende Rechtsterroristen scheinen bei solchen Bewachern wohl kein Problem zu sein.

Extremisten haben im Staatsdienst nichts verloren!

Simone vor 43 Wochen

Leider ein weiterer Vorfall bei dem man sich inzwischen bei sächsischen Polizei- und Justizbehörden nicht mehr wundert. Bei solchen Justizbediensteten kann man davon ausgehen, dass Kriminelle in Haft weiterhin nach außen hin wirken können.

Solche Typen schaden dem guten Ruf einer ganzen Zunft!

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