30.07.2019 | 07:10 Uhr Sachsen: Eltern häufen Kita-Gebührenschulden an

In Mitteldeutschland haben tausende Eltern ihre Kita-Gebühren nicht bezahlt. Das hat eine Umfrage des MDR ergeben. Allein in Leipzig wurden seit 1993 insgesamt 2,3 Millionen Euro an Kita-Gebühr-Schulden angehäuft. Wie die Stadt mitteilte, sind 4.200 Verträge betroffen. In Magdeburg gibt es derzeit rund 2.600 Schuldner und in Dresden 1.900. Wer sich einen Kita-Platz nicht leisten kann, dem stehen staatliche Hilfen zu. Vom Amt für Jugend, Familie und Bildung in Leipzig hieß es, nicht alle Eltern nutzten diese Möglichkeit. Im Extremfall werden die Kita-Verträge dann gekündigt.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm des MDR MDR AKTUELL | 30.07.2019 | 07:00 Uhr in den Meldungen

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13 Kommentare

31.07.2019 23:45 Jp 13

Ja es wird immer für die armen schweine in Deutschland unterstützt und die müssen meist gar keine Gebühr bezahlen für den Platz da sie unter 20.000€ liegen. Aber wer interessiert sich schon für die mittelklasse für die dann schon ein Satz von 150 bis 300€ mtl gelten? Oder wir? Mein Mann ist selbständig dem Staat ist es scheiß egal wie viel er sich mtl als Gehalt auszahlt der Staat interessiert sich nur für den Gewinn der Firma und wir dürfen fast 400€ im Monat zahlen damit ich meine Ausbildung beenden kann.... Und wofür 400€ bekommt mein Kind irgendwelche Sonderförderungen? Nein! Ich finde es sollte einen Festbetrag geben oder komplett abschaffen wie in manchen Teilen von NRW!

31.07.2019 16:34 Die kurze Seite der Sonnenallee 12

@Jale
Aber die Dienstleistungen der Kita und des Personals nehmen Sie schon gerne in Anspruch, oder liege ich da falsch? Natürlich müssen Sie während der Schließzeiten die Gebühren weiterzahlen. Was würden Sie denn sagen, wenn Sie während Ihres Sommerurlaubs auf einen Teil Ihres Lohnes verzichten müssten? Gönnen Sie doch mal den Kindern, Erziehern und Eltern eine Auszeit von zwei Wochen.
Hier gebe ich ausnahmsweise sogar einmal @Sonja recht, mit der ich bisher noch nie einer Meinung war. Wer die Gebühren, die ja tatsächlich nur einen Bruchteil der tatsächlichen Betreuungskosten abdecken, nicht zahlt, muss das Kind halt selbst betreuen.

31.07.2019 10:20 Gaihadres 11

@Nr.10: Was müsste denn Ihrer Ansicht nach geschehen, damit Sie das Gefühl haben der Beruf werde (mehr) geschätzt? Das Thema Wertschätzung wird von vielen Berufen immer pauschal in den Ring geworfen, aber was man konkret darunter versteht ist oft sehr unterschiedlich und nicht unbedingt vom Beruf, sondern manchmal auch vom Arbeitgeber oder den Kollegen abhängig.

31.07.2019 07:57 GS 10

Wenn ich den ein oder anderen Kommentar hier so lese, bestätigt das meine Vorstellung warum wir mittlerweile einen so großen Fachkräftemangel im Bereich der Erzieher haben. Es wird den ErzieherInnen mangelnde Qualität pauschal vorgeworfen, jedoch sieht keiner, dass die Ansprüche in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Eine Fachberatung die angeblich gleichzeitig seit 28 Jahren als Erzieherin arbeitet schreibt, dass nicht ausreichend Angebotsplanung durchgeführt wird wie in der Ausbildung gelernt. Diese Frau wertet die tatsächliche Leistung der Fachkräfte ab, ist auf Garantie seit 10 Jahren nicht mehr als Erzieherin in der Praxis. Ich arbeite seit 12 Jahren als Erzieher für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren und kann sagen es ist ein Knochenjob auf Dauer. Der Personalschlüssel stimmt seit Jahren nicht (18 Kinder allein zu betreuen ist die Regel in Sachsen), die Vorbereitungszeit von 2h pro Woche reicht vorn und hinten nicht und der Beruf wird nicht gewertschätzt.

31.07.2019 07:31 papi 9

Einfache Lösung ...... wer seine Kita-Gebühren nicht zahlt kann sein Kind nicht in die Einrichtung bringen .
Was ist da so schwer ??
Schulden zahlen dann können sie ihr Kind wieder bringen !!

30.07.2019 17:31 Pädagogin 8

Ich bin studierte Förderpädagogin, könnte nach dem sächsischen Qualifikationsgesetz als Fachkraft arbeiten. Das Problem ist hausgemacht... der Betreuungsschlüssel ist derart krass, das schafft man gar nicht, wenn man wirklich alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen will.
Ausgebildete Erzieherinnen wissen das. Deswegen gibt es auch Nachwuchsprobleme...
hier wird zu Lasten der Kinder gespart... und Sie merken es am unqualifizierten Nachwuchs.
Leider.

30.07.2019 16:13 K. 7

Kita Gebühren dürften in einem angeblich so reichen Land gar kein Thema sein. Kinder sind die Zukunft eines Landes. Deswegen sollte es keine Gebühren dieser Art geben. Wenn man aber mit unseren Geld andere Prioritäten setzt, ja dann. Müssen übrigens alle Gebühren bezahlen, oder sind auch Personen ausgenommen? Wenn ja, warum? Apropos, eigentlich könnte mir der Artikel am A. vorbei gehen. Ich habe keine Enkel. Wenn ich aber das Altparteiengeschwätz höre und die Realität sehe, frage ich mich, was mit unser aller Steuern passiert? Trotzdem Frau Merkel u. Altparteienkartell, danke für nichts.

30.07.2019 13:42 Jan 6

@ Jale
Es wäre gut, wenn Sie nicht einfach pauschalisieren würden, denn die Kindergärte, die ich kenne haben keinen Schlüssel von 1:30. Werden Sie doch bitte konkret und behaupten nicht einfach, dass ihre These für alle städtischen Kindergärten gilt. Es gibt genug Erzieher, die jeden Tag ihr Bestes geben. Diese Menschen beleidigen Sie mit ihrer pauschalisierenden Aussage, dass es sich nur noch um Aufbewahrungsanstalten handelt.
Sicher könnte der Schlüssel besser sein. Aber dafür muss die Gesellschaft auch bereit sein, für mehr Erzieher zu bezahlen. Und wenn ich dann schon höre, dass die Beiträge nicht bezahlt werden, dann sehe ich das eher als eine Missachtung der Arbeit der Menschen, die hier ihren Job machen und in vielen Fällen auch mit Leidenschaft
Was denken Sie denn, was mit den Kita Beiträgen passiert? Ich denke, davon werden die Erzieher bezahlt
Möchten Sie nicht auch ordentlich bezahlt werden?

30.07.2019 12:47 MB 5

Ich finde den vorliegenden Artikel etwas einseitig dargestellt, da es u. U. auch weitere Gründe als eine durchaus oft zutreffende Zahlungsunfähigkeit gibt. Ich bin selber seit 28 Jahren Erzieher und Fachberater und bilde ErzieherInnen aus. Das Bildungsniveau vieler ErzieherInnen ist nicht den Anforderungen frühkindlicher Bildung entgegenkommend. Mit Erschrecken stelle ich fest, dass es gravierendste Probleme beim (Vor-)Lesen und Schreiben (z.B.von Entwicklungberichten usw.) gibt,weswegen es zum Nachteil der Kinder vermieden wird. Die im Unterricht vermittelte Angebotsplanung wird, wenn überhaupt unter keinem Vorzeichen notwendiger Methodik und Didaktik erbracht, sondern es wird nur irgendwas abgespult. Verstöße gegen die Aufsichtspflicht sind aufgrund des Personalmangels leider oft festzustellen.Kurzum, es wird zwar die volle Höhe der fälligen Elternbeiträge verlangt, aber keine entsprechende Betreuungsqualität geboten.

30.07.2019 11:59 Sonja 4

wir haben 4 Kinder großgezogen und ich war stets mit Einschränkungen , immer 3 Jahre zuhause bei jedem Kind bis zum KG. was auch richtig war die Kinder wollten dann zu ihrem gleichen,
Kindergrippe kam nie in Frage dafür haben wir auch auf vieles verzichtet die ersten 3 Jahre sind wunderbar gewesen man hätte viel verpasst, KG. kam damals für ein Kind 20.- Mark, diese jungen Mütter haben es doch schon nunmehr viel leichter als wir es hatten dann sollten sie auch auf was verzichten, die klein Kinder früh 6.00 Uhr zur Krippe zubringen halb noch todmüde ist unmöglich.

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