11.09.2019 | 13:45 Uhr Händler fordern: Bewohnerparken im Waldstraßenviertel aussetzen

Ende Oktober wird das Parken im Leipziger Waldstraßenviertel gebührenpflichtig. Anwohner können einen Parkausweis beantragen. Gewerbetreibende sind jedoch davon ausgenommen. Nun regt sich unter den Händlern Widerstand.

Autofahrer kennen es, die leidige Suche nach einem Parkplatz. Auch in Leipzig ist in manchen Stadtteilen die Parkplatzsituation dramatisch, so auch im Waldstraßenviertel. Für das Quartier in der Nähe von der Red Bull Arena und der Arena Leipzig wird die Stadt nun ein Anwohnerparken einführen. Ab dem 30. Oktober darf dort nur noch zwei Stunden kostenpflichtig geparkt werden, Anwohner können einen Bewohnerausweis für knapp 31 Euro pro Jahr beantragen.
Doch für Gewerbetreibende und Anwohner, die nicht ihren Hauptwohnsitz im Waldstraßenviertel haben, gilt diese Regelung nicht. Der Widerstand gegen das Vorhaben der Stadt wächst unter den Händlern. Am Dienstag hatte sich die Initiative "Parken im Waldstraßenviertel", die sich um die Parkmöglichkeiten der Gewerbetreibenden kümmert, zum ersten Mal mit der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig und dem Unternehmerverband Sachsen getroffen. Über 100 Gewerbetreibende kamen sowie Vertreter des Ordnungsamtes, des Amtes für Wirtschaftsförderung und des Baudezernates waren dabei. Die gemeinsame Forderung an Oberbürgermeister Burkhard Jung: die Einführung des Bewohnerparkens für mindestens ein halbes Jahr auszusetzen.

"Nicht zu Ende gedacht"

Nach Ansicht von Juliane Hausschild von der Initiative "Parken im Waldstraßenviertel" ist das Konzept nicht zu Ende gedacht worden. Als Gewerbetreibende verbringe sie über die Hälfte des Tages im Viertel, sagte sie im Gepräch mit MDR SACHSEN. Sie fordert daher auch die gleichen Rechte wie die Anwohner.

Wenn wir auch die Möglichkeit hätten, Anwohnerparkausweise zu beantragen, wäre das Problem aus meiner Sicht gelöst.

Juliane Hausschild Initiative "Parken im Waldstraßenviertel"

Die Stadt habe bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ziel der Initiative sei es, alle Akteure noch einmal an einen Tisch zu bekommen, um in aller Ruhe zu diskutieren, wie die Forderungen der Gewerbetreibenden in das Konzept "Bewohnerparken im Waldstraßenviertel" Eingang finden könnten.

Ein Straßenschild weist auf gebührenpflichtige Parkplätze hin.
Bildrechte: imago/Eibner

Der Vorschlag der Stadt, für die tägliche Arbeit anstatt das eigene Auto den öffentlichen Nahverkehr oder Car-Sharing-Modelle als Gewerbetreibender zu nutzen, sei nicht machbar, erklärte Hausschild. Die Konsequenz wären lange Fußwege, ein schwieriger Arbeitsablauf und die Gefahr, bei Nichtbeachtung der Parkregeln ab Oktober, Knöllchen einzukassieren.
Von der neuen Parkplatzregelung im Waldstraßenviertel sind laut IHK 1.255 Unternehmen betroffen, die 2017 ihren Firmensitz in dem Viertel hatten.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.09.2019 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2019, 13:46 Uhr

2 Kommentare

zenkimaus vor 18 Wochen

Laut IHK sind 1255 Unternehmen betroffen. OK die parken alle auf der Straße? Dann wäre auch das eine indirekte Enteignung von öffentlichen Raum zugunsten der Firmen. Gut das sich die Stadt nochmals zusammensetzt und mit den betroffenen redet. Was toll wäre wenn an konkreten Beispielen gezeigt wird welche Probleme für Gewerbetreibende entstehen. Mitarbeiter müssen nicht notgedrungen mit dem Auto fahren. Oder der Arbeitgeber versucht Parkplätze zu finden.

Querdenker vor 18 Wochen

Zitat: „Der Vorschlag der Stadt, für die tägliche Arbeit anstatt das eigene Auto den öffentlichen Nahverkehr oder Car-Sharing-Modelle als Gewerbetreibender zu nutzen, sei nicht machbar, erklärte Hausschild.“

Da werden sich doch nicht welche der grünen Ideologie „Verkehrswende“ verweigern? Im Prinzip ist das eine Art indirekte „Enteignung“. Welche Parteien wurden noch mal in Leipzig gewählt? Alles klar.

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