21.05.2020 | 15:49 Uhr Leipzig schützt den Eisvogel erfolgreich

Eisvogel taucht nach erfolgreichem Fang wieder aus dem Wasser auf
Eisvögel (Alcedo atthis) brüten an langsam fließenden oder stehenden Gewässern. Der europäische Gesamtbestand wird auf etwa 120.000 Brutpaare geschätzt; davon brüten immerhin 4.500 bis 7.000 in Deutschland. Bildrechte: MDR/Cees van Kempen

Der Eisvogel fühlt sich am Leipziger Floßgraben offenbar gut geschützt. Wie die Stadt mitteilte, hatte ein Paar des besonders geschützen Vogels in den vergangenen beiden Jahren zwei Bruten groß gezogen. Es wurden einmal mindestens sieben und einmal sechs Jungvögel gezählt. Die dritte begonnene Jahresbrut des Paares ging laut Stadt womöglich an ein kleines Raubtier verloren. Auch in der Zeit von 2014 bis 2016 seien es wegen der milden und nahezu frostfreien Winter ausgesprochen gute Eisvogeljahre mit hohen Beständen gewesen.

Eisvogel und Wassertourismus

Mit Blick auf die neue Saison in diesem Jahr wurden bereits Brutaktivitäten am Floßgraben und auch an innenstadtnahen Gewässern beobachtet wie an der Weißen Elster, die durch Schleußig fließt. Und das, obwohl der Eisvogel normalerweise äußerst sensibel auf Störungen reagiert.

Um seine Brutaktivität nicht zu stören, hat die Stadt Leipzig seit 2016 eine unbefristet gültige Allgemeinverfügung zur Nutzung des Floßgrabens erlassen. Seitdem darf das Stück Gewässer im südlichen Auwald von Anfang März bis Ende September mit Booten nur zeitlich eingeschränkt befahren werden. Maschinenbetriebene Boote sind dort grundsätzlich verboten. Wer dagegen verstößt und erwischt wird, muss mit einem Bußgeld oder einer Anzeige rechnen.

Hinweisschilder an einer Brücke über den Leipziger Floßgraben.
Mit Hinweisschildern wird auf die Nutzungsbedingungen im Leipziger Floßgraben hingewiesen. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Achtung Kontrolle!

Durch engmaschige Kontrollen werden der Brutstatus, das Brutverhalten und der Bruterfolg an den Gewässern in Leipzig untersucht, ausgewertet und mit den Vorjahren verglichen. Gleichzeitig werde aufgezeichnet, ob und inwieweit der Eisvogel durch Boote gestört wurde und wie sich diese Störungen auf sein Verhalten auswirken, so die Stadt. Aus der Analyse würden dann Empfehlungen abgeleitet.

Das Eisvogel-Monitoring im Jahr 2019 hat wiederholt gezeigt, dass die Allgemeinverfügung für den Floßgraben ihre Wirkung erzielt.

Heiko Rosenthal Umweltbürgermeister Stadt Leipzig

Man werde deshalb an den gewohnten Zeitfenstern zum Schutz des Eisvogels bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Bootsverkehrs im Floßgraben festhalten, erklärte Rosenthal weiter. Und natürlich wird auch der Bootsverkehr genau unter die Lupe genommen. So gab es 2019 insgesamt 18 Kontrollen, darunter sieben Großkontrollen mit Ordnungsamt, Feuerwehr und Wasserschutzpolizei. Dabei wurden insgesamt 73 Verstöße dokumentiert, 2018 waren es 102.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachenradio | 22.05.2020 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichen aus dem Studio Leipzig

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