12.11.2019 | 16:10 Uhr So läuft der Modellversuch der LVB mit spanischen Busfahrern in Leipzig

Manchmal fällt es auf der Linie 70 zwischen Mockau und Markkleeberg schwer, ein Ticket beim Busfahrer zu lösen. Der Wille ist da, auf beiden Seiten. Aber der Busfahrer versteht vielleicht noch nicht ganz so gut deutsch. Er ist Spanier und erst seit wenigen Wochen auf Leipzigs Straßen im Dienst der Verkehrsbetriebe unterwegs.

Busfahrer
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In Leipzig stehen derzeit 21 spanische Busfahrer im Dienst der Verkehrsbetriebe. Sie sollen die Personalnot lindern helfen. Die Leipziger hatten um die Fachkräfte mit Hilfe spanischer Arbeitsämter geworben. Für die LVB eine große Investition in die Zukunft. Jede Ausbildung koste das Unternehmen rund 10.000 Euro, so Personalchef Michael Halberstadt. Bislang sei das Modell aber gelungen. Die Fahrer würden sich gut integrieren. Einige seien sogar mit ihren Familien schon nach Leipzig gezogen.

Lange Busse - enge Straßen

Zwar sind die Verkehrsregeln europaweit die Gleichen, dennoch mussten die Neuankömmlinge vieles erst lernen. Allem voran, dass auf hiesigen Straßen nicht nur EU-Norm-Busse mit einer Länge von 12 oder 15 Metern unterwegs sind, sondern auch Gelenkbusse mit 18 Metern Länge.

Neben Streckenkunde steht ganz oben auf dem Ausbildungsplan auch Sprachkunde, denn die Fahrer sollen nicht nur fahren, sondern müssen auch Tickets verkaufen oder sich per Funk mit Kollegen und Fahrdienstleitern verständigen können.

Personalnot vorübergehend gebannt

Michael Halberstadt gibt vor dem Stand der LVB ein Interview.
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Insgesamt haben die LVB in diesem Jahr 200 neue FahrerInnen eingestellt. Damit seien erst einmal alle Stellen besetzt, so Halberstadt. Dennoch, das Unternehmen braucht auch im kommenden Jahr wieder Bewerber. Mindestens 130, rechnet Halberstadt vor. Die müssten die normale Fluktuation, die durch Rente und andere Abgänge entstehen, kompensieren.

Da der Arbeitsmarkt in Deutschland fast leergefegt ist, probieren die Leipziger nun ein weiteres Modell. Diesmal richten sich die Blicke nach Serbien. Einige ausgebildete Busfahrer habe man dort schon gefunden, die im kommenden Jahr in Leipziger Bussen sitzen werden.

Die beiden Optionen Spanier und Serben eröffnen uns einen Arbeitsmarkt, den wir ansonsten hier nicht hätten.

Michael Halberstadt GF Personal- und Fahrservice LVB

Aktuell hat das Unternehmen 1.300 aktive Fahrer. Laut Halberstadt genügend, um nicht wie in diesem Jahr geschehen, wieder einige Linien ausdünnen zu müssen. Im Sommer fuhren die Straßenbahnlinien 2, 8 und zehn auch außerhalb der Ferien wochenlang im 20-Minuten-Takt, statt aller zehn Minuten. Grund: Personalmangel.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR - DAS SACHSENRADIO | 13.11.2019 | ab 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2019, 16:03 Uhr

4 Kommentare

Aalfred vor 4 Wochen

Liebes Team vom MDR, und in diesen 4 Jahren leben diese Menschen von was? Schlaraffenland Deutschland, aber bei Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, wird um eine lebenswerte Rente gefeilscht, vl sollten die LVB mal vernünftig bezahlen, dann klappt es auch mit Bus oder Bahnfahrern von hier🤔

MDR-Team vor 4 Wochen

Hallo Wolf,

die Menschen aus Spanien "müssen" nicht den weiten Weg auf sich nehmen. In Zusammenarbeit mit den spanischen Arbeitsämtern wurde für diese Jobs in Leipzig geworben.

Die Geflüchteten, die Sie ansprechen, dürfen oft noch gar nicht arbeiten. Menschen mit einer sogenannten Aufenthaltsgestattung dürfen in der ersten drei Monaten gar nicht arbeiten und ab dem vierten Monat nur begrenzt.
Erst nach vier Jahren Aufenthalt könnten sie jede Beschäftigung aufnehmen. Aber auch da gibt es noch verschiedene Faktoren von welchen das abhängig ist.

Viele Grüße die MDR.de-Redaktion

Wolf vor 4 Wochen

Exportweltmeister Deutschland hat nicht genug Busfahrer ( und Lehrer, Polizisten, Pfleger, Barbiere ... ) Dabei sind in den letzten 5 Jahren ca. 2 Millionen Fachkräfte m,w,d, eingereist.
Warum wurden in dieser Zeit nicht wenigstens davon 100 oder1000 oder 10 000 zu Busfahrern ... ausgebildet und umgeschult ? Unbegreiflich. Warum müssen nun Spanier diesen weiten Weg auf sich nehmen ?

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