Verbrannt in der Arrestzelle Gedenken in Leipzig an Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh

Demonstranten stehen mit Transparenten auf der Straße, das Ordnungsamt ist zugegen.
Demonstrierende haben in Leipzig-Connewitz an Oury Jalloh erinnert. Dessen Tod in einer Polizeizelle ist bis heute nicht aufgklärt. Bildrechte: News5

In Leipzig ist am Donnerstagabend an den Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle vor 16 Jahren erinnert worden. Nach Angaben der Polizei versammelten sich im Stadtteil Connewitz etwa 250 Menschen und damit mehr als von der Stadt genehmigt. Die Kundgebung durfte aber weiterlaufen - unter Einhaltung des Mindestabstands. Laut Polizei gab es keine Vorkommnisse.

Todesumstände von Oury Jalloh nicht geklärt

Schon am Nachmittag hatte es in der Innenstadt eine Kundgebung mit etwa 120 Teilnehmern gegeben. Auch hier blieb die Lage ruhig. Der Asylbewerber Oury Jalloh aus Sierra Leone war 2005 beim Brand in einer Zelle des Polizeireviers Dessau-Roßlau ums Leben gekommen. Die Todesumstände wurden bis heute nicht aufgeklärt.

Die Initiative "In Gedenken an Oury Jalloh" wirft Polizei, Politik und Justiz eklatantes Versagen vor und will den Fall vor dem Europäsichen Gerichtshof für Menschenrechte neu aufrollen.

Ein Bild von Oury Jalloh auf einer Akte 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.01.2021 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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