Mietvertrag läuft aus Kündigung für Leipziger Karstadt-Beschäftigte

Den rund 400 Mitarbeitern der Leipziger Karstadt-Filiale wurde gekündigt. Das teilte Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago MDR SACHSEN mit. Einigen Beschäftigten wurden Jobs in Berlin und München angeboten.

Die Mitarbeiter der Leipziger Karstadt-Filiale haben zum Beginn der Woche Post von der Filialleitung bekommen. Mit dem Auslaufen des Mietvertrags zum 31. März wird das Arbeitsverhältnis für die Beschäftigten beendet. Viele von ihnen erhielten sogenannte Änderungskündigungen. Darin werden ihnen Arbeitsplätze in München oder Berlin angeboten, ein Vorgehen, das Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago verurteilt: "Wenn sie das Angebot nicht annehmen, gilt das Ganze als Beendigungskündigung. Das ist völlig unzumutbar. Das hätte man in den vergangenen Wochen mit den Mitarbeitern bereden müssen." Man werde den Beschäftigten rechtlich beistehen und gegen die Kündigungen vorgehen, sagte Lauenroth-Mago.

Aufhebung bei Verlängerung des Mietvertrags

Hintergrund der Kündigungswelle ist ein auslaufender Mietvertrag. Anfang April hatte der Vermieter der Immobilie, ein Unternehmen aus Luxemburg, den Vertrag mit Karstadt zum 31. März kommenden Jahres gekündigt. Seitdem kämpft das Warenhaus um den Erhalt des Standortes in der Leipziger Innenstadt. Sollte der Mietvertrag verlängert werden, werden die Kündigungen aufgehoben, erklärte Lauenroth-Mago. "Im Sozialplan ist festgehaltenen, dass die Mitarbeiter dann unter den alten Konditionen weiterbeschäftigt werden. Dies wurde von Seiten Karstadts auch nochmal zugesagt. Das wäre das Beste für alle Beteiligten und auch für die Stadt Leipzig."

Das Weihnachtsgeschäft soll erstmal ganz normal laufen, sagte Lauenroth-Mago: "Das ist auch nochmal eine große Zumutung für die Beschäftigten, die die Kündigung bereits in der Tasche haben."

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.08.2018 | ab 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 29. August 2018, 16:48 Uhr

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6 Kommentare

29.08.2018 22:26 Axel 6

Sollen doch die Mitarbeiter der Leipziger Karstadt-Filiale mal bei "Mutti" anrufen. Da heißt es doch: "Wir schaffen das!"

29.08.2018 19:22 Kritischer Bürger 5

@Carolus Nappus 4: So kann es aber nicht weiter gehen wenn damals statt der Politik und Wirtschaft Ost als Untergang, jetzt hier Bürger um ihre Existenz gebracht werden.
Die Einen müssen oft mit wenig Geld auskommen, während die Anderen hier den vorherigen Bürgern noch von dem wenigen Geld nichts gönnen um selbst in Saus und Braus leben zu können, was man ja dann Reichtum oder Wohlstand nennt, ohne Rücksicht auf Menschen die Arbeit bedürfen und das Einkommen daraus um den Alltag zu meistern nicht nur für sich allein sondern oft für eine ganze Familie! Unverantwortlich oder bewusst da von Leipzig nach Berlin odr München wechseln zu müssen nur um Geld für den Alltagsbedarf verdienen zu können und ggf. als Pendler zwischen Wohnort Leipzig und Arbeitsort Berlin oder München ggf. die Familie am WE oder irgendwann in der Woche für 1 oder 2 Tage mal besuchen zu können. Nennt man das neuerdings "Bundesdeutsches Familienglück" und wundert sich über zu wenig Nachwuchs?

29.08.2018 18:33 Carolus Nappus 4

Wie Leipzig dann aussähe, konnten wir bis 1989 live und in Farbe sehen.

29.08.2018 17:53 Kritischer Bürger 3

Was dazu die Politik und deren Experten beitragen können: ES SIND GESETZGEBUNGEN ZU ÄNDERN!! Mehr nicht!! Wäre ein Anfang abseits von poli. Überzeugungen etc. der finanziellen Spekulation mit privaten Mietobjekten endlich mal Herr zu werden und ETWAS DIESBEZÜGLICH FÜR BÜRGER GEMACHT ZU HABEN!!! WENN DIESE BÜRGER WIE HIER UM IHRE ARBEIT, UM IHR ALLTAGSEINKOMMEN, etc. gebracht werden! (sollen) und ggf. dann finanziell die Sozialkassen gefüllt mit Steuergeldern zu belasten!

29.08.2018 17:47 Kritischer Bürger 2

+... Darin werden ihnen Arbeitsplätze in München oder Berlin angeboten, ein Vorgehen, das Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago verurteilt: "Wenn sie das Angebot nicht annehmen, gilt das Ganze als Beendigungskündigung....+
nun dann lege man doch als Gewerkschaft andere Maßstäbe an! Wie wäre es damit: Ja ich als bisher Beschäftigte(r) samt meiner Familie gehe gern nach Berlin oder München WENN SIE ALS ARBEITGEBER mir in einen der beiden Städte das bieten können was ich und meine Familie hier habe: Wohnraum,(ggf. Eigentum) Kitaplatz für Kinder wenn hier einer oder mehrere aufgegeben werden müssen, Schule in ähnlichem Struktur und Zeitaufwand wie hier in diesem unserem Lebensbereich! Natürlich gleicher Lohn oder besserer. All das kann man doch mal "austarieren" in wie weit dann ArbG mit gehen oder zusehen andere Bleibeperspektiven erfüllen zu können! Weiterhin dann ggf. das Angebot dem Vermieter diese Immobilien zu entziehen auch wenn er/sie sich darauf berufen wie viel Verlust das wäre!

29.08.2018 17:38 Kritischer Bürger 1

Mietvertrag läuft aus! Das sind die ach so kleinen Folgen der Wettbewerbswirtschaft und der Tatsache das viel zu viel in privater Hand ist und daraufhin die Gier nach Geld unersättlich wird. Neuer Mietvertrag >> höhere Mieten << mehr Umsatz >> sonst wir dicht gemacht <<! Hier könnte die Politik eingreifen und wenn ein Mietvertrag als Grundlage dazu dienlich sein soll ein Haus zu schließen dann sollte es die verdammte Pflicht werden die man in den 50iger Jahren ff bis in die 60iger ALS ENTEIGNUNG darlegte. Die Miete eines Hauses hat sich nicht nach der Nase des Eigentümers zurichten sondern sollte insgesamt unter bundesstaatlicher Kontrolle kommen! Da bedürfte es keine Mietkostenbremse oder private Vermieter die zu gern mehr als den Wert für sich in finanziellen Anspruch nehmen wollen um das eigene Leben so nett und wohlstandsmäßig führen zu können! Mietspiegel sind/wären ebenfalls unnötig!

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