Ein Kleinbus der Leipziger Verkehrsbetriebe fährt auf einer Straße, im Hintergrund sind Bäume zu sehen.
Bildrechte: MDR/Leipziger Gruppe

14.10.2019 | 17:15 Uhr Leipziger Verkehrsbetriebe starten Pilotprojekt: Flexa-Kleinbusse auf Abruf

Ein Kleinbus der Leipziger Verkehrsbetriebe fährt auf einer Straße, im Hintergrund sind Bäume zu sehen.
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Die LVB testet ein neues, flexibles Angebot: Der Flexa-Bus kommt auf Bestellung, fährt durch den Leipziger Norden und soll viele neue Haltestellen in Breitenfeld, Lindenthal und Wiederitzsch anfahren können. MDR SACHSEN-Reporterin Kathrin Große hat das neue Angebot getestet.

Mit dem Kleinbus zum Breitenfelder Tierheim

Startpunkt meines Tests war eine wichtige Verknüpfungshaltestelle für das Pilotprojekt: Die Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 4 in Gohlis, also die Landsberger Straße/Ecke Möckernscher Weg.

Dort hatte ich mich am Vormittag unter anderem mit Johannes Simons, dem Projektleiter der Leipziger Verkehrsbetriebe getroffen. Ich möchte mit ihm zum Tierheim nach Breitenfeld fahren. "Kein Problem", sagt Simons und nimmt sein Smartphone in die Hand. "Wir öffnen einfach die App auf dem Smartphone, geben unseren Startpunkt, die Landsberger Straße, ein und als Ziel das Tierheim in Breitenfeld."

Der LVB-Mitarbeiter gibt noch an, dass wir ab sofort und zu zweit fahren wollen. Dann senden wir die Buchungsanfrage ab. Es dauert ein paar Sekunden. Kurz darauf erscheint eine Meldung. Um 10:43 Uhr, also neun Minuten später, soll uns ein Fahrzeug abholen.

Arztbesuch, Bankgeschäfte und die kurzen Wege

Eine Frau hält einen Flyer in den Händen, darauf ist das Liniensystem des LVB-Angebots Flexa zu sehen.
Das neue Flexa-Angebot beschränkt sich nur auf den Leipziger Norden. Dafür finden sich in drei Stadtteilen gleich über 100 Haltepunkte. Bildrechte: MDR/Leipziger Gruppe

Das klappt tatsächlich. Neun Minuten später fährt ein Kleinbus mit der Aufschrift Flexa-Bus vor. Drinnen finden wir sechs noch leere Sitzplätze. Am Steuer sitzt Michael Mende. Seit sechs Uhr morgens befördert er Fahrgäste aus Wiederitzsch, Breitenfeld und Lindenthal. Er kann auch schon einiges berichten: "Flexa ist schleppend angelaufen, es sind aber auch Ferien. So ab sieben, halb acht ging es dann los. Die ersten Fahrten waren Arztbesuche in ganz verschiedene Richtungen", erklärt der Fahrer. "Jetzt habe ich eine Dame zur Sparkasse gefahren. Alle haben gesagt, dass es ein Glücksfall hier für Leipzig ist."

Zum Flexa-Bus-Pilotprojekt zählen insgesamt 108 Haltestellen. Ein dichtes Netz, sodass die Bürger im Leipziger Norden kurze Wege haben und über die Verknüpfungshaltestellen auch gut mit dem gesamten ÖPNV-Netz in Leipzig angebunden werden. Insgesamt 380.000 Euro kostet das Projekt und wird vom Bundesverkehrsministerium mit Fördermitteln unterstützt. Dort erhofft man sich Informationen darüber, wie das Verkehrswesen digitalisiert werden kann.

Technische Anlaufschwierigkeiten

Doch dabei gibt es noch ein paar kleinere Anlaufschwierigkeiten. "Der bevorzugte Bestellweg ist die Bestellung per App", erklärt Projektleiter Simons. "Die App für iOS ist jetzt schon verfügbar, auf die Android warten wir noch. Wir rechnen jede Stunde damit, dass die auch im Google-Store verfügbar ist." Es stehe allerdings jedem Kunden auch die Flexa-Bestellung über das Telefon offen.

Genau darauf hatte die 73-jährige Annelie Sievert aus Wiederitzsch heute auch zurückgegriffen: "Ich musste anrufen, da ich hab noch ein altes Handy habe. Ich habe also angerufen und innerhalb kurzer Zeit konnte ich schon losfahren." Die Dame findet das neue Angebot klasse und will die Fahrten künftig mithilfe ihres Mannes buchen. Er hätte ein neueres Smartphone, auf dem die App funktionieren würde.

Die Flexa-Kleinbusse sollen werktags von sechs Uhr bis Mitternacht fahren. An Sonn- und Feiertagen geht es acht Uhr morgens los. Das Pilotprojekt ist zunächst bis zum 15. März 2020 begrenzt.

Quelle: MDR/kg/cg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.10.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2019, 17:15 Uhr

3 Kommentare

NormalNull vor 5 Wochen

Eine sehr gute Idee, um etwas vom fahrplangebundenen ÖPNV weg zukommen. Das Problem des ÖPNV sehe ich darin, dass er nicht in erster Linie fährt um Menschen zu transportieren sondern er ist unterwegs um den Fahrplan einzuhalten, egal Wieviele wirklich fahren wollen. - In diesem Modell gibt es aber auch die Leerfahrt zum Kunden, die eigentliche Fahrt, die Leerfahrt zurück zum Stützpunkt. - Wenn ich nicht fahren will steht mein Auto still, ohne Verbrauch. Nur wenn ich transportiert werden möchte, dann fährt auch mein Auto. Es gibt praktisch keine Leerfahrt.-- In Stadtzentren ist der ÖPNV natürlich unschlagbar.

NiBa vor 5 Wochen

Flexa kann man mit einer ganz normalen Einzelfahrt (noch nicht entwertet oder noch zeitlich gültig), Tageskarten, Zeitkarten sowie mit den Abomodellen benutzen. Sozusagen ist Flexa kostenlos, so lange man einen Fahrschein vorzeigt. (Ausgeschlossen die Kurzstrecke)

Gefahren mit Fahrzeugen von Mercedes-Benz Typ Vito, der Verbrauch ist nicht höher bei vergleichbaren Fahrzeugen. Durch die Nutzung mit anderen Personen spart man ja das eigene Auto.

Silver Ager vor 5 Wochen

scheint gute Idee zu sein; leider wurde nichts zu den Preisen (Taxi oder Bus oder Mischmasch und ob es e-Mobil oder "Diesel-Stinker" oder Gasbetriebene Fahrzeuge sind, mitgeteilt

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