MDR-Europakonferenz
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MDR Europa-Konferenz | Tag 1 MDR fragt: Wie weiter mit Europa?

Mitten in Leipzig dominiert dieser Tage der europäische Gedanke. Auf der Europa-Konferenz des Mitteldeutschen Rundfunks geht es um die Leitfrage: Kennen wir uns? Dabei geht es nicht nur um unser Selbstverständnis als europäische Bürger, sondern auch um die Frage, wieviel wir über unsere europäischen Nachbarn wissen.

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Weitblick versuchen Politiker, Wissenschaftler und Medienleute dieser Tage in der 13. Etage des MDR-Hochhauses in Leipzig zu beweisen. Sprichwörtlich haben sie diesen Weitblick auch, denn von hier aus kann man bis weit über die Stadtgrenzen hinweg blicken. An zwei Tagen geht es um Themen, die nicht nur die Mitteldeutschen, sondern alle Europäer bewegen.

Wie könnte die neue politische Mitte in Europa aussehen? War es das schon mit dem großen Friedensprojekt EU oder wie können neue Kräfte mobilisiert werden? Allerdings hinterfragt der MDR auch die Aufgaben der Medien und damit das eigene journalistische Tagesgeschäft kritisch. Auf dem Podium soll beispielsweise diskutiert werden, welchen Beitrag der unabhängige Rundfunk für das europäische Verständnis leisten kann. Ebenfalls ein brennendes Thema: Wie schwer wiegen Lügen und Desinformation im öffentlichen Meinungsbild?

MDR-Intendantin Wille appelliert für bessere europäische Verständigung

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Gerade verlässlicher Journalismus würde Orientierung im Strom der Veränderungen bieten, erklärt Prof. Dr. Karola Wille in ihrer Eröffnungsrede zum MDR Europa-Konferenz. "Heute geht unser Auftrag allerdings noch darüber hinaus: Es stellen sich uns die Fragen, wie wir den Zusammenhalt unseres Gemeinwesens befördern, Brücken der Verständigung bauen und das Fundament der europäischen Grundrechte und universellen Menschenrechte sichern können."

Karola Wille warf auch die Idee einer europaweiten Digitalplattform der öffentlich-rechtlichen Medienhäuser auf. Als bislang einziges Beispiel nannte die Intendantin das Programm von ARTE. "Die meisten Menschen haben keinen europäischen Resonanzraum im Alltag, gerade weil die Medienlandschaften weitgehend national sind", sagt Wille. "Das hemmt die europäische politische Debatte und Willensbildung." Das ist allerdings nur ein Ansatz für Brücken zwischen den europäischen Ländern.

Ostblogger berichten über die Stimmung in Osteuropa

Weitere Ideen wollen die mehr als 100 Teilnehmer aus insgesamt 14 europäischen Ländern finden. Als erstes standen die Ostblogger des MDR auf der Bühne und haben vom EU-Verständnis in ihren Herkunftsländern berichtet. Monika Sieradzka, Korrespondentin aus Polen, machte klar, dass viele EU-Bürger mit den aktuellen Umständen unzufrieden seien. So würden sich viele Polen eine andere europäische Mentalität wünschen, die weniger liberal ist und einen stärkeren Fokus auf konservative Werte sowie nationale Stärken legt.

Maxim Kireev, Korrespondent aus Russland, berichtete ebenfalls vom Korrespondenten-Alltag und den vielen Hasskommentaren, die ihm während seiner täglichen Arbeit entgegenschlagen. "Ich glaube nicht, dass es unsere Aufgabe ist, Klischees über Russland abzubauen. Unsere Aufgabe ist es darüber zu berichten, wie es ist", sagt der Journalist.

Quelle: MDR/cg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 08. März 2019, 16:52 Uhr

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