18.01.2020 | 15:38 Uhr Nachhaltig und sicher: Der Pfandbecher bei RB Leipzig

Seit Freitag rollt der Ball wieder in der ersten Fußballbundesliga. RB Leipzig steigt am Samstag mit ins Geschehen ein und die Fans freuen sich auf das erste Heimspiel. Wie immer gibt es die Getränke im ganz speziellen Pfandbecher. Der ist nachhaltig, sauber und vor allem sehr sicher.

Zwei Männer die mehrere Stadion-Mehrwegbecher in den Händen halten
Nachhaltig und mit dem gewissen Extra an Sicherheit: Der Mehrwegbecher fürs Fußballstadion. Bildrechte: Michael Schmidt

Sie sind aus fast durchsichtigem Kunststoff. Bedruckt meist mit dem Logo einer regionalen Biermarke, dazu ein Foto der Mannschaft oder eines einzelnen Spielers: die Mehrwegbecher im Stadion von RB Leipzig. Fassungsvermögen: ein halber Liter. Die Becher sind äußerst praktisch, denn der Henkel ist hohl. Das heißt, es können mehrere Becher ineinander gesteckt werden. Ein Effekt, der den Fans von RB Leipzig gut gefällt.

In der Halbzeit acht Bier für die ganze Truppe holen? Da mussten immer zwei Leute los. Jetzt reicht es, wenn einer geht. Dass es sowas hier in Leipzig gibt, das ist eine gute Idee.

RB-Fan

Die Idee hinter dem hohlen Henkel: Schlangen an den Kiosken sollen damit verkürzt werden, die Ausgabe der Getränke effizienter ablaufen. Noch eine Besonderheit hat der Becher namens "Arena Cup". Er ist als Wurfgeschosse denkbar ungünstig. Und das nicht nur, weil dem Becherwerfer drakonische Strafen drohen wie hohe Geldbußen und Stadionverbot.

Sicher und umweltschonend

Seit über 20 Jahren bietet die Firma Cup Concept aus der Nähe von Freiburg im Breisgau diese Mehrwegbecher für Festivals, Konzerte und für Fußballstadien an. Die außergewöhnlichen Becher wurden gewichts- und damit sicherheitsoptimiert konzipiert. Heißt: im Falle eines verbotenen Wurfes entleert sich der "Arena-Cup" in Sekundenschnelle.

Bei einer Wurfdistanz von circa acht bis zehn Metern entleert sich der gefüllte Becher automatisch, weil er direkt nach dem Abwerfen ins Trudeln gerät.

Florian Stengel Cup Concept

Verantwortlich dafür ist ein durch den schräg ausgeformten Becherboden ausgelöster Drehimpuls. Bier oder Cola laufen heraus, das Risiko einer Verletzung wird kleiner. Dieser Sicherheitsaspekt wurde von der Deutschen Umwelthilfe mit dem Mehrweg-Innovationspreis ausgezeichnet.

Im Stadion von RB Leipzig werden die Becher seit 2014 eingesetzt. Das Gastrobüro aus Chemnitz, der Stadion-Caterer für RB Leipzig, hatte damals beim Hersteller Becher gemietet beziehungsweise gekauft und hat seitdem Ruhe mit der Entsorgung. Würde im Stadion mit Einwegbechern hantiert, würden pro Saison über 800.000 Becher in den Müll wandern. Der Vorteil der Mehrwegbecher: Mindestens 40 mal können sie mit einer Spezialspülmaschine gereinigt werden. Danach geht es zurück ins Stadion. Aussortiert und weggeworfen werden sie nur, wenn sie wirklich kaputt sind.

Die Besucher haben Pfand für den Becher bezahlt und bringen den auch in der Regel wieder ordentlich zurück.

Mirko Lenk Gastrobüro

Mehrere gestapelte Mehrwegbecher auf einem Tisch
Ein Euro Pfand pro Becher gibt es zurück, beim Mehrwegbechersystem in der Red Bull Arena. Mancher Fan sammelt sie aber auch gerne. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Umdenken hat eingesetzt

In immer mehr Fußballstadien hält der "Arena Cup" Einzug. Nicht nur im Profifußball von der ersten bis zur dritten Liga, erklärt Florian Stengel. Auch im Amateurbereich finden sich immer häufiger die Pfandbecher. Inzwischen werden die Becher bei Union Berlin, bei Hertha BSC, beim FC Sankt Pauli, Werder Bremen und Mönchengladbach verwendet. Die Catering-Verantwortlichen bei Rekordmeister Bayern München waren vor zwei Jahren extra nach Leipzig gekommen, um sich das System beim dortigen Caterer anzuschauen. Das Resultat: Seit der letzten Saison nutzen auch die Bayern die Mehrwegbecher. Bis zu 1,9 Millionen Einwegbecher pro Saison können damit eingespart werden, erklärten die Verantwortlichen aus dem Süden. Und weil die Bayern in Sachen Marketing clever und schneller sind, bewarben sie sich für den europäischen Reusable-Award 2019, den sie natürlich gewonnen haben. Diese Chance haben die Sachsen leider verpasst.

Quelle: MDR/fh/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.01.2020 | 14:19 Uhr

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