25.10.2019 | 14:40 Uhr Neue Jobs für Leipzig durch Milliardenauftrag der Bundeswehr

Flughafen Leipzig/Halle, 2006
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Sachsen könnte von einem milliardenschweren Bundeswehr-Auftrag profitieren. Wie der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall MDR SACHSEN mitteilte, bewirbt man sich zusammen mit dem amerikanischen Unternehmen Sikorsky um den Zuschlag für einen neuen Hubschrauber. Sollte Rheinmetall den Zuschlag erhalten, soll in Leipzig ein Zentrum für Logistik und Flotten-Management entstehen. Leipzig sei für das Vorhaben sehr attraktiv, so Unternehmenssprecher Oliver Hoffmann. Zuerst hatte die LVZ über die mögliche Ansiedlung berichtet.

In Leipzig laufen die Fäden zusammen

In der Praxis würde dies bedeuten, dass die Wartung der Hubschrauber zwar in Brandenburg und Baden-Württemberg erfolgt, wo sie stationiert sind. "Aber von Leipzig aus würde das Ganze gesteuert werden. Leipzig wäre zum Beispiel das Ersatzteilzentrum, also die Basis aller Aktivitäten rund um den Transporthubschrauber der Bundeswehr", sagte Hoffmann. Die Bundeswehr beabsichtigt insgesamt 45 bis 60 Helikopter zu beschaffen. Die ersten Maschinen sollen 2023 eintreffen.

Standort mit 150 Mitarbeitern

Rheinmetall geht davon aus, dass 200 bis 250 Mitarbeiter mit den Helikoptern befasst sein werden, davon 150 direkt in Leipzig. "Das wird sukzessive erfolgen." Man könne nicht von heute auf morgen 45 bis 60 Helikopter auf den Hof stellen, sagte der Rheinmetall-Sprecher. Trotzdem sei es notwendig, auch wenn die Bundeswehr erst einen Helikopter habe, bereits den vollen Service zu leisten, so der Sprecher, der die Langfristigkeit des Projektes betont: "Der Vorgänger des jetzt gesuchten neuen schweren Transporthubschraubers ist immerhin seit den 1970er bei der Bundeswehr in Nutzung, es geht also um viele Jahrzehnte."

Linke kritisiert Aufrüstung des Flughafens

Kritik an dem Vorhaben kam von der Partei Die Linke. "Es scheint, dass zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in der Region mittlerweile alle moralischen Skrupel über Bord geworfen werden. Während man an anderer Stelle nahezu täglich die Folgen von Krieg und Zerstörung lauthals beklagt, wird hier die Mitverantwortung für ein weltweit friedliches Zusammenleben bewusst vergessen und der Militärflughafen Leipzig weiter aufgerüstet", sagte der Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann und fügte an: "Diese Doppelmoral werde ich nicht mittragen".

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.10.2019 | 18:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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