Schüler demonstrieren in Leipzig für die Abschaffung des Mindestwahlalters
Bildrechte: MDR/Moritz Arand

17.08.2019 | 16:40 Uhr Jugendliche fordern in Leipzig Abschaffung des Mindestwahlalters

Rund 50 Jugendliche sind am Sonnabend durch die Leipziger Innenstadt gezogen. Sie fordern die Abschaffung des Mindestwahlalters von 18 Jahren. Angesichts von Herausforderungen beim Klimaschutz wollen sie mitentscheiden.

Schüler demonstrieren in Leipzig für die Abschaffung des Mindestwahlalters
Bildrechte: MDR/Moritz Arand

Der Jugendrat der Generationen-Stiftung und die Organisatoren der Fridays for Futures Leipzig haben am Sonnabend in Leipzig für eine Abschaffung des Mindestwahlalters von 18 Jahren demonstriert. Reichlich 50 Teilnehmer zogen vom Willy-Brandt-Platz aus durch die Innenstadt zum Neuen Rathaus. "Es sollte ein Wahlrecht für unter 18-Jährige geben, weil jede Wahl eine Entscheidung über die Zukunft ist", sagte die 16-jährige Carla. Gerade beim Klima wirke sich jede Entscheidung noch sehr lange aus. "Wenn jetzt eine Autobahn gebaut und der Autoverkehr stark gefördert wird, hat das auch in 30 Jahren noch Folgen für das Klima", so Carla.

Wahlrecht ab 16 in anderen Bundesländern und Österreich

Der 15 Jahre alte Linus, der die Demonstration gemeinsam mit Carla organisiert hat, ergänzt: "In Österreich sind sämtliche Wahlen ab 16. Ähnlich ist das in Brandenburg und in Bremen bei den Landtagswahlen." Sachsen sei wieder einmal ein Nachzügler. Man fordere die Politik auf, es den anderen Bundesländern nachzumachen, sagt Linus und fügt an: "Wir jungen Leute sind diejenigen, die die Zukunft am längsten erleben werden. Daher sollten wir mitentscheiden."

Schüler wünschen sich schnellere Entscheidungen

Was die beiden gern ändern würden, wissen sie genau: "Die Politik sollte viel lösungsorientierter sein, damit es schnellere Entscheidungen gibt." Außerdem sei es notwendig, offen für andere Meinungen zu sein und sie verstehen zu wollen, sagt die 16-jährige Carla. Linus teilt diese Sichtweise: "Mir ist es wichtig, in einer toleranten und solidarischen Gesellschaft zu leben. Ich hoffe, dass die Wahl am 1. September ein entsprechendes Ergebnis bringt. Leider habe ich eher ein ungutes Gefühl", sagt der Schüler.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.08.2019 | 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2019, 16:40 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

76 Kommentare

19.08.2019 20:59 frank d 76

@Eulenspiegel: sie können meinen was immer sie wollen. ich fragte nach ihren Argumenten, Schon klar, dass sie dicke Backen machen wo doch ihre Meinung so toll klingt. aber in einem Diskurs, darf der andere auch fragen stellen. Wenn auf die Frage keine Antwort gegeben werden kann, weil die Argumentationsline absurd war, dann greifen schlichte Gemüter gerne zum Mittel der Diffamierung. Also ich in ihrem Falle habe ganz klar keinen Durchblick weil ich die "Genialität" Ihrer Argumente hinterfrage? Wenn diese Kids so toll den Durchblick haben tausendfach besser, warum drücken sie dann noch die Schulbank? Das ist doch Quatsch und auch im Studium was sollten sie lernen ihre Helden? Ihre Argumentation ist ein Wahrer Eulenspiegel. Sapere Aude

19.08.2019 19:25 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 75

@ frank d 71 @69 Eulenspiegel: Woher genau beziehen sie die Erkenntnis, ob der 1000 fachen Durchblickigkeit?
##
Das ist doch ganz einfach zu erklären wenn man dem seine Kommentare verfolgt,der schließt mal wieder von sich auf andere.

19.08.2019 17:40 aus Dresden 74

@70 Gaihadres
Mit der Gleichheit des Wahlrechts ist eine Bindung, eventuell auch Gewichtung des Wahlrechts in Abhängigkeit von der Abgaben- oder Steuerlast/-leistung (z. B. 3-Klassen-Wahlrecht) bzw. Vermögen oder Einkommen wohl schwerlich zu vereinbaren, wiewohl es derartige Überlegungen immer mal wieder gibt. Kommt vielleicht mal wieder, also müssen Sie da die Hoffnung nicht unbedingt aufgeben.

Rechte und Pflichten sind im Übrigen nur die beiden Seiten einer Medallie, welche man Einsichts-/Entscheidungsfähigkeit und damit Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung nennen könnte. Nicht die Verpflichtung ist der Grund für ein Recht, sondern die die Verpflichtung wie Berechtigung begründende Einsichts-/Entscheidungsfähigkeit.

19.08.2019 17:18 Eulenspiegel 73

Hallo frank d 71
Sie sollten meinen Beitrag noch ein mal lesen.
Der beginnt mit „Ich denke“ also ist das meine Meinung die ich dazu geäußert habe. Und dazu stehe ich. Diese Leute die immer schreiben „Die Jugend soll erst einmal dies und jenes tun bevor sie sich eine eigene Meinung zulegen könne“ aber selber alles durcheinander schmeißen haben doch damit selber bewiesen das sie keinen Durchblick haben.

19.08.2019 16:37 frank d 72

@70Gaihadres: Da haben sie natürlich recht, es gibt 16 jährige die reifer sind als andere mit 40. Allerdings hat ja der Staat schon eine Grenze gezogen bei 18. Da ja aber Grenzen total aus der Mode sind, können auch die Altersgrenzen weg. ihrem Frühreifen 16 jährigen können sie doch dann aber auch nicht das Autofahren verweigern oder ? Natürlich können dann diese Frühreifen auch Heiraten Saufen Rauchen und ins Ausland allein reisen ohne die Eltern zu fragen zuhause ausziehen und sich auch ganz ausziehen ? Oder verstehen sie oder ich da etwas falsch. Was ist mit frühreifen 13 jährigen? die auch? Mozart konnte mit 7 schon besser Klavierspielen als die meisten 40 jährigen. Warum nicht auch mal einen frühreifen Bürgermeister? Berlin würde sich anbieten.

19.08.2019 16:24 frank d 71

@69 Eulenspiegel: Woher genau beziehen sie die Erkenntnis, ob der 1000 fachen Durchblickigkeit? Sicher das es nicht ganz und gar 1200 facher Durchblick ist? bei den Durchblick sollten wir älteren zurücktreten und die Jungen Hühner mal entscheiden lassen. Mal sehen Eulenspiegel wann der Hunger ausbricht. Ich bin im übrigen gegen Massenpflanzenhaltung. Alles nur in artgerechten Kleingruppen. Werter Eulenspiegel gehen sie mal auf die Internet Seite der Organisatoren da sind Kinder über 20 darunter :-) Ich bin auch Veganer zu 45 %. Sapere Aude

19.08.2019 14:01 Gaihadres 70

@Nr.57: Sie gehen davon aus, dass dieser Forderung nach Teilhabe bisher keine (angemessene) Verpflichtung gegenüberstünde. Sie legen jedoch nicht dar, warum Sie zu dieser Ansicht gelangen. Ein Beispiel: Auszubildender zahlt mit 16 genau so Steuern und Sozialabgaben er unterliegt damit den gleichen Pflichten. Ein 20 jähriger ohne Ausbildung, der von Harz IV lebt unterliegt dieser Verpflichtung nicht. Wo also ziehen Sie da die Grenze? Es gibt Menschen die mit 16 eine größere geistige und emotionale Reife vorweisen, als mancher mit 40 - wo zeiht man hier die Grenze? Das Strafrecht heranzuziehen ist so banal wie unsinnig, denn es sagt nichts über die Fähigkeit zu demokratischen Teilhabe aus. Oder Messen wir Monate neuerdings in Metern?

19.08.2019 13:47 Eulenspiegel 69

Hallo überraschte Schülerin 44
Ich denke sie haben das Problem richtig erkannt.
Sie haben tausend mal mehr Durchblick als dies Leute die sich für erwachsene und Menschen mit Durchblick halten.
Und an diese ganze junge Generation:
Last euch von diesen ganzen Dummschwätzern nicht irritieren.

19.08.2019 13:30 Eulenspiegel 68

Also ich denke für Kommunalwahlen ist ein Mindestalter von 16 Jahren gut und richtig. Aber für Landtags-und Bundestagswahlen sollte es bei 18 Jahren bleiben.
In einer Demokratie gibt es viele Möglichkeiten des Mitbestimmens und Beeinflussens nicht nur durch die Wahlbeteiligung.

19.08.2019 11:40 Fakt 67

>>der_Silvio, #65:
"..daß alle AfD-Wähler braun, also Nazis, rechts(radikal) sind."<<
--------
Falsch! Das Wort "Nazi" werden Sie in keinem meiner Beiträge jemals gelesen haben, das vermeide ich grundsätzlich! Dass ich aber afd-Wähler generell für rechts halte, dass ist richtig. Warum auch sollte man sonst eine rechte Partei wählen?

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen