Landgericht Leipzig Mordprozess muss nach zwei Jahren ausgesetzt werden

Landgericht Leipzig
Nach 75 Verhandlungstagen wird der Prozess gegen zwei Männer ausgesetzt. Die Kammer muss neu besetzt werden. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Nach mehr als zwei Jahren und 75 Verhandlungstagen muss ein Mordprozess vor dem Landgericht Leipzig ausgesetzt werden. Wie eine Sprecherin des Gerichts am Donnerstag mitteilte, geht der Vorsitzende Richter der Strafkammer Ende August in den Ruhestand. Die Haftbefehle gegen die beiden 47 und 51 Jahre alten Angeklagten seien aufgehoben worden.

Ursprünglich drei Angeklagte

Ursprünglich sollte der Prozess gegen drei Angeklagte geführt werden und am 16. Mai 2018 beginnen. Das Trio soll Anfang 2015 einen 42-Jährigen in Leipzig erwürgt und vergraben haben. Die Leiche wurde erst 2017 gefunden. Noch vor der Verlesung der Anklage wurde die Verhandlung jedoch unterbrochen, weil einer der Angeklagten wegen Krankheit nicht erschienen war. Die Kammer hatte das Verfahren abgetrennt, um den Prozess gegen die beiden anderen Männer fortzusetzen.

Kammer wird nun neu besetzt

Die Kammer war davon ausgegangen, das Verfahren bis Ende August zu beenden, hieß es. In dieser Woche sei dann ein Schreiben von des dritten Angeklagten beim Gericht eingegangen, dass dieser bereit sei, auszusagen. Die verbleibende Zeit bis zum Ruhestand des Vorsitzenden Richters hätte jedoch nicht ausgereicht, um den Prozess ordnungsgemäß zu beenden, so die Sprecherin. Der Vorsitzende Richter habe sich zwar ausdrücklich bereit erklärt, das Verfahren auch über den Eintritt des Ruhestandes hinaus weiter und zu Ende zu führen. Dies sei aber aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Die Kammer werde nun zügig nachbesetzt und neue Verhandlungstermine anberaumt.

Quelle: MDR/dpa/bj

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen