29.03.2020 | 13:17 Uhr Leben mit Mukoviszidose in der Coronavirus-Krise

Risikopatienten haben es besonders schwer in Zeiten der Corona-Pandemie. Marco Purrucker leidet an Mukoviszidose. Auf seiner Website macht der Leipziger anderen Betroffenen Mut.

Marco Purrucker, Mukoviszidosepatient Leipzig
Der Mukoviszidosepatient Marco Purrucker aus Leipzig will aufklären und anderen Betroffenen Mut machen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ausgangsbeschränkungen, Hygieneregeln, soziale Distanz - die Einschränkungen während der Coronavirus-Pandemie sind deshalb so wichtig, damit besonders gefährdete Personen vor einer Ansteckung mit dem Covid-19 geschützt werden. Zu dieser Risiko-Gruppe gehört auch Marco Purrucker. Er ist einer von etwa 8.000 Deutschen, die an der chronischen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose leiden. Seit 19 Jahren lebt der Leipziger mit der Erbkrankheit. Die Regeln, die jetzt für uns alle gelten, sind für den 25-Jährigen nichts Neues. "Ich halte dieselben Regeln ein, die ich mein ganzes Leben schon eingehalten habe. Vielleicht etwas intensiver jetzt, aber es ist kein großer Unterschied für mich."

Lebensgefahr Erkältung

Eine kleine Erkältung würde bei ihm wesentlich schlimmer verlaufen als bei gesunden Menschen. Durch die Krankheit wird bei den Betroffenen ein zäher Schleim produziert, der die Bronchien der Lunge verstopft. Durch seine Dickflüssigkeit kann er schlecht abtransportiert werden und bildet dadurch einen guten Nährboden für Viren und Bakterien.  

Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel für Patienten

Marco Purrucker weiß um seine riskante Situation. Da er aber eine leichtere Form der Mukoviszidose hat, ist für ihn das Tragen eines Atemschutzes nicht zwingend notwendig. "Es gibt viele Patienten, die einen wesentlich schweren Verlauf haben und die sind teilweise auf Atemschutzmasken angewiesen. Von daher ist es nicht geil, was gerade passiert, dass alle Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel von komplett gesunden Menschen aufgekauft werden."

Student klärt mit Website über Mukoviszidose auf

Auf seiner Website will der Student über die bislang unheilbare Krankheit und den Umgang damit aufklären. Er unterrichtet Auszubildende der Krankenpflege, hält Vorträge an Schulen und bietet einen regelmäßigen Podcast an. Damit möchte er anderen Betroffenen Mut machen, sich auch in der jetzigen Situation nicht verrückt zu machen.

Ein Mann vor dem Völkerschlachtdenkmal
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ich möchte den Patienten einfach Mut machen, dass sie es schaffen, durch die gesundheitlichen Auf und Abs, die immer mal wieder passieren. Das sie sich dadurch nicht so mental extrem runterziehen lassen. Die Mentalität spielt eine unfassbare wichtige Rolle, bei jedem Menschen im Leben.

Marco Purrucker Mukoviszidosepatient

Im Umgang mit kranken Menschen hat unsere Gesellschaft noch viel Nachholbedarf, sagt Marco Purrucker. Vielleicht sei ja die Coronakrise jetzt eine Chance, auch im Miteinander etwas zu lernen.

Quelle: MDR/ia/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 28.03.2020 | 19:00 Uhr

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