Der Anschlag auf den Gasthof mit Pension fand auf den Freitag, 9.11.2018 in Leipzig statt.
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Nach Anschlag auf Gasthof in Leipzig "Politik ist nicht mein Geschäft"

Der Gastronom, dessen Lokal wegen eines AfD-Kreisparteitages in Leipzig vergangene Woche teilweise zerstört wurde, wehrt sich gegen den Vorwurf, er sympathisiere mit Rechten. Er sei Wirt und kein Politiker. Ihm gehe es nur um seine berufliche Existenz.

Der Anschlag auf den Gasthof mit Pension fand auf den Freitag, 9.11.2018 in Leipzig statt.
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Als Uwe Schneider am vergangenen Freitag seine Gaststätte "Zur Ratte" im Leipziger Westen betritt, war nichts mehr so wie davor. Unbekannte hatten in der Nacht sein Lokal zerstört. Überall sei Teerfarbe verteilt gewesen, Möbel und technische Geräte, wie Fax und Drucker, zerstört, der Fußboden ruiniert, Fensterscheiben eingeschlagen. Grund für die massive Gewalt war der anberaumte AfD-Kreisparteitag am vergangenen Wochenende, der in dem Gasthof stattfand. Bereits einen Tag später bekannte sich eine Antifa-Gruppe auf der linken Szeneplattform "Indymedia" zu dem Angriff. Dort wurde dem Wirt Uwe Schneider auch indirekt vorgeworfen, politisch rechts zu sein.

Ich soll laut Indymedia knietief im rechten Sumpf stehen. Komischerweise habe ich auch ausländische Mitarbeiter.

Uwe Schneider Wirt "Zur Ratte"

Dass er nun in die rechte Ecke geschoben wird, weil er sein Lokal für politische Veranstaltungen zur Verfügung stellt, ärgert ihn. Er habe auch ausländische Mitarbeiter, und alle müssten für die nächsten drei Wochen in den Zwangsurlaub. Es gehe ihm nicht um Politik, er müsse sein Geschäft am Laufen halten, Steuern und seine Mitarbeiter bezahlen. Die politische Gesinnung seiner jeweiligen Vertragspartner interessiere ihn nicht.

Wer bezahlt, kann mieten. Ob Grüne, SPD, Linke oder andere Parteien.

Uwe Schneider Wirt "Zur Ratte"

Mehr Gewalt befürchtet

Uwe Schneider wird nun seinen Betrieb sicherheitstechnisch aufrüsten. Falls es noch einmal zu solch einem Vorfall kommen sollte, will er gewappnet sein. Dass sie kommen, ist sich die Polizei sicher. Wie Polizeisprecher Uwe Voigt MDR SACHSEN sagte, geht die Behörde davon aus, dass politische Veranstaltungen immer Ziel der jeweilig anderen Seite sind, um sie zu stören und zu verhindern. Er ist sich sicher, die Gewaltspirale im politischen Bereich wird sich in den kommenden Monate noch weiter drehen.

Denn nächstes Jahr sind Landtagswahlen, es werden auch viele politische Veranstaltungen laufen und dementsprechend werden wir uns darauf einrichten.

Uwe Voigt Polizeidirektion Leipzig

Großes Aufräumen

Uwe Schneider wird nach dem ersten Schock jetzt erst einmal den Laden wieder auf Vordermann zu bringen. Dennoch ist der Gastronom fassungslos über soviel Gewalt.

Das waren Profis. Die machen nichts anderes, die zerstören nur.

Uwe Schneider Wirt "Zur Ratte"

Alles was nun beschädigt ist, wird in den kommenden Wochen ausgetauscht: Möbel, Fenster, Fußboden und Technik. Schneider hofft, dass die Versicherung den Schaden bezahlen wird. Dieser beläuft sich nach ersten Schätzungen auf gut 50.000 Euro. Hinzukommen die Arbeitsstunden, die dazu benötigt werden, den Schaden zu beheben, und natürlich der Verdienstausfall.

Der Gastraum im Haotel Zur Ratte ist überall mit Teer bespritzt worden. Möbel und Fußböden wurden in derNacht zu Freitag, 9.11.2018 beschädigt.
Scheiben wurden eingeschlagen, Teerfarbe im Gastraum verteilt. Im Gasthof "Zur Ratte" wurde bei dem politischen Angriff Schaden in Höhe von rund 50.000 Euro angerichtet. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.11.2018 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 13. November 2018, 08:11 Uhr

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40 Kommentare

15.11.2018 00:30 DER Beobachter @ Uwe 21 40

Solch ein durchaus richtiger Kommentar von Ihnen? Der parteiversteherinterne Maulkorberlass scheint ja ausgezeichnet verstanden worden zu sein :) Falls ich mich irre, bitte ich um ausdrückliche Berichtigung!

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

14.11.2018 20:17 Walter 39

@23

Ich bezeichne die von Ihnen genannten Personen als terroristen.

Sie sind links also gut.

14.11.2018 18:54 Klara Morgenrot 38

Der Name des Gasthauses, "Zur Ratte"?Gibt es dort auch Bisamratten vom Grill?
Kenne ein Gasthaus mit Namen " Negerkuss", dort spielt man live und in Farbe Blues-Musik mit echten Musikern die nicht weiß pigniert sind. Toller Laden*****

14.11.2018 14:42 Frank 37

Kommt Frau Merkel hier auch zu Besuch? Nicht sofort natürlich, denn sie muss, wenn auch extrem verspätet, erstmal nach Chemnitz. Versteht man ja.

14.11.2018 13:12 Horst 1 36

an Eulenspiegel@30: was ist denn mit Ihnen los, dass Sie auch mal einen vernünftigen Beitrag verfassen? Das ist man von Ihnen in der Vergangenheit gar nicht gewohnt! Meine Bitte, bleiben Sie so wie in Ihrem letzten Kommentar!

14.11.2018 12:17 Gottlieb 35

@ mare nostrum (23)
Ob man Che, Partisanen oder die Kämpfer der internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg als Terroristen bezeichnen sollte, ist so pauschal nicht zu sagen. Sicher ist daß sie nicht für eine freiheitliche Demokratie gekämpft haben, sondern für Kommunismus/Sozialismus/Anarchie. Gerade die internationalen Brigaden sind dafür ein treffendes Beispiel. Wir sollten daran denken, daß es im 20. Jahrhundert zwei totalitäre Syteme gab, und wer als Nationalsozialist gegen den Bolschewismus kämpfte, gehört so wenig in unsere demokratische Tradition wie der, der als Kommunist gegen den Nationalsozialismus kämpfte. Damit will ich nicht alle Nationalsozialisten und Kommunisten in Bausch und Bogen persönlich verurteilen. In den gesellschaftlichen und geistigen Wirren nach dem Ersten Weltkrieg erschien vieles möglich, und vieles löste Begeisterung aus, dessen Folgen sich die Menschen in ihrer materiellen und geistigen Not nicht klar machten und es teilweise auch nicht konnten.

13.11.2018 21:41 Walter 34

An Mdr

Erstaunlich wie schnell diese Meldung auf das dritte Menü zurück gestuft wird ! Wäre es ein Döner Laden wäre es wochenlang topmeldung mit Ministerbesuch.

Es findet in Deutschland keine ideologiefreie journalistische Berichterstattung mehr statt.

13.11.2018 19:32 fakt 33

>>Uwe, #29:
"Hamburg ist nicht in Sachsen und stellt selbst bundesweit einen Einzelfall dar. An dem braucht ihr euch nicht hochzuziehen. Das ist armselig."<<

Armselig ist eher Ihre dumme Ausrede. Wenn Sie sich nur auf Sachsen beziehen wollen, dann sollten Sie das auch klar zum Ausdruck bringen.

13.11.2018 19:17 gerd 32

Immer Druff auf die Nazis und wenns mal den Falschen erwischt ist halt ein Kollateralschaden Hauptsache keiner vermietet mehr an die AFD das soll doch die Botschaft der Antifa sein ansonsten machen die dich platt.

13.11.2018 18:20 mare nostrum 31

@ 26

Das gründliche Erfassen von Unterschieden ist nicht jedermanns Sache.
Beweisen mussten Sie das hier nicht unbedingt!

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