Flugzeug im Landeanflug hinter den Positionslichtern auf dem Flughafen Leipzig/Halle
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21.08.2019 I 05:00 Uhr Erste Nationale Luftfahrtkonferenz startet in Leipzig

Flugzeug im Landeanflug hinter den Positionslichtern auf dem Flughafen Leipzig/Halle
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Die erste Nationale Luftfahrtkonferenz startet am Mittwoch in Leipzig. Das erklärte Ziel der Veranstaltung ist es, die deutsche Luftverkehrsindustrie wettbewerbsfähiger und gleichzeitig umweltverträglicher zu machen. Zu der Konferenz am Flughafen Leipzig/Halle werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Verkehrsminister Andreas Scheuer, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet. Auch die Gewerkschaften sind vertreten und wollen sich für einen besseren Schutz der Beschäftigten einsetzen.

Flughafen Leipzig/Halle, 2006
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Diskussionen dürfte es um die Verwendung der Luftverkehrssteuer geben, die dem Staat im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro eingebracht hat. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) verlangt, die Mittel aus der Steuer zur Förderung regenerativer Kraftstoffe einzusetzen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht hingegen über Jahrzehnte keine technische Alternative zum Einsatz von Kerosin. Der Kraftstoff könne aber mit dem Einsatz regenerativen Stroms zunehmend synthetisch und klimaneutral erzeugt werden.

Im Vorfeld der Veranstaltung kritisierte der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek die Diskussion über Flugreisen. "Die Fokussierung auf das Fliegen in der aktuellen Klimaschutzdebatte greift mir zu kurz", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Ich fliege nicht aus Jux und Tollerei, sondern wenn es sein muss. Bei großen Distanzen gibt es oft keine sinnvolle Alternative."

Die Luft flimmert hinter einem landendem  Flugzeug
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Jarzombek verwies auch auf die Bedeutung des Luftverkehrs für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Allein am Flugzeugbau hingen hierzulande 100.000 Arbeitsplätze , sagte er den Zeitungen. "Wenn Sie Flughäfen und Airlines mit hinzurechnen, reden wir über fast eine Million Jobs." Dies werde in den derzeitigen Klimaschutzdiskussionen "gerne vergessen".

Laut Umweltbundesamt ist Fliegen die klimaschädlichste Art sich fortzubewegen. Die Branche hatte daher Anfang August ein Sechs-Punkte-Programm vorgestellt, das die CO2-Emissionen im Flugverkehr stark senken soll. Den größten Hebel sieht die Branche demnach bei der Weiterentwicklung der Kraftstoffe für Flugzeuge.

Grüne fordern Verdoppelung der Luftverkehrssteuer

Grünen-Politiker haben zur Nationalen Luftfahrtkonferenz eine Verdopplung der Luftverkehrsteuer gefordert. "Auch der Luftverkehr muss endlich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten", sagten die Grünen-Bundestagsabgeordneten Daniela Wagner und Stephan Kühn. Die zusätzlichen Einnahmen sollten nicht in den Bundeshaushalt fließen, sondern anteilig in die Förderung emissionsarmer Flugzeuge und in Förderung klimaneutraler, alternativer Kraftstoffe für die Luftfahrt investiert werden. Die deutsche Luftverkehrsteuer wird seit 2011 mit Sätzen von aktuell 7,38 Euro bis 41,49 Euro erhoben. Sie spülte im vergangenen Jahr knapp 1,2 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt.

Die Airlines, die sich teilweise einen ruinösen Preiskampf liefern, beklagen hingegen die Luftverkehrssteuer und sehen darin einen Wettbewerbsnachteil.

Quelle: MDR/bj/lam/dpa/AFP

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.08.2019 | 06:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 05:00 Uhr

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1 Kommentar

21.08.2019 15:07 J.Heder 1

Die Äußerungen zum "ruinösen Preiskampf" und gleichzeitiges Gejammer über Steuern zur Finanzierungsbeteiligung an Infrastrukturkosten zeigt leider sehr deutlich, daß man mit "Immer mehr...." ein Ende der Fahnenstange und der Vernunft erreicht hat. Man gibt es zwar zu will es aber auch nicht "sein lassen" sich selbst oder seinen Nebenmann zu zerstören "koste es was es wolle". So kann es auf keinen Fall weiter gehen! Die Grünen haben vollkommen recht wenn sie fordern das sich "endlich auch" die Luftfahrtindustrie am Umweltschutz beteiligt! Es gibt schon länger die Technologie des Methan aus Strom unter CO2 Bindung. Dann ist der Weg zur Alkansynthese nach gleichen Verfahren nicht mehr weit! Kerosin ist nichts anderes als ein Gemisch aus Iso-Alkanen! Lampenpetroleum gehört dazu. Wir müssen weg von fossilen Treibstoffen. Auch fossiles Erdgas bringt zusätzliches CO2 UND H20 in den Kreislauf aus der tiefen Vergangenheit! Die Meere steigen an!

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