Friedliche Revolution Neues Kuratorium für Lichtfest in Leipzig

Nach Streitigkeiten über die inhaltliche Gestaltung des Lichtfestes in Leipzig hat ein neues Kuratorium die Arbeit aufgenommen. Es soll die zeitgeschichtlichen Aspekte der Friedlichen Revolution mehr in den Fokus rücken.

Lichtfest Leipzig
Veränderungen stehen an: Mit dem neuen Kuratorium für das Lichtfest in Leipzig soll der Gedenktag für die Friedliche Revolution eine neue inhaltliche Ausrichtung bekommen. Bildrechte: dpa

In Leipzig hat das "Kuratorium Tag der Friedlichen Revolution 1989" seine Arbeit aufgenommen. Der neue Beirat wurde auf Beschluss des Stadtrats gegründet, um künftig die Feiern zum Gedenken an die Friedliche Revolution zu gestalten.

Kritik an thematischer Ausrichtung

Ausschlaggebend für die Gründung ist die wiederholte Kritik an der thematischen Ausrichtung und der zunehmenden inhaltlichen Beliebigkeit der Gedenkfeiern zum 9. Oktober gewesen. Der Gedenktag dürfe nicht zum "Happening" werden, mahnte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, als Bürgerrechtler Uwe Schwabe im Februar 2018 aus dem damaligen Organisationskomitee des Lichtfestes zurückgetreten war. Schwabe kritisierte damals, dass die Initiative "Tag der Friedlichen Revolution - Leipzig 9. Oktober" kaum Einflussmöglichkeiten auf Inhalt und Gestaltung der jährlichen Gedenkveranstaltung gehabt hätte. Bisher war die Initiativgruppe zusammen mit der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) für thematische Schwerpunktsetzungen verantwortlich.

Wurzeln der Friedlichen Revolution erlebbar machen

Der Leipziger Stadtrat hatte die Verantwortung Ende September 2018 an das neue Gremium übertragen. Ab 2020 soll es die Ausgestaltung des Lichtfestes "kontinuierlich neu" ausschreiben, heißt es im Beschluss. Besonderes Augenmerk soll dabei auf "die zeitgeschichtlichen Aspekte von 1989 und ihre Wurzeln" gelegt werden. Diese sollen bei den "Veranstaltungen immer unmittelbar erlebbar sein". Die Organisation des Lichtfests übernimmt weiterhin die LTM.

Zusammensetzung "Kuratorium Tag der Friedlichen Revolution 1989" Bisher war die Initiativgruppe in Zusammenarbeit mit der LTM für das Lichtfest verantwortlich. Dem neuen Kuratorium gehören neben Oberbürgermeister Jung auch jeweils ein Vertreter der sechs im Stadtrat vertretenen Fraktionen von CDU, SPD, Linken, Grünen, AfD und Freibeutern an. Sechs Vertreter der Initiativgruppe sowie sechs vom Stadtrat berufene Vertreter ergänzen das Gremium - darunter auch Bürgerrechtler Uwe Schwabe sowie Zeitzeugen.

Friedliche Revolution jährt sich zum 30. Mal

Am 9. Oktober 1989 waren von der Leipziger Nikolaikirche aus mehr als 70.000 Menschen über den Innenstadtring gezogen und hatten friedlich gegen das SED-Regime protestiert. Das Datum gilt als wichtige Wegmarke der Friedlichen Revolution. Wenige Wochen später fiel die Mauer. Seit 2001 erinnert die Stadt immer am 9. Oktober mit dem Lichtfest an die Ereignisse.

Quelle: MDR/mar/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.01.2019 | 10:30 Uhr in den Nachrichten

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