10.01.2020 | 12:09 Uhr Leipzig braucht Wohnraum und ein Nahverkehrskonzept

Welche Aufgaben sollte Leipzigs neues Stadtoberhaupt zuerst angehen? Wo sehen Sie persönlich die dringendsten Probleme? Das sind die Fragen, die MDR SACHSEN den Leipzigern im Vorfeld der Wahl zum Oberbürgermeister am 2. Februar stellt. Die Antworten sprechen jene Probleme an, die auch das Stadtgespräch der vergangenen Monate beherrschten.

Wohnungsnot bereitet Sorgen

Besonders die Wohnsituation bereitet vielen Leipzigern Sorgen. Die einen fordern eine Mietpreisbremse, andere mehr sozialen Wohnungsbau. Viele ziehen Vergleiche mit anderen Großstädten und ermuntern, das künftige Stadtoberhaupt aus deren Erfahrungen zu lernen. MDR SACHSEN-Leserin Line fordert "eine Einschränkung der großen Immobilienkonzerne, die die Mieten in die Höhe treiben und weniger gut situierte Menschen entmietet." Für Steffen Orth ist es wichtig, "nicht nur Wohnraum zu schaffen für Familien, sondern auch das Umfeld zu berücksichtigen." Er fordert, Parkplätze und ein Verkehrskonzept bei der Planung zu berücksichtigen.

Auch die Lage bei den Kitas ist weiterhin angespannt. Henrik Fischer ist vor wenigen Monaten Vater geworden und sucht seitdem einen Kita-Platz und eine bezahlbare Vier-Raum-Wohnung im Leipziger Stadtgebiet.

Die Vergabe der Kitaplätze wirkt außerordentlich intransparent. Es gibt zwar ein Portal der Stadt, bei dem man sich anmelden muss, aber welche Kita nach welchen Kriterien entscheidet, ob man einen Platz bekommt, ist völlig rätselhaft.

Henrik Fischer

Verbesserter Nahverkehr

Der Verkehr in der wachsenden Stadt ist das zweite große Thema, das die Leipziger bewegt. Viele Radfahrer wünschen sich eine Verbesserung der Infrastruktur. Überdurchschnittlich oft wird der Nahverkehr kritisiert. Der sei vor allem zu teuer, sagen die meisten. Sandy Meyer fordert "endlich die Einführung eines 365-Euro-Ticket für den Nahverkehr." Ingeborg Bräunlich findet, "die S-Bahnverbindungen sollten in kürzeren Abständen fahren. Es kann nicht sein, dass Bahnen in einer Großstadt nur zwei Mal die Stunde fahren. Die Gültigkeit der Straßenbahn-Tickets sollte auf zwei Stunden erhöht werden. Dann kann man auch das Auto stehen lassen."

Wir brauchen einen konsequenten Umbau zu nachhaltigem Verkehr, so dass die Einwohner schnell und günstig an ihr Ziel kommen, ohne auf private Pkw angewiesen zu sein, dann können Flächen für Pkw zugunsten von Flächen mit Aufenthaltsqualität umgewandelt werden.

Felix Haiduk

Problemverbindung nach Chemnitz

Auch Stanley Hillner wünscht sich eine "Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, speziell sicherere und umfassendere Fahrradwege und einen effizienteren und zuverlässigeren Nahverkehr." Nicolas Laible hält eine "konsequente Neuorientierung des Leipziger Verkehrskonzeptes zur Stärkung von Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV" für unerlässlich. Er regt einen zweiten City Tunnel Ost-West an, um die Probleme zu lösen. Ein Ärgernis bleibt die Nahverkehrsverbindung von Leipzig in Richtung Süden. Vor allem die Verbindung nach Chemnitz sei ein Armutszeugnis, sagt Marion Schultze.

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Sicherheit kein Thema

Das vielzitierte Thema Sicherheit spielte bei den meisten Einsendungen der Leipziger eine untergeordnete Rolle. Einige Stimmen fordern eine Verbesserung der Situation am Hauptbahnhof, andere wünschen sich mehr Polizeipräsenz. Manfred Koller beklagt, dass die gefühlte Sicherheit stark zurückgegangen ist. "Der Abbau der Polizei in den letzten Jahren muss rückgängig gemacht werden", fordert er. Eric Engmann blickt mit Sorge auf den EU-China-Gipfel 2020 in Leipzig und fordert ein weitreichendes Sicherheitskonzept. "Auch die Sauberkeit spielt für mich eine Rolle. Dass in den Straßenbahnen nicht mehr getrunken wird und Leute angepöbelt werden", findet Frau Swiekatowski wichtig.

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.01.2020 | ab 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2020, 12:09 Uhr

17 Kommentare

Enrico Pelocke vor 2 Wochen

Hier geht es um die Leipziger OB-Wahl. Natürlich fordern die Leipziger Verkehrsmaßnahmen in Leipzig. Investitionen im Erzgebirge werden bei dortigen Wahlen gefordert. Beides schließt sich nichzt aus. Beides ist notwendig.

Torsten W vor 2 Wochen

Moin, die wirklichen Probleme, von oben bestimmt, werden auch in Leipzig nicht angepackt! Sind es nur diese 3 Parteien (lt. Foto) welche den OB Posten gern besetzen möchten?

Arbeitende Rentnerin vor 2 Wochen

Ich weiß nicht, was an meinem Beitrag zu rechts war, ich habe lediglich die Szene in Connewitz kritisiert, immerhin haben diese Bürger u.a. im Bau befindliche Wohnungen nebst Baumaschinen zerstört, was die Preise nicht gerade senkt, mich stört auch, dass Leipzig immer nur fordert, schaut mal in die Provinz, da geht alles den Bach runter, da wohnen aber auch Menschen, stamme aus ERZ, da kann ich mitreden, bin auch der Meinung, dass die "Leuchttürme" genug abgefasst haben, auch mal selbst was tun sollten, in dem Artikel ging es doch um Forderungen aller Art oder nicht?

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