03.02.2020 | 16:42 Uhr Nach OB-Wahl in Leipzig: Linke, Grüne und AfD lassen zweite Kandidatur offen

OBM-Wahl Leipzig 2020 Symbolfoto
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Nach der Oberbürgermeisterwahl in Leipzig wollen Linke, Grüne und AfD noch in dieser Woche darüber entscheiden, ob ihre Kandidatinnen und Kandidaten beim zweiten Wahlgang am 1. März nochmals antreten. CDU-Kandidat Sebastian Gemkow und der Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD) hatten MDR SACHSEN bestätigt, wieder antreten zu wollen.

Entscheidungen über zweite Kandidaturen in dieser Woche

Franziska Riekewald zeigte sich mit ihrem dritten Platz zufrieden. Ob sie nochmal antreten wird, will sie eigenen Angaben zufolge am Dienstag mit dem Stadtvorstand der Linken beraten. Grundsätzlich glaube sie aber, dass ihre politischen Ziele mit einem konservativen Oberbürgermeister nicht umsetzbar seien.

Katharina Krefft von den Leipziger Grünen hatte das viertbeste Ergebnis erreicht. Ihre Chancen auf einen Erfolg im zweiten Wahlgang schätzte sie am Sonntagabend aber eher gering ein. Ob sie ihre Kandidatur zurückzieht, wolle sie von den Diskussionen auf einer Mitgliederversammlung der Partei am Donnerstag abhängig machen.

AfD-Kandidat Christoph Neumann bestätigte MDR SACHSEN, dass er gern noch mal antreten möchte. Doch auch die AfD Leipzig hat am Donnerstag noch einen Kreisparteitag, auf dem der Wahlausgang und die künftige Strategie beraten werden soll.

Die FDP wird nach eigenen Angaben am Montagabend über eine zweite Kandidatur von Marcus Viefeld entscheiden. Sowohl Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) als auch Katharina Subat (Die Partei) haben ihre Kandidaturen offengelassen.

Politikwissenschaftler von Wahlausgang überrascht

"In dieser Undeutlichkeit ist das Ergebnis überraschend", sagte der Politikwissenschaftler der Universität Leipzig, Hendrik Träger. Die Gewinne für die CDU erklärte er mit dem liberalen Profil des CDU-Politikers Gemkows: "Wenn sie einen konservativen Knochen hingestellt hätten, wäre es in Leipzig wahrscheinlich nicht so ausgegangen."

Die Verluste der SPD begründete Träger mit der langen Amtszeit Burkhard Jungs, in der auch unpopuläre Entscheidungen getroffen worden seien. Zudem habe den relativ kurzen Wahlkampf die Sicherheitslage in der Stadt überschattet. Immer wieder war es zu Ausschreitungen im Stadtteil Connewitz und bei Demonstrationen gekommen. Kein Wahlforum sei ohne lange Connewitz-Debatten ausgekommen.

Entscheidungen über Kandidaturen bis Freitag

Nachdem bei den Oberbürgermeisterwahlen im ersten Wahlgang niemand über 50 Prozent gekommen ist, gibt es am 1. März einen zweiten Wahlgang. Laut sächsischem Kommunalwahlrecht treten automatisch alle Kandidatinnen und Kandidaten wieder an, sofern sie nicht bis zum 7. Februar ihre Kandidatur beim Gemeindewahlausschuss zurückziehen.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.02.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

22 Kommentare

ratomo vor 21 Wochen

Wohl wahr. Jedoch beide ähneln sich sehr stark. Sowohl Minister als OBM werden berufen bzw. gewählt um im Wählerauftrag die Geschicke zu leiten. Dieses Vertrauen fehlt mir bei beiden. Da können wir die Zeit auch zurückdrehen und mit Kaminsky und Tiefensee weitermachen. Dann haben wir wieder Sumpf in Leipzig. Wir schaffen ganz einfach Wahlen ab. Dubrau geht zum Glück in Rente. - Kritik ist in unserer Stadt nicht gefragt! Die üblichen Verdächtigen bekommen weiter Filetstücke der Stadt, halten sich an keine Vertragsauflagen, alle sehen das, keiner macht etwas. Man könnte ja u.a. beim Benefiz-Golf böse Blicke auf sich ziehen. Wasserwerke, LWB, Kaminsky. Ist doch alles noch in bester Erinnerung. Jetzt Eutritzscher Verladebahnhof, Gelände am Bayrischen Bahnhof. Das wird vom Rathaus sehenden Auges seit Jahren geduldet.

ratomo vor 21 Wochen

Nun ja. Ich kann keine großen Erfolge von Herrn Jung erkennen. Er ist mit seinem Privatleben beschäftigt und lässt sich lieber im Ausland ablichten. Sein ein Interesse für Leipzig hat er vor den Wahlen wiederentdeckt. B.J. ist in Leipzig nie angekommen. Wenn er gebraucht wurde, war er nie da. Sozialer Wohnungsbau läuft ihm aus dem Ruder, ebenso wie diverse Grundstücksgeschäfte der Stadt Leipzig. In Sachen Jugend-, Familien- und Baupolitik hat er seine verantworteten Ämter nicht im Griff. Oder ihn interessiert es nicht. Ostsparkassenverband hätte gut gepasst. Hauptsache mehr Kohle und weiter Bürger-Unnähe.

QWERTZ vor 21 Wochen

Man muss Herr Jung nicht für den geeignetesten Kandidaten halten. Das sich allerdings jemand in Zeiten derartiger gesellschaftlicher Verrohung mal nach einem alternativen Job umsieht, dass kann man ihm beim besten Willen nicht verübeln. Um diese primitiven, verletztenden, bis hin zu bedrohlichen Beschimpfungen dauerhaft zu ertragen, gehört einiges an Idealismus.

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