20.09.2019 | 20:58 Uhr Menschen statt Autos in Leipziger Parklücken

Am Freitag haben in Leipzig nicht nur die Teilnehmer des Klimastreiks von "Fridays for Future" den Autos den Platz auf der Straße streitig gemacht. Die Stadt beteiligte sich zugleich am "Parking Day". Diesen internationalen Aktionstag gibt es seit 2005. Er soll den Menschen ins Bewusstsein rufen, wie sehr Autos den öffentlichen Raum dominieren und wie viel Platz parkende Fahrzeuge beanspruchen.

Liegestühle in der Lücke

Allein die in Leipzig zugelassenen Autos benötigen zum Parken eine Fläche, die viermal so groß ist wie die Innenstadt. Das hatte der Umweltbund "Ökolöwe" berechnet und zu kreativen Aktionen aufgerufen, Parkflächen "umzunutzen". Beim Ordnungsamt waren mehr als 20 entsprechende Anmeldungen eingegangen. Die Behörde stellte Sperrschilder für die Aktionsräume auf.

Entspannen auf dem Steitenstreifen - Parking Day in Leipzig

Vor einem Geschäft sitzen Menschen in Liegestühlen in einer Parklücke.
Hier in Leipzig-Plagwitz wird kommende Woche ein Unverpackt-Laden eröffnet. Die Inhaber wünschen sich, dass ihre Kunden nicht nur ökologisch einkaufen, sondern auch ökologisch "anreisen". Dort, wo am Parking Day Liegstühle standen, würden sie gern Fahrradstellplätze sehen. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
Vor einem Geschäft sitzen Menschen in Liegestühlen in einer Parklücke.
Hier in Leipzig-Plagwitz wird kommende Woche ein Unverpackt-Laden eröffnet. Die Inhaber wünschen sich, dass ihre Kunden nicht nur ökologisch einkaufen, sondern auch ökologisch "anreisen". Dort, wo am Parking Day Liegstühle standen, würden sie gern Fahrradstellplätze sehen. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
In einer Parklücke sitzen Menschen in Liegestühlen, daneben bedient eine Frau ein DJ-Pult.
Wer es sich vor dem künftigen Unverpackt-Laden in den "geparkten" Liegestühlen bequem machte, bekam musikalisch unterlegten Straßenlärm geboten. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
Ein Verkehrsschild macht an einer Straße in Leipzig auf den Parking Day aufmerksam. Dahinter stehen ein Lastenfahrrad, Grünpflanzen, Tische und Bänke in Parklücken.
Der Studierendenrat der HTWK Leipzig fragt sich, warum es im Umfeld der Hochschule so unglaublich viele Parkflächen gibt – etwas, dass nicht jeder Autofahrer in Leipzig nachvollziehen können wird. Einige Plätze nutzten sie heute als öffentlichen Wohn- und Spielraum – sogar mit Grünpflanzen. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
Auf einem Parkstreifen am Straßenrand stehen ein langer Tisch und ein Sofa, auf dem Menschen sitzen.
Die Linke hatte in Leipzig-Connewitz einige Parklücken geentert – mit Tischen, Bänken und einem (roten) Sofa. Ihre Sorge: dass das Fahrzeugaufkommen in Leipzig genauso wächst wie die Einwohnerzahl. Ihre Forderung: nicht nur Platz zum Leben, sondern auch zum Durchatmen. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
An einem leeren Parkstreifen an einem Leipziger Straßenrand hängt ein Plakat, das auf den Parking Day aufmerksam machen soll.
Mut zur Lücke in der Parklücke bewiesen Parking-Day-Teilnehmer im Leipziger Osten. Sie hatten ihren kreativen Parkraum in Richtung Innenstadt zum Klimastreik von "Fridays for Future" verlassen. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
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Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.09.2019 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten im Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 20:58 Uhr

7 Kommentare

Maiki vor 3 Wochen

Wie sind denn die Liegestühle da hingekommen, mit'm Fahrrad oder Kilometerweit geschleppt? In den Großstädten mag es noch gehen, dass man mit den öffentlichen Fortbewegungsmitteln von A nach B kommt. Es hört aber schon auf wenn man in Schichten arbeitet und oder vom Umland anreisen muss. Diese Theoretiker auf dem Bild sind das beste Beispiel wie man eine florierende Wirtschaft zerstören kann. Nichts tun und die arbeitende Bevölkerung blockieren.

Mikro vor 3 Wochen

Erzählen Sie das mal den Leuten auf dem Land wo die Verbindungen zu den nächsten öffentlichen Verkehrsmitteln sehr schlecht sind.Und glauben Sie nicht,das Leute die schwer gearbeitet haben,nach der Schicht noch 1-2 Stunden mit irgendwelchen unpünktlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein wollen wenn es in der halben Stunde mit dem Auto klappt.Seien Sie froh das Sie so einen entspannten Job haben und noch nebenbei so viel erledigen können.Schreiben Sie aber nicht anderen vor,wie die Ihr Leben organisieren sollen.Da fehlt Ihnen Kompetenz und Sachverstand.

Mikro vor 3 Wochen

Na dann hoffe ich doch,das die Ware die Sie anbieten mit dem Fahrrad oder Handwagen holen.Nicht das ein LKW mit Dieselmotor oder andere Umweltverschmutzer liefern.

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