Mehrwegbecher der Recycling2go-Kampagne in Leipzig.
Bildrechte: BUND Regionalgruppe Leipzig

Weniger Müll Leipzig soll Pfandsystem für Kaffeebecher bekommen

Hunderttausende Einwegbecher werden stündlich in Deutschland beim Kaffeegenuss verbraucht. Sie landen nach wenigen Minuten im Müll. Mehrwegbecher könnten Abhilfe schaffen. In Leipzig startet dafür eine Kampagne.

Mehrwegbecher der Recycling2go-Kampagne in Leipzig.
Bildrechte: BUND Regionalgruppe Leipzig

"Coffee to go" soll auch in Leipzig bald aus umweltfreundlichen Mehrwegbechern angeboten werden. Dazu starten die Naturschutzorganisation BUND in Kooperation mit der Stadt am Donnerstag die Kampagne "Recycling2go". Gegen einen Euro Pfand können Kunden ihren Kaffee künftig bei einem teilnehmenden Laden statt in einem Einwegbecher in einen Mehrwegbecher erhalten. Nach Gebrauch können sie ihn dann wieder zurückgeben - stadtweit bei den Projektpartnern.

Stadtratsbeschluss umgesetzt

Mit der Kampagne wird ein Stadtratsbeschluss von Oktober 2017 umgesetzt. In diesem erklärte sich das Umweltamt bereit, ein Projekt zur Einführung eines Pfandsystems zu unterstützen. Mit der nun anlaufenden Kampagne des BUND soll versucht werden, ein flächendeckendes Pfandsystem für To-Go-Getränke in Leipzig zu etablieren. 5.000 Euro hat der BUND laut Umweltamt für das Projekt aus dem Budget der Vereinsförderung bekommen.

Einwegbecher abschaffen

Zwei Cafés haben sich bisher für Mehrwegbecher entschieden, erklärt Projektleiter Sebastian Gerstenhöfer MDR SACHSEN. Er gehe aber davon aus, dass sich bis Januar weitere Cafés anschließen werden. Um möglichst viele Läden für die Idee zu begeistern, können interessierte Bürger auch selbst Informationsmaterial beim BUND abholen und in ihre Lieblingsläden bringen. Ob die Läden ausschließlich auf Pfandbecher setzen oder auch Einwegbecher weiterhin anbieten, sei jedem freigestellt, so Gerstenhöfer. Ziel sei allerdings, Einwegbecher abzuschaffen.

Becher mit guter Ökobilanz

Hergestellt werden die Becher von der Münchner Firma "Recup", die deutschlandweit Geschäfte mit Pfandbechern beliefert. Neben Leipzig hat das Unternehmen Kunden in Dresden, Görlitz und Kamenz.

Die Becher bestehen nach Angaben des BUND aus dem Kunststoff Polypropylen und haben eine gute Ökobilanz. "Bis zu 500 Spülgänge halten die Becher aus", erklärt Gerstenhöfer. Danach werden die Becher sortenrein recycelt und erneut zu dem Kunststoff verarbeitet, aus dem wieder Becher produziert werden können.

Einwegbecher als Problem? Nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich 320.000 Einwegkaffeebecher verbraucht. Pro Jahr sogar fast drei Milliarden. In Leipzig verpflichtet die Polizeiverordnung seit diesem Jahr die Verkaufsstellen von Getränken in Einwegbechern im Umkreis des Betriebs selbst zusätzliche Mülleimer aufzustellen und für Ordnung zu sorgen.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.19.2018 | ab 5:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 18:52 Uhr

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