Grafische Darstellung der Bebauung des zukünftigen Krystallpalast Areals
Bildrechte: The Salt DIG Group

Plan für Innenstadt-Bebauung Leipziger Krystallpalast-Areal wird neues Leben eingehaucht

Die Brachfläche an der Brandenburger Straße in der Leipziger Innenstadt wird bald verschwinden. Auf dem als Krystallpalast-Areal bekannten Gelände werden Wohnungen, Geschäfte, eine Kita und vieles mehr entstehen.

Grafische Darstellung der Bebauung des zukünftigen Krystallpalast Areals
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Acht Häuser mit je fünf Stockwerken und zwei öffentliche Innenhöfe: So lässt sich der Bebauungsplan für die Brachfläche an der Brandenburger Straße in der Leipziger Innenstadt kurz zusammenfassen. Doch dahinter steckt viel mehr. Wie die Eigentümer des Grundstücks, der Immobilieninvestor ARGO Capital Partners aus Luxemburg, am Montag mitteilten, sollen im "Quartier Krystallpalast" Wohnungen, Büros, Geschäfte, Hotels, eine Kita, altersgerechte Wohnmöglichkeiten und Mikro-Apartments entstehen.

Grafische Darstellung der Bebauung des zukünftigen Krystallpalast Areals
So könnte es in einem der Innenhöfe aussehen. Bildrechte: The Salt DIG Group

Das Grundstück ist rund 19.000 Quadratmeter groß und wird von der Brandenburger Straße, der Wintergarten- und Hofmeisterstraße begrenzt. Bekanntheit erlangte das Gelände als Standort des legendären Krystallpalastes, dem ehemaligen Leipziger Vergnügungs- und Unterhaltungszentrum. Seit 1992 liegt das Areal in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof allerdings brach. Das soll sich im kommenden Jahr ändern.

Neues Mobilitätskonzept

Baustart für das Projekt ist 2019, im Moment werden noch Abstimmungen mit der Stadtverwaltung getroffen. Spätestens 2023 sollen die neuen Nutzer in die Gebäude einziehen. An der Umsetzung sind fünf Architekturbüros beteiligt. Sie gestalten jeweils verschiedene Teilbereiche. Zu den Besonderheiten des neuen Stadtquartiers gehört ein besonderes Mobilitätskonzept. Es wurde auf Basis eines Gutachtens erstellt und soll den Individualverkehr reduzieren, erklärt Gesellschafter Harald Müller. Ziel ist es, dass weniger Personen mit eigenem Fahrzeug unterwegs sind.

Dieses Konzept sah vor, dass die Stadt Leipzig die Straßenbahnhaltestelle errichtet, die mittlerweile vorhanden ist, und das wir als Investoren in der Tiefgarage weniger individuelle Stellplätze errichten, als es normalerweise vorgesehen ist.

Harald Müller ARGO Capital Partners-Gesellschafter

Das heißt im Klartext, dass nur 250 Stellplätze errichtet werden sollen. Ein Teil davon soll zudem für Elektrofahrzeuge und Carsharing reserviert werden. Anwohner und Kunden werden demnach verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zurückgreifen müssen. Damit es auf diesem Gebiet kein Parkplatz-Mangel gibt, sollen rund 1.000 Fahrradstellplätze entstehen. Im näheren Umfeld des Quartiers sind zudem der Leipziger Hauptbahnhof, der Busbahnhof sowie die Straßenbahnhaltestelle "Wintergarten".

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Blick von der Hofmeisterstraße auf das neue Quartier Krystallpalast. Bildrechte: The Salt DIG Group

Buchvorstellung "Der Leipziger Krystallpalast"

Anlässlich des anstehenden Baustarts auf dem historischen Gelände ist am Montag auch ein Buch über den ehemaligen Vergnügungspark veröffentlicht worden. Die Autorin und Kunsthistorikerin Bettina Baier hat sich zum einen mit der 200-jährigen Geschichte des Areals befasst, zum anderen gibt sie aber auch einen Ausblick auf die neue Nutzung. Neben geschichtlichen Erläuterungen gibt es einen umfangreichen Bildteil, der viele teils erstmals publizierte Fotos zeigt, verrät Verlagschef Mark Lehmstedt.

Krystallpalast Der Krystallpalast wurde 1882 als erstes und berühmtestes Varietétheater der Stadt eröffnet. Neben einem Theatersaal gab es einen Wintergarten, einen Ausstellungssaal, Restaurants und Gesellschaftsräume. Die Anlage galt damals als größte Vergnügungsstätte Deutschlands. Die Räumlichkeiten wurden während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Erst 1994 wurde der Name mit der Gründung des "Krystallpalast-Varieté" wiederbelebt.

(Quelle: Krystallpalast-Varieté)

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.11.2018 | 16:30 Uhr im Regionalreport des Studio Leipzigs

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Zuletzt aktualisiert: 19. November 2018, 18:43 Uhr

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2 Kommentare

20.11.2018 10:19 El-li 2

Man kann es auch anders ausdrücken : der Investor bekam finAnzielle Erleichterungen , da er von der gesetzlichen Pflicht eine entsprechende Anzahl Stellplätze für die Wohnungen vorzuhalten entbunden wurde ! Tiefgarage Stellplätze zu bauen ist teuer . Hoffentlich wird diese Einsparung an die Käufer und Mieter weitergegeben . E bikes sind teuer!

19.11.2018 23:10 ReneS 1

Ich hoffe, es finden sich genügnend zahlungsstarke Kunden / Mieter für die Wohnungen die kein Auto haben. Glaube ich aber nicht. Selbst die "von sich überzeugten grünen Stadtleute" die ich so kenne, haben alle ein Auto - und die meisten auch keinen Kleinwagen sondern ein SUV...
Und wenn es vor Ort keine Parkplatz für mich gibt, werde ich auch nicht dorthin fahren. Gut - spart mir Geld, daher...

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