Schrottautos im Wald
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"Black Triangle" Nach Räumung in Leipzig-Connewitz: Bahn bereit für Gespräche

Das ehemalige Umspannwerk der Deutschen Bahn im Süden von Leipzig war mehr als zwei Jahre besetzt. Am Dienstagvormittag hat die Polizei das sogenannte Black Triangle geräumt. Nun hat sich die Bahn zu Wort gemeldet.

Schrottautos im Wald
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Nachdem das ehemalige Umspannwerk im Leipzig-Connewitz am Dienstagmorgen von der Polizei durchsucht und gesichert wurde, hat sich jetzt die Bahn zu Wort gemeldet. Wie ein Sprecher MDR SACHSEN sagte, werden in den nächsten Tagen die Statik und die Stromanschlüsse in dem leerstehenden Gebäude überprüft. Generell sei die Bahn für Gespräche zur künftigen Nutzung des Geländes bereit. Das gelte auch für das "Kulturkollektiv Arno-Nitzsche", welches das Areal mehr als zwei Jahre besetzte. Eine erneute illegale Nutzung werde aber nicht geduldet.

Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs

Im Leipziger Stadtteil Connewitz war die Polizei mit mehr als 150 Beamte im Einsatz. Grundlage des Einsatzes war ein richterlicher Beschluss des Amtsgerichts Leipzig wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs. Polizeisprecher Andreas Loepki sagte MDR SACHSEN, der Einsatz sei keine klassische Räumung. Dies wäre eine zivilrechtliche Maßnahme. Die Polizei sollte überprüfen, ob sich Personen auf dem Gelände aufhalten und so den Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllen. Wäre das der Fall gewesen, wären die angetroffenen Personen des Platzes verwiesen worden. Aufgrund der Polizeiaktion war der Zugverkehr zwischen den S-Bahnhaltestellen Connewitz und MDR kurzzeitig gesperrt.

Entspannte Aktion

Polizeisprecher Andreas Loepki
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Bei der Durchsuchung des rund 10.000 Quadratmeter großen Geländes wurden keine Personen angetroffen. Lediglich ein Raum sei offenbar bis kurz zuvor bewohnt gewesen, da er beheizt und beleuchtet war, erklärte der Polizeisprecher. Entsprechend entspannt beschreibt die Polizei den Einsatzverlauf.

Seit Mitte Juni 2016 war das Gelände besetzt. Im Juli 2017 hatte die Bahn als Eigentümer vor dem Bundesgerichtshof eine Räumungsklage für das ehemalige Umspannwerk eingereicht. Begründet wurde dies damals mit erheblichen Gefahren, da das ungenutzte Gebäude nicht mehr verkehrssicher sei.

Geteiltes Echo

Die Polizeiaktion löste ein geteiltes Echo aus. So bedauerte die Linken-Landtagsabgeordnete und Stadträtin Juliane Nagel die Polizeimaßnahme. In den letzten Monaten seien zahlreiche Anstrengungen unternommen worden, um mit der Bahn und den Aktiven vor Ort eine Lösung zu finden, das leerstehende Gebäude wieder mit Leben zu füllen.

Offenkundig wurde vom beschrittenen Weg der Kooperation ohne Absprache abgewichen. Wem nutzen Häuser und Fabrikhallen in Leipzig, wenn sie keiner nutzt. Das kann nicht in unserem Interesse sein.

Juliane Nagel Linken-Landtagsabgeordnete und Stadträtin

Auch der Linken-Vorsitzende der Stadt, Adam Bednarsky, erklärte den Einsatz als unverhältnismäßig und rief alle Beteiligten zur Besonnenheit auf.

CDU-Bundestagsabgeordneter Marian Wendt begrüßte dagegen die Aktion. In einem Rechtsstaat gebe es keinen Platz für rechtsfreie Räume, erklärte er. Die Polizei setze konsequent Beschlüsse der Gerichte um. Genau dies werde von ihr erwartet, teilte er in einer Presseerklärung mit.

Menschen, die sich nicht an die Gesetze in unserem Land halten, müssen möglichst zügig verurteilt werden.

Marian Wendt CDU-Bundestagsabgeordneter Nordsachsen

Hausfriedensbruch § 123 StGB
(1) Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum
eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst
oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne
Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio |15.01.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2019, 17:35 Uhr

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21 Kommentare

17.01.2019 14:26 Mikro 21

@11&12 Tim Bitte stellen Sie Ihr Auto so ab das beim Abfackeln niemand anderer geschädigt oder verletzt wird.Ich stehe übrigens nicht hinter den Linken Gewalttätern von Connewitz.Damit sind Ihre 100% schon mal im Eimer.Gewaltige Demos und Lichterketten,Selten so gelacht.Wer sind Nagel und Kasek?Denken Sie dran:Wir sind mehr....

17.01.2019 13:13 Mo 20

@11
Tim, sie verwechseln hier etwas gewaltig mit ihrer 100 %igen Annahme. Ich, selbst Leipzigerin und alle in meinem Bekanntenkreis stehen ganz und gar nicht nicht hinter den Linksautonomen. Für mich sind Linke, welche Polizisten tätlich angreifen und brandschatzen eher linke Terroristen und gehören genau wie alle anderen Straftäter behandelt. Auch das linke Auge sollte man offen halten um Recht und Ordnung durchzusetzen .

17.01.2019 09:16 Schnibbler 19

nicht Tim #15 sondern Tim #12

17.01.2019 09:15 Schnibbler 18

@Tim #15
für mich als politisch Neutralem bleibt nur festzuhalten daß das Abfackeln von Autos doch eher zu Ihrer Klientel gehört

16.01.2019 21:04 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 17

übrigens:

ob Polizei oder nicht, es sind Warnwesten zu tragen bei betreten von Gleisanlagen, so wie es die Bahnmitarbeiter vorbildlich machen.

Das ist ganz einfach eine Ordnungswidrigkeit die mit 25 Euro geahndet wird.

Also dann, liebes Ordnungsamt, tun sie ihre Pflicht!

16.01.2019 17:25 Udo K 16

Juliane Nagel, damit ist alles klar!
Eigenartig, gesetzwidriges Verhalten entspricht nicht dem Grundgesetz, wo aber bleibt bei solchen mehrfach auftretenden Verstößen der Verfassungsschutz?
Ach ja, hier sind es ja nur linke "Aktuvisten",.

@ Eulenspiegel 9
Na was denn nun, ist es gesetzwidrig oder legitim?
Können Sie sich entscheiden?

15.01.2019 21:31 Bernd L. 15

Dass die Linken-Abgeordnete J. Nagel ihr Antifa--Klientel schützen will, ist verständlich. Wenn es gegen Antifa geht, ist die Durchsetzung von Recht und Gesetz immer schwer in unserem Land. Wo ist da unser Verfassungschutz?

15.01.2019 20:08 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 14

Für Bahnanlagen ist doch die Bundespolizei zuständig!

Bekommt die sächs. Polizei das Geld für den Einsatz zurück?

15.01.2019 19:55 Robert Paulson 13

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 14
(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Kurzum, was simpel auf den ersten Blick erscheint, wird beim genauen Hinsehen schwierig...

15.01.2019 18:55 Tim 12

Aber egal...auch wenn die Jungs morgen mein Auto abfackeln..ich stehe zu Ihnen...is ja versichert.
J&K forever! Nazis raus!

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