Ein Tagebaubagger an dem sich Menschen abseilen
Mit einer Seilwinde werden die Klimaaktivisten von der Polizei von dem Bagger im Tagebau Vereinigtes Schleenhain abgeseilt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

06.08.2019 | 14:47 | Update Polizei räumt besetzten Bagger im Tagebau Vereinigtes Schleenhain

Ein Tagebaubagger an dem sich Menschen abseilen
Mit einer Seilwinde werden die Klimaaktivisten von der Polizei von dem Bagger im Tagebau Vereinigtes Schleenhain abgeseilt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Polizei hat am Dienstagvormittag im Tagebau Vereinigtes Schleenhain einen besetzten Bagger geräumt. Wie ein MDR SACHSEN-Reporter berichtete, wurden die Klimaaktivisten mit einer Seilwinde vom Bagger geholt. Die Räumung sei friedlich, aber mit großem polizeilichen Aufwand abgelaufen. Zehn Personen seien in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Sie seien in die Direktion nach Leipzig gebracht worden, um die Identität der Beteiligten festzustellen.

Während der Besetzung hatten sich laut Reporterangaben rund 50 Teilnehmer des Klimacamps in Pödelwitz an der Tagebaukante versammelt, um ihre Solidarität mit den Baggerbesetzern zu demonstrieren. Mit Trommeln und Sprechchören wie "Pödelwitz bleibt" protestierten sie gegen die Braunkohle-Verstromung.

Reihe von Menschen, die protestieren
Mehrere Klimaaktivisten aus dem Klimacamp in Pödelwitz unterstützten die Baggerbesetzer lautstark. Bildrechte: MDR/Roland Kühnke

Die Sprecherin der Aktionsgruppe "Vereinigt gegen Schleenhain", Marie Schneider, erklärte MDR SACHSEN, die Baggerbesetzung sei ein Mittel, um auf alternative Energien hinzuweisen und damit auch einen Diskurs anzuregen.

Wir haben Solarenergie und Windkraft, wir haben so viele Alternativen, mit denen wir die Kohleverstromung ersetzen können.

Marie Schneider Aktionsgruppe "Vereinigt gegen Schleenhain"

Mibrag verurteilt Aktion

Das Bergbauunternehmen Mibrag hat die Bagger-Besetzung verurteilt. Geschäftsführer Armin Eichholz erklärte in einer Pressemitteilung, dass das Unternehmen nichts gegen friedliche Proteste und die Ausübung demokratischer Rechte habe. Jede Form von Gewalt und Gesetzesverstößen werde aber abgelehnt.

Die Menschen aus der Region, unsere unmittelbaren Nachbarn, haben genauso wenig Verständnis wie unsere Mitarbeiter für solche lebensgefährlichen Aktionen. [...] Wir sind [...] entsetzt über das rücksichtslose Vorgehen der Braunkohlengegner.

Armin Eichholz Mibrag

Man sei gesprächsbereit, offen für Argumente und stehe nicht ohne Grund mit einem Informationsstand auf dem Gelände des Klimacamps in Pödelwitz. Dort demonstrieren seit dem Wochenende rund 600 Menschen gegen die Braunkohleverstromung im Leipziger Umland. Das sogenannte Klimacamp dauert noch bis nächsten Montag. Laut Veranstalter werden bis zu 1.000 Teilnehmer erwartet.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.08.2019 | 13:00 Uhr im Radioreport

MDR SACHSENSPIEGEL | 06.08.2019 | 19:00 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen