07.11.2019 | 21:18 Uhr | Update US-Außenminister Pompeo würdigt in Leipzig Friedliche Revolution

30 Jahre nach der Friedlichen Revolution hat Mike Pompeo als erster US-Außenminister Leipzig besucht. Er nutzte die Gelegenheit für ein ausgiebiges Gespräch mit Zeitzeugen.

US-Auߟenminister Mike Pompeo und Bundesaußenminister Heiko Maas sprechen mit Augenzeugen der Demonstrationen von 1989 während eines Besuchs im Forum für Zeitgeschichte.
US-Auߟenminister Mike Pompeo und Bundesaußenminister Heiko Maas sprechen mit Augenzeugen der Demonstrationen von 1989 während eines Besuchs im Forum für Zeitgeschichte. Bildrechte: dpa

Bei seinem Besuch in Leipzig hat US-Außenminister Mike Pompeo die Friedliche Revolution vor 30 Jahren gewürdigt. "Leipzig ist ein besonderer Ort, wo sehr viel passiert ist, wo die Bürger sehr mutig waren. Das hat Menschen über die ganze Welt inspiriert", sagte Pompeo am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas. Die beiden sprachen über "internationale und bilaterale Themen" und besuchten gemeinsam die Nikolaikirche.

Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls dankte Maas den USA für ihren Beitrag zur Wiedervereinigung. "Ohne die Führungskraft Amerikas hätte es keine Wiedervereinigung gegeben", sagte er auf einer Pressekonferenz. Pompeo erklärte nach Gesprächen mit Minister Maas in Leipzig, er freue sich, in dieser historischen Woche in Deutschland zu sein.

Wir sind Euch in großer Verbundenheit und in großer Dankbarkeit verpflichtet. Wir verdanken unsere Freiheit und auch unsere Einheit ganz entschieden Euch.

Heiko Maas Bundesaußenminister

Im Zeichen der Friedlichen Revolution stand auch die Besichtigung der Leipziger Nikolaikirche. Friedensgebete, die in der Kirche abgehalten wurden, waren 1989 der Ausgangspunkt für die Montagsdemonstrationen gegen die SED-Diktatur. Nach einem Orgelvorspiel legte Pompeo vor der Kirche eine Blume nieder.

Nach dem Besuch der Nikolaikirche traf sich Pompeo im Zeitgeschichtlichen Forum mit früheren DDR-Bürgerrechtlern. Museumsdirektor Jürgen Reiche moderierte die Runde, an der unter anderem Gesine Oltmanns und Regina Schild teilnahmen. Einer der Bürgerrechtler - Uwe Schwabe - hatte seine Teilnahme dagegen kurzfristig abgesagt. Die Politik der derzeitigen US-Regierung sei nicht mit den Zielen vereinbart, die der Widerstand in der DDR damals verfolgt habe. Eine Journalisten-Frage, was Pompeo zu dieser Absage sage, ließ der US-Außenminister unbeantwortet.

Leipzig: Bundesaußenminister Heiko Maas (r), und Mike Pompeo (2.v.r), Außenminister der USA, besuchen die Nikolaikirche.
In der Nikolaikriche haben US-Außenminister Mike Pompeo (2.v.re.) und Bundesaußenminister Heiko Maas (re.) die wichtigsten Ereignisse der Friedlichen Revolution in Leipzig erklärt bekommen. Bildrechte: dpa

Sperrungen im Leipziger Stadtgebiet

Sperrungen in Leipzig
Absperrungen in Leipzig am Marktplatz in Richtung Salzgässchen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Wegen des Besuchs von Pompeo mussten die Leipziger am Donnerstagnachmittag Sperrungen im Stadtgebiet hinnehmen. Unter anderem gab es temporäre Absperrungen am Alten Rathaus, am Nikolaikirchhof und in der Grimmaischen Straße. Jeden Ort in der Innenstadt unkompliziert zu erreichen, sei daher nicht immer möglich, hatte die Polizei vorab bereits mitgeteilt. Zudem waren Beamte mit der Hundestaffel unterwegs. Außerdem kreiste über dem Stadtzentrum ein Hubschrauber.

Schwierig waren die zahlreichen Absperrungen vor allem für die Händler in der Innenstadt. Es lohne sich kaum am Donnerstag das Geschäft zu öffnen, sagte Nicole Kull vom Teehaus in den Arkaden des Alten Rathauses MDR SACHSEN. Für die kleinen Händler sei jeder Verkaufstag wichtig. Der Donnerstag bedeute große Umsatzeinbußen und Einschränkungen im Lieferverkehr.

Besuch in Halle

Am Abend reisten Maas und Pompeo weiter nach Halle. Nach dem rechtsextremistischen Anschlag in der Saalestadt vor vier Wochen sollte der Besuch ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus setzen.

Quelle: MDR/cnj/bb/kk/dk/dpa/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.11.2019 | 10:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 07.11.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2019, 21:10 Uhr

6 Kommentare

Rychlik vor 1 Wochen

ZITAT
"Ohne die Führungskraft Amerikas hätte es keine Wiedervereinigung gegeben"

wow - so biederten sich Ostdeutsche 40 Jahre den Russen an und entschuldigten sich wenn sie (als Sportler) besser waren.

Valentina vor 1 Wochen

So what? Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit. Die hatten also auch was mit zu tun? Das glaubt man ja nicht. Man muss nur fest dran glauben. Hilfe....

Der Lange vor 1 Wochen

"Wir verdanken unsere Freiheit und auch unsere Einheit ganz entschieden Euch."
DIESEN Satz muss man sich Mal auf der Zuge zergehen lassen. Um so was zu bringen, muss man ein sehr überzeugter Transatlantiker sein und/oder absolut keine Ahnung von Geschichte haben.

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